Disput

Reederei und reine Leere

In Sonderheit gut aufgestellt: das Jahr 2007. Der stillose Rückblick


Von Stefan Richter

Alle Jahre wieder: Ein Jahr ging zu Ende – diesmal 2007.

Was zu Ende ging, musste einen Anfang gehabt haben. Und was einen Anfang und was ein Ende gehabt hat, hatte seine Weile. Mitunter ganz schön lange. Denn selbst bei der LINKEN ist ein Parteijahr mehr als ein Partei-Tag. Nämlich, im Normjahr, 365 Tage. Und die sind reich an Reden, Lehren und Erklärungen.

Namen sind Genossin Schall und Genosse Rauch, weitgehend, in dieser DISPUT-Presseschau. Ansonsten, lasst es uns meistern – 2008, mit einem Tag mehr!

ICH

Ich kann lauter schreien als dieser mit einer Stimme nicht ganz gut Versorgte. (Dietmar Pellmann)

Man braucht gleiche Augenhöhe, auch um sich gegebenenfalls anbrüllen zu können. (Klaus-Rainer Rupp)

Ich habe die normalen Delegierten nach ihrer Meinung gefragt. Ich bin ja auch Delegierte, aber ich bin nicht normal. (Kersten Naumann)

Die »Bio 2007« in Boston ist – jedenfalls, solange ich anwesend war – erfolgreich verlaufen. (Harald Wolf)

Ich halte nicht viel von politischen Omnipotenzphantasien. (Klaus Lederer)

Ich bin Tochter einer Mutter. (Britta Pietsch)

Ja, jetzt weiß ich nicht, wozu ich was sagen will, äh soll. (Wolfgang Methling)

MANN UND FRAU

Dabei handelt es sich größtenteils um Männer, ein Drittel davon etwa sind Frauen. (Vorlage für Parteivorstand)

Jedes Rumfummeln an der Geschlechterdemokratie führt zu Problemen. (Bodo Ramelow)

HAND UND FUß. UND FINGER

Straßenbahn ist bei Rot-Rot in guten Händen. (Jutta Matuschek)

Ich bitte darum, das Papier in die Länder zu geben, es wird ihnen ohnehin bald auf die Füße fallen. (Rosemarie Hein)

Flugzeugabschuss: Zypries reicht Schäuble den kleinen Finger. (Ulla Jelpke)

Müntefering hat seine Finger in den Taschen der Renterinnen und Rentner. (Klaus Ernst)

Finger weg von der Gemeindestrukturreform! (Helga Paschke)

MENSCH UND TIER

Resozialisierung jugendlicher Straftäter darf kein Papiertiger sein. (André Blechschmidt)

CO2-Verpressung – Trojanisches Pferd der Kohlewirtschaft. (Eva Bulling-Schröter)

ZEIT IST GELD

Rückwirkende Beiträge zeitlich befristen! (Frank Kuschel)

Wein wird mit zunehmendem Alter immer besser, nicht aber 20 Jahre ungelöste Stadt-Umland-Probleme. (Uwe-Volkmar Köck)

HOCHTIEF

Ablehnung der BAföG-Erhöhung ist ein Tiefschlag. (Nele Hirsch)

Alle Argumente gegen den Transrapid werden in den Wind geschlagen und die Linie der bayerischen Staatsregierung auf ein weiter so damit zementiert. Diese Betonfraktion ... (Eva-Bulling Schröter)

ALLE WETTER

Liebe Genossinnen und Genossen, angesichts der Unwetterwarnungen stelle ich es allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern frei, das Haus vor Ende der üblichen Arbeitszeit zu verlassen. (Georg Fehst)

Offensive für Kinder darf nicht als Sturm im Wasserglas enden. (Rosemarie Hein)

Draußen ist das Wetter schlecht, die halbe Fraktion ist krank, man selbst ist gesundheitlich auch etwas angeschlagen, dann erhält man gute Ratschläge von Oskar Lafontaine, die meist ungebeten erteilt werden, man hat die eine oder andere kleine Zankerei mit dem Koalitionspartner oder dem Innensenator, dann jedoch halten Sie eine Rede und die Frage nach dem Sinn unseres Tuns stellt sich nicht mehr. (Udo Wolf)

DISPUT

Dazu machen wir das nächste Mal eine Diskussion und eine Debatte. (Dietmar Bartsch)

Einseitig kann man von beiden Seiten sein. (Rosemarie Hein)

Rote Karte für Müller-Piepenkröter! Zur Forderung ... durch die Justizministerin Müller-Pipenkrötter ... (Niema Movassat)

SCHULE FÜRS LEBEN

Bahn muss Schularbeiten nach dem Orkan zügig erledigen. (Dorothée Menzner)

Sehen Sie, Sie wissen sogar den Vornamen. Das ist die Halbbildung. Ich weiß den Nachnamen. (Peter Porsch)

Ohrfeige für die deutsche Bildungspolitik. (Nele Hirsch)

Einführung in das kommunistische Mainfest, Zeil am Main, 9.-11.3., Wochenendseminar (Linkspartei.PDS Bayern, Internet)

GELD ODER LIEBE

Fiskalische Samtpfötchen gegenüber reichen Erben abstreifen. (Barbara Höll)

Der Ehekredit – wohl auch wahltaktisch motivierter Tropfen auf den heißen Stein. (Jörg Kubitzki)

Statt Lippenbekenntnisse freie Schulen ausreichend finanzieren. (Michaele Reimann)

ALLES KLAR

Die Linkspartei.PDS und die FDP forderten u.a. in der Debatte im Landtag die gutachterliche Darstellung der Vor- und Nachteile von Einheitsgemeinden, Trägergemeinschaftsmodellen und Verwaltungsgemeinschaften mit eigenem Verwaltungsamt. Neben der Darstellung der Effizienzvorteile fordern wir besonders die Darstellung der demokratischen Partizipation, des bürgerschaftlichen Engagements, der Identifikation und der ortsnahen Entscheidungsfindung. (Gerald Grünert)

Liebe Gäste, Wie Sie Feststellen sind wir dabei unsere Seiten Komplet neu zu gestallten. (www.die linkspartei-hagen-ennepe-ruhr.de)

Michael Leutert wird einen Antrag in den Deutschen Bundestag einbringen, der das Ziel verfolgt, die Bundesregierung aufzufordern, der amerikanischen Seite nachdrücklich zu verdeutlichen, dass es nicht hinnehmbar ist, dass Parlamentsabgeordnete sich kein Bild von der Lage der Inhaftierten machen können. (Michael Leutert)

GELD ODER LEBEN

Kfz-Steuer taugt nicht für Schnellschüsse. (Lutz Heilmann)

Erneuter Todesfall im Justizvollzug belegt, dass grundsätzliche Problemlösung notwendig ist. (Ralf Hauboldt)

Todesstrafe stirbt scheibchenweise. (Michael Leutert)

Wir hatten schon einmal eine Mail-Aktion, und der Rücklauf bei Sterbefällen war gering. (Karl Holluba)

MAHLZEIT

Rentnerinnen und Rentner werden weiter abgespeist. (Oskar Lafontaine)

Fraktion DIE LINKE für den Schutz des Aals. (Tilo Kummer)

Die Kreisverbände machen in der Adventszeit Stände, bei denen sie umsonst Tomatensuppe anbieten, um so in ein Gespräch mit den Passanten zu kommen, sich ihre Sorgen und Nöte anhören und wenn möglich politische Konzepte der Partei vermitteln. Dabei werden Strichlisten angelegt über die Anzahl der Besucher der Stände und welche Sorgen sie bewegen. Diese Strichlisten werden dem Landesvorstand zugeschickt, welcher diese auswertet und für eine Pressemitteilung verwendet. (Uwe Maag)

GLÜCK

Auch auf anderen Gebieten ist die Politik der Althausregierung nicht als glücklich zu bezeichnen und manchmal sogar das ganze Gegenteil davon. (Knut Korschewsky)

HERZMAUS

... dass ausgerechnet Sie der Umweltpolitische Sprecher Ihrer Fraktion sind, ist schon erstaunlich. Da wäre doch genau eine andere viel besser geeignet, die zwar auch gegen Windkraft ist, aber wenigstens die Fledermäuse an ihrem Herzen hat. (Johanna Scheringer-Wright)

An dieser Stelle ... regt sich bei mir – auch wenn ich es lange zurückhalten konnte – langsam Mitleid mit den Sozialdemokraten ... (Wulf Gallert)

BAU AUF

Katja Kipping ist ein Scharnier. (Cornelia Ernst)

Die Knaggen begrenzen das Abheben. Doch das Problem ist nicht ein senkrechtes Abheben der Fassadenriegel, sondern die Beweglichkeit derselben in der Waagerechten – nach rechts und links, nach vorn und hinten! Diese Beweglichkeit birgt bei starkem Sturm Gefahren ... (Dorothée Menzner)

Fundament für Exzellenz in Sachsen-Anhalt stärken. (Hendrik Lange)

»Bodo Ramelow wird versuchen, als Vermittler in Dresden Brücken zu bauen.« –»Ich werde den Teufel tun, ausgerechnet in Dresden Brücken zu bauen!« (Lothar Bisky, Bodo Ramelow)

NACHTS

Wir haben die Westfalen-Halle auch nachts gemietet. Das ist keine Drohung. (Lothar Bisky)

Wir planen, diese Nacht nicht in den Betten zuzubringen, sondern in Antragsräumen. (Werner Dreibus)

GESUNDHEIT!

Ich habe 26 Jahre lang als Chirurg dazu beigetragen, dass glückliche Raucher wieder schmerzfrei zum nächsten Zigarettenautomaten rollen konnten. (Wolfgang Albers)

In diesem Sinne wünsche ich mir: Nichtraucher aller Fraktionen, vereinigt euch! (Kerstin Lauterbach)

Meilenstiefel bei der Rauchfreiheit jetzt nicht ausziehen. (Martina Bunge)

Die Schnüffelei der Bundesanwaltschaft stinkt zum Himmel. (Ulla Jelpke)

... nachdem mich bereits gestern Vertreter von Wikimedia angerochen haben ... (Katina Schubert)

VERSTAND

Hier ist Sachverstand gefragt, nicht unser Büro! (Georg Fehst)

Sicher hat es auch Probleme gegeben. Dazu ist die Organisation ja da. (Karl Holluba)

Ab morgen schicken wir die Unterlagen zur Urabstimmung auch an die, von denen wir keine Adressen haben. (Axel Troost)

Können Sie sich den Unsinn, den Sie in der letzten Plenumsitzung erzählt haben, selbst nicht merken, oder warum wollen Sie das heute noch einmal wiederholen? – Ja, liebe CDU, die Apokalypse ist nah, die Nudeln werden auch immer teurer, und daran ist nur der Kommunismus und Oskar Lafontaine schuld. (Udo Wolf)

WICHTIG UND GUT

Öffentlich, weil es wichtig für alle ist! Veranstaltung fällt leider wegen einer krankheitsbedingten Absage ... aus! (www.linke-giessen.de)

Zum Thema »Gute Arbeit« spricht Michael Schlecht. (Lothar Bisky)

Bewerbung für den letzten Listenplatz der Landesliste: Meine Voraussetzungen sind optimal, ich bin nicht im Landesvorstand (Trennung von Amt und Mandat), kein Mitglied der DKP, auch kein Gewerkschaftsfunktionär und studiert habe ich auch nicht. (Johann Spanier)

Tagesordnungspunkt 22 und Teile des Tagesordnungspunktes 23 können in die Zählpausen zwischen den Wahlgängen eingestreut werden. (Parteitag NRW)

Wir müssen die Termine besser koordinieren für Promis, Semipromis und Abgeordnete. (Patrick Humke-Focks)

Ich werde eine Übersicht vorlegen, wer wann und wo gereinigt wird. (Gerd Buddin)

WIR

Seit nunmehr drei Legislaturperioden – in jeder Bezeichnung, in der meine Partei existiert hat, einmal – habe ich ... (Gudrun Tiedge)

So viele Mitglieder wie unser Durchschnittsalter ist, haben Sie nicht einmal! (Peter Porsch)

Wir sind die einzige Partei, wo die Mitglieder wachsen. (Dietmar Bartsch)

Meine Damen und Herren! Wenn ich nicht so heißen würde, würde ich sagen: Wer es glaubt, wird selig! (Marion Seelig)