Disput

Tjark Sauer

Geboren 1979. Seit 2001 Studium der Politikwissenschaft an der Uni Gießen, seit 2004 Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung. War Schülersprecher und Studierendenvertreter. Wurde im März 2006 Stadtverordneter für DIE LINKE und kandidiert am 27. Januar bei der hessischen Landtagswahl im Wahlkreis Gießen I. Viel Erfolg!

Was hat Dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Dass das Verwaltungsgericht Gießen die Erhebung von Studiengebühren in Gießen ausgesetzt und in Marburg die Uni zur Rückzahlung verpflichtet hat. Ein juristischer Erfolg vorm Hessischen Staatsgerichtshof würde die Überraschung perfekt machen.

Was ist für Dich links?

... das Eintreten für eine radikale Demokratisierung der Gesellschaft, für eine Sozialpolitik im Interesse der Schwächeren oder Geschwächten und für eine antikapitalistische, antifaschistische und solidarische Gesellschaft.

Wie sieht Arbeit aus, die Dich zufrieden macht?
Sie ist erfolgreich. Am Besten in der Durchsetzung der politischen Ziele, aber natürlich auch insofern, dass es gelingt, Menschen zum Mitmachen zu aktivieren, die neoliberale Hegemonie wenigstens in kleinen Teilen zu durchbrechen oder Mitmenschen zu helfen.

Wenn Du Parteivorsitzender wärst ...

... würde ich großen Wert auf eine demokratische innerparteiliche Organisation und Auseinandersetzung legen. Nicht nur an der Stelle müssen wir deutlich machen, dass wir mehr Demokratie wollen und auch in dieser Hinsicht besser sind als andere Parteien.

Was regt Dich auf?
Wenn Regierende ernsthaft behaupten, sie würden sich von »DemonstrantInnen«, die auf der Straße politische Forderungen stellen, nicht erpressen lassen; schließlich seien sie die gewählten Volksvertreter. Das offenbart undemokratisches Politikverständnis.

Wann und wie hast Du unlängst Solidarität gespürt?
Zum Gerichtsprozess wegen einer Blockade der B 3a in Marburg während der Studierendenproteste sind letztlich viele Unterstützer/innen gekommen, um deutlich zu machen: Betroffen sind einige – gemeint sind wir alle!

Wovon träumst Du?
… dass es nicht so oft regnet und nicht so kalt ist, wenn wir am Infostand stehen.

Möchtest Du (manchmal) anders sein, als Du bist?

Gelegentlich. Zum Beispiel, wenn ich mal wieder sechs Stunden Stadtverordnetensitzung mit viel Theater und wenig Output absitze. Da wäre ich manchmal gerne unpolitisch – oder würde besser gesagt gerne gesellschaftliche Veränderung mitgestalten, statt Teil des politischen Theaters zu sein.

Wann fühlst Du Dich gut?
Wenn ich ein bisschen Stress habe.

Wo möchtest Du am liebsten leben?

Geographisch betrachtet bin ich flexibel. Ich lebe gerne in Gießen. Aber ich freue mich auch, mal größere Städte näher kennenzulernen.

Wovor hast Du Angst?
Vor einer Niederlage mit meinem Fußballteam, der Durchtrainierten Linken, in der Bunten Liga. Da bin ich gelegentlich ehrgeizig. Habe aber leider schon oft genug verloren …

Welche Eigenschaften schätzt Du an Menschen besonders?
Ich mag Menschen, auf die ich mich verlassen  und denen ich vertrauen kann. Ich schätze es, wenn Menschen offen und energisch für ihre Positionen und Interessen eintreten.