Disput

Mal laut, mal leise

Die LINKE-Fete

Das pralle Programmheft zum Fest der Linken wurde eins zu eins mit Leben erfüllt. Sprich 80 Veranstaltungen und über 70 Informations- und Verkaufsstände. Mehr als 10.000 Besucher kamen an den drei Tagen in die Berliner Kulturbrauerei.

Die Zeit war reif, endlich wieder ein eigenes Volksfest auf die Beine zu stellen und nicht weiter neidisch auf das legendäre Fest der »Humanité« in Paris schauen zu müssen. Das einjährige Bestehen der LINKEN und das 50. Pressefest des »Neuen Deutschland« waren Anlass genug, die Organisation als »Experiment« gleich mit vier Veranstaltern (Partei, ND, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Bundestagsfraktion) zu wagen. Heraus kam ein beliebter Kessel Buntes: mit großer Talkshow mit Gregor Gysi und Rudolf Dreßler (SPD), Berliner Runde mit Vertretern anderer Parteien, Kinderfest und Konzerten von Swing Dance bis HipHop. Ein Lesemarathon mit mehreren Autoren füllte im Stundentakt die Literaturwerkstatt. Dazu gab’s Diskussionen, Auskünfte von Olympioniken, eine vergnügliche Stunde mit Täve Schur, den Auftritt des Ernst-Busch-Chores und und und. Eine unvollständige Aufzählung, unbedingt zu ergänzen mit dem Verweis auf die Fußball-EM-Übertragung auf Großflächen und das entsprechende Fanpublikum. Eine erste Bilanz: In relativ kurzer Zeit wurde ein Fest etabliert, das wachsen soll und – noch moderner, vielfältiger und offener für eine breite linke Szene – 2009, wieder im Juni, tausende Gäste anlocken wird. Den Titel einer Rezension in der FAZ »Das Schreiten Seit’ an Seit’ wird immer neu geübt« finde ich nicht verkehrt. So kann es sein.

Gert Gampe