Disput

Katharina Lindner

Geboren 1980 in Eisenach (Thüringen). Sie lernte Industriekauffrau und studiert seit 2003 Germanistik und Soziologie in Oldenburg. Autorin (zwei Romane). War Trainerin und Rettungsschwimmerin, wurde Mitglied der LINKEN (2006) und ist Kreissprecherin in Oldenburg-Land.

Was hat Dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Die Resonanz auf meine im Internet veröffentlichte Satire »Merkel-Gustav«, die politische Inhalte auf die Schippe nimmt. Ich bekomme zahlreiche Rückmeldungen, wenn der neue »Gustav« dienstags auf unserer Homepage des Kreisverbandes Oldenburg-Land erschienen ist (www.dielinke-oldenburg-land.de).

Was ist für Dich links?
Soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Chancengleichheit, Frieden und eine lebenswerte Umwelt in die Gesellschaft zu bringen. Sich für Schwächere und Benachteiligte einzusetzen. Nicht feige und angepasst den Mund zu halten, weil es eigene Vorteile bringt.

Worin siehst Du Deine größte Schwäche, worin Deine größte Stärke?
Schwäche: Bei den Gaben des Lebens ist die Geduld bei mir vergessen worden.
Stärke: Ich bin begeisterungsfähig und, wenn es mich gepackt hat, auch bereit, alles für mein jeweiliges Ziel zu geben.

Was war Dein erster Berufswunsch?
Schriftstellerin, und das hat dann ja auch geklappt.

Was regt Dich auf?

Lügen, Ungerechtigkeit, Polemik, Intoleranz. Und Leute, die sich auf Kosten ihrer Mitmenschen bereichern, während andere am Existenzminimum leben, wie minderwertige Objekte behandelt werden oder sich kaputt rackern müssen.

Wie hast Du unlängst Solidarität gespürt?

Die Betreuungssituation in Deutschland ist ein Skandal, und auch ich bin oft in Not, wenn Seminare, Sitzungen und andere Veranstaltungen anstehen. Es ist einzig eine türkische Familie aus meinem Bekanntenkreis, die mir mein politisches Engagement ermöglicht, indem sie gern meinen Sohn zu sich nimmt.

Wovon träumst Du?
Mein Traum ist, dass die Gesellschaft so ist, wie sich mein Freundeskreis aufbaut: Alt und Jung, Mann und Frau, Homosexuelle und Heterosexuelle, Behinderte und Nichtbehinderte, Deutsche und Nichtdeutsche, Akademiker und Arbeiter, Künstler und Pragmatiker.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Mir imponieren Menschen, die den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen, um ihren Überzeugungen treu zu bleiben.

Was bringt Dich zum Weinen?

Nachrichten zu schauen würde eigentlich ausreichen. Aber ich weine nicht, sondern werde lieber aktiv und versuche, Dinge zu ändern, die ich traurig, schockierend oder schlicht unzumutbar finde.

Wovor hast Du Angst?
Vor Menschen, die über Macht verfügen und diese rücksichtslos ausnutzen.

Welche Eigenschaften schätzt Du an Menschen besonders?

Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Einfühlungsvermögen, Toleranz. Angenehm finde ich zudem eine ausgewogene Mischung von Bodenständigkeit und der Fähigkeit, zu träumen – immer ein Stück über dem Boden, ohne die Haftung zu verlieren.

Wie lautet Dein Lebensmotto?

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.