Disput

Tour mit Verlängerung

DIE LINKE unterwegs in Deutschland. Eine begegnungsreiche Informationsreise durch 29 Städte und Gemeinden

Wo die Reise enden würde, ahnte zu Beginn niemand. Am 26. August 2008 startete in Leipzig der Tour-Bus der Bundestagsfraktion DIE LINKE zu einer knapp 5.000 Kilometer langen Informationsreise durch die Republik. Unter dem Motto »Gute Arbeit, gute Löhne, gute Rente« machte der Tross Station in 29 Städten und Gemeinden in zwölf Bundesländern.

Ein Tour-Bus, mit knallrotem Anhänger 12 Meter lang, der sich durch die Gassen der Trierer Innenstadt schlängelte, erregte Aufmerksamkeit. Vielerorts fanden sich Schaulustige ein, während Helfer in roten T-Shirts das Vehikel entluden und Tische und Sonnenschirme aufstellten.

Bereits nach wenigen Stationen war klar: DIE LINKE kommt an. Überall nahmen Bürgerinnen und Bürger Zeitungen und Flugblätter der Bundestagsfraktion entgegen. »In Berlin regiert das Kapital. Nur DIE LINKE gibt Kontra«, lobte in Neu-Ulm ein Schwabe. Als auf dem Marktplatz in Aachen eine Zeitung mit den Konterfeis von Gregor Gysi und Oskar Lafontaine auf den Boden fiel, bückte sich eine junge Frau. »Die beiden kann man doch nicht liegen lassen«, sagte sie lachend.

Im studentisch geprägten Marburg belagerten trotz Regens interessierte Schülergruppen den Info-Stand. Viele Bürgerinnen und Bürger fragten, warum DIE LINKE kein Programm habe. Das von der Bundestagsfraktion herausgegebene Flugblatt mit 100 wichtigen Gesetzesinitiativen überraschte und befriedigte die meisten.

Doch es gab auch andere Reaktionen. Im konservativen Karlsruhe zischte ein Rentner im Vorbeigehen: »Erschießen, die Kommunisten!« Abfällige oder gar feindliche Bemerkungen bildeten jedoch die Ausnahme.

Die diesjährige Informationsreise war bereits die dritte ihrer Art. 2006 berichteten Revolutionäre aus Südamerika unter dem Titel »Meet the Revolution« von ihren Erfahrungen in Bolivien und Venezuela. Im letzten Jahr, kurz vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm, lautet das Motto »No G8«.

Die Reise endete übrigens nach einem Monat außerplanmäßig in Bernau in Brandenburg. Wegen der guten Resonanz war sie um zwei Tage verlängert.

Ruben Lehnert