Disput

Anja Mayer

Jahrgang 1979. Anja ist Arzthelferin und studiert Soziologie, Philosophie und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Sie engagiert sich im Kreisvorstand der LINKEN in der bayrischen Landeshauptstadt und nervt ihre Umgebung, sich gegendert auszudrücken.

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Die 6,5 Prozent für DIE LINKE zur Bundestagswahl in Bayern.

Was ist für dich links?

Ein Kontinuum mit den Dimensionen Inklusion / Exklusion, Demokratie / Autoritarismus und soziale Gestaltung / Marktkräfte. Oder anders gesagt: die gute Seite.

Worin siehst du deine größte Schwäche, worin deine größte Stärke?
Manchmal größte Schwäche, aber prinzipiell größte Stärke: meine Offenheit.

Was war dein erster Berufswunsch?
Kindernotärztin im Hubschrauber.

Wie sieht Arbeit aus, die dich zufrieden macht?
Viel Veränderungs- und Gestaltungsraum, Kreativität und Freiheit. Und das bitte in einem toll eingerichteten Büro mit Spielecke.

Wenn du Parteivorsitzende wärst ...
… würde ich ketterauchend alle ein bisschen nerven und das Karl-Liebknecht-Haus pink anstreichen, aber hoffentlich auch andere von moderner linker, emanzipatorischer Politik überzeugen können.

Was regt dich auf?
Unverbesserliche Dummheit.

Wann und wie hast du unlängst Solidarität gespürt?
Eigentlich ständig – von GenossInnen, die mir sogar beim Studieren helfen und in schwierigen Situationen zuzwinkern.

Wovon träumst du?
Vom Unmöglichen.

Wofür gibst du gern Geld aus?

Für Bücher und pinke Sachen.

Möchtest du (manchmal) anders sein, als du bist?
Jetzt hab ich mich schon an mich gewöhnt …

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Eigentlich nicht, denn wir sind doch jeden Tag von Personen umgeben, die irgendwie ein bisschen Heldin/Held sind.

Wann fühlst du dich gut?
Ich gebe zu: ziemlich oft.

Wo möchtest du am liebsten leben?

In einer emanzipatorischen und gerechten Gesellschaft. Falls das nicht gleich geht, wäre etwas mehr Sonne für den Anfang nicht schlecht.

Mit wem lachst du besonders gern?

Mit Freundinnen und Freunden über Alltägliches.

Was bringt dich zum Weinen?

Wenn ich andere leiden sehe. Und manchmal die »Tagesthemen«.

Wovor hast du Angst?
Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen. Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben. (Primo Levi)

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?

Wenn Menschen »ohne Geländer denken«. (Hannah Arendt)