Disput

Carolin Reith

29 Jahre, hat Anglistik studiert und war Mitglied der Hochschulgruppe in Hannover. Derzeit wirkt sie im Koordinationskreis des Rosa-Luxemburg-Clubs Hannover sowie im Frauenpolitischen Ratschlag mit. Wohnt in Hameln in Niedersachsen. Verbringt die Freizeit am liebsten im Kino oder beim Schwimmen.

Was hat Dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Dass die laut Medien jedes Jahr massiver werdende Grippewelle dieses Mal an mir vorbei gezogen ist und dass Obama ins Weiße Haus eingezogen ist. Beides positive Überraschungen!

Was ist für Dich links?
Für die Menschen bestmögliche Bedingungen zu schaffen, damit sie die Freiheit haben, ihr Leben so gestalten zu können, wie sie es möchten, aber trotzdem untereinander solidarisch bleiben. Konkret heißt das, vor allem ein gutes Sozialsystem zu schaffen, sodass alle Menschen die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe bekommen und einer für sie sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen können – ob das Erwerbsarbeit sein muss, lasse ich hierbei offen.

Was war Dein erster Berufswunsch?
Löwendompteurin.

Wie sieht Arbeit aus, die Dich zufrieden macht?
Sinnstiftend und leidenschaftserweckend. Sie trägt dazu bei, etwas Gutes für andere und sich selber zu erreichen: politisch, kulturell, menschlich. Dazu kommen die richtigen Arbeitsbedingungen, die Raum zur Entwicklung lassen, nicht hierarchisch sind und andere Bereiche des Lebens nicht vollständig erdrücken.

Wenn Du Parteivorsitzende wärst ...
würde ich die erfolgreiche Arbeit von Lothar Bisky und Oskar Lafontaine fortsetzen und Lady Bitch Ray zur Ehrenvorsitzenden machen.

Was regt Dich auf?
Dass Menschen Gegebenheiten, die veränderbar sind, als unausweichlich akzeptieren und sich teilweise im gepflegten Pessimismus einrichten, anstatt Alternativen zu suchen.

Wann und wie hast Du unlängst Solidarität gespürt?
Gestern: Jemand half einer alten Dame ihren schweren Koffer aus dem Gepäckfach der S-Bahn zu heben. In den kleinen Gesten des Alltags fängt alles an.

Möchtest Du (manchmal) anders sein, als Du bist?
Es gibt Tage, da mag ich mich, und andere, an denen es schwer ist, mich selbst auszuhalten. In der Regel überwiegt aber die Zufriedenheit.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Da halte ich es mit David Bowie »we could be heroes just for one day«, obwohl es nicht immer nur ein Tag sein muss. Vorbilder sind wichtig, aber jede/r sollte an die eigenen Talente glauben, diese pflegen und verwirklichen können.

Wann fühlst Du Dich gut?
Wenn der Wecker nicht allzu früh klingelt.

Wo möchtest Du am liebsten leben?
In der Nähe des Meeres. Wasser hat eine sehr beruhigende Wirkung auf mich und vermittelt das Gefühl von Freiheit und Kraft.

Welche Eigenschaften schätzt Du an Menschen besonders?
Generell ist es spannend, die Besonderheiten an jedem Menschen zu entdecken. Guten Humor schätze ich aber besonders und Authentizität.