Disput

Kristin Hofmann

24 Jahre, Dresdnerin, studiert Geschichte und Germanistik. Im Fachschaftsrat und Studentenrat der TU aktiv und auch in der landesweiten Studierendenvertretung. Seit 2005 in der Partei. Mitglied des Stadtvorstandes. Hofft auf viele MitdemonstrantInnen gegen Nazis am 14. Februar in Dresden. Versucht sich derzeit in einem Kurs an Lateinamerikanischen Tänzen.

Was hat Dich in letzter Zeit am meisten überrascht?

Wie viele Milliarden man faktisch über Nacht weitestgehend diskussionslos versprechen kann. Nach all den vielen Milliarden der letzten Monate kommt einer/einem das Jahresgehalt Ackermanns plötzlich ganz popelig vor.

Was ist für Dich links?

Ach Gottl, Billy Bragg, ein englischer Rockmusiker, hat sich einmal als »socialist of the heart« bezeichnet.

Worin siehst Du Deine größte Schwäche, worin Deine größte Stärke?

Ich bin schnell eingeschnappt. Genauso schnell schnappe ich aber auch wieder aus. Außerdem bin ich recht vergesslich, wenn ich mich recht erinnere. Ich kann gut mit Pflanzen.

Was war Dein erster Berufswunsch?

Die Frau von der Flaschenannahme im Konsum fand ich in jungen Jahren toll.

Wie sieht Arbeit aus, die Dich zufrieden macht?

Ganz viel Freiraum. Mit dem einen oder anderen freundlichen Korrektiv. Davon abgesehen bedarf es dringend einer Neudefinition des Arbeitsbegriffes. Aber das ist ja auch nichts Neues.

Was regt Dich auf?

Dass die Studierenden ihre Funktion als kritische Masse weitestgehend eingebüßt haben und viele, die das erkannt haben, resignieren.

Wovon träumst Du?

Von einer Welt, in der mich niemanden nach meinen Träumen fragt.

Wofür gibst Du gern Geld aus?

Gern ist zuviel gesagt. Aber sonst für Kartoffelchips und Reisen. Zuweilen auch für noch größeren Unfug.

Möchtest Du (manchmal) anders sein, als Du bist?

Nein zu schreiben wäre gelogen, und ich denke, damit befinde ich mich in guter Gesellschaft. Das Wann ist, wie könnte es anders sein, situationsabhängig. Erst letztens war ich krank, und dabei wollte ich doch gesund sein.

Müssen Helden und Vorbilder sein?

Vorbilder nein, sonst wird man leicht zum Abbild. Heldinnen und Helden schon eher. Denn man braucht Menschen, die einer/m dabei helfen, sich nach Niederlagen wieder an ihnen aufzurichten. Außerdem sichern HeldInnen die Zukunft des Bekenner-T-Shirts.

Wo möchtest Du am liebsten leben?

Eigentlich in einer Welt, die so ist, wie die, welche wir in den meisten Programmen und Leitanträgen skizzieren. Ein Monat Südsee im Dezember wäre eine vorläufige Lösung.

Was bringt Dich zum Weinen?

Ganz schlechte Frage. Ich habe nicht nahe am Wasser gebaut, sondern wohne emotional in Venedig.

Wovor hast Du Angst?

Vor Gewalt. In welcher Form auch immer. Und vor Schwangerschaftsstreifen, bevor ich überhaupt schwanger werde.

Welche Eigenschaften schätzt Du an Menschen besonders?


Absolute Ehrlichkeit, so formuliert, dass sie nicht verletzt. Wenn Menschen bei aller Prinzipientreue auch mal etwas egal sein kann. Mitgefühl.