Disput

Zehn Tipps für »Zehn plus X«

Von Bundeswahlkampfleiter Dietmar Bartsch

In gut einer Woche, am 27. September, geht das Wahljahr 2009 in seine letzte Runde. Gewählt werden der 17. Deutsche Bundestag und die Landtage von Brandenburg und Schleswig-Holstein. Vor allem vom Ergebnis der Bundestagswahl hängt es ab, ob DIE LINKE tatsächlich von einem »Superwahljahr« sprechen kann. Die Ausgangsbedingungen haben sich mit unseren Ergebnissen bei den Landtagswahlen im Saarland, in Thüringen und Sachsen sowie bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen weiter verbessert. Unser Wahlziel für die Bundestagswahl lautet »10 Prozent plus X«. Das können wir gut schaffen, vorausgesetzt, wir legen alle Kraft in den Schlussspurt. Immer mehr Menschen treffen ihre Wahlentscheidung erst in letzter Minute, also muss auch der Wahlkampf bis in den Wahltag hinein gehen.
Ich möchte zehn Tipps geben für »Zehn plus X«:

1. Auf den Plakaten, die wir bundesweit kleben, kommen unsere wichtigsten Inhalte zum Ausdruck: Mindestlohn gerade jetzt! Gegen die Rente ab 67! Hartz IV abwählen! Reichtum besteuern! Mehr Geld für Bildung, nicht für Banken! Raus aus Afghanistan! Wir werden an den Schwerpunkten dranbleiben, die bereits bisher unser Handeln bestimmt haben. Von der Oppositionsbank aus wird DIE LINKE die künftige Bundesregierung permanent dazu anhalten, ihre Politik in genau diese Richtungen zu verändern. Das sollen unsere Wählerinnen und Wähler wissen, das müssen wir ihnen jetzt sagen!

2. Besonders die nächsten Tage wollen wir nutzen, nachdrücklich auf die Möglichkeit einer Briefwahl aufmerksam zu machen. Wer, aus welchen Gründen auch immer, unsicher ist, am Wahlsonntag das Wahllokal aufsuchen zu können, sollte davon Gebrauch machen. Die Zeit drängt, der letzte Termin für die Beantragung von Wahlscheinen und Briefwahlunterlagen ist zwei Tage vor der Wahl, also Freitag, der 25.  September 2009, um 18.00 Uhr. Wie es praktisch geht, steht unter anderem auf der Wahlbenachrichtigung, die alle Wählerinnen und Wähler erhalten haben.

3. Unser wichtigstes Werbemittel an Infoständen und zur Straßenverteilung ist jetzt die Wahlzeitung. Das locker aufgemachte Blättchen enthält eine Menge Informationen über unsere Partei, unsere Positionen, Forderungen und Ziele und über unsere Kandidatinnen und Kandidaten. Wichtig ist es, sich damit nicht hinter Infotischen oder gar in Vereinszimmern zu verschanzen, sondern offen auf die Leute zuzugehen und das Gespräch zu suchen. Die Wahlzeitung kann da die Brücke schlagen.

4. In den Tagen unmittelbar vor der Bundestagswahl wollen wir einen Brief von Gregor Gysi und Oskar Lafontaine, unseren beiden Spitzenkandidaten, an die Wählerinnen und Wähler in möglichst viele Briefkästen stecken. Dafür werden überall helfende Hände gebraucht.

5. In unseren Geschäftsstellen muss jetzt das Schlussverkauf-Motto gelten: Alles muss raus! Unsere Plakate, Broschüren und sonstigen Werbemittel haben am Abend des 27. September ihren Wert verloren. Bis dahin helfen sie uns beim Ringen um jede Stimme. Der Wahlkampf kostet leider auch eine Menge Geld, da darf kein Euro umsonst ausgegeben sein. Übrigens: Ein Wahlziel haben wir schon erreicht, denn unser Spendenbarometer weist seit geraumer Zeit mehr als 500.000 Euro aus. Das ist vor allem deshalb so wichtig, weil von den Bundestagsparteien einzig DIE LINKE nichts von den Banken, Versicherungen und Konzernen herübergereicht bekommt. Deshalb ein herzliches Dankeschön allen Spenderinnen und Spendern – und natürlich freuen wir uns auch weiter über jeden Euro!

6. Die Kundgebungen erfüllen eine wichtige Funktion im Wahlkampf, denn dort entstehen die Bilder für die Zeitungen und das Fernsehen. Ich bitte unsere Genossinnen und Genossen, dafür zu werben und selbst mit Kind und Kegel, mit Fahnen und Transparenten teilzunehmen. Bundesweit werden wir große Kundgebungen durchführen mit unseren Kandidatinnen und Kandidaten, aber natürlich auch mit Musik und Unterhaltung. Ich will ganz besonders hinweisen auf die Veranstaltung der LINKEN am Freitag, dem 25. September, von 15.00 bis 17.00 Uhr auf dem Berliner Alexanderplatz.

7. In allen Landes- und Kreisverbänden werden Vorbereitungen getroffen für den sogenannten 48-Stunden-Wahlkampf. Das ist dann wirklich der Endspurt, bei dem wir mit originellen Ideen und Aktionen auf die Wählerinnen und Wähler zugehen werden. Je mehr Mitglieder und Freunde der Partei mit von der Partie sind, desto zahlreicher können wir in Einkaufspassagen und in Kneipen, vor Stadien oder auf Volksfesten präsent sein. Unmittelbar vor dem Wahltag soll an vielen Orten sichtbar sein: Hier ist DIE LINKE!

8. Das Allerwichtigste ist natürlich: Am Sonntag, dem 27. September, wählen gehen! Selbst den Gang ins Wahllokal nicht vergessen und – sicher ist sicher – vielleicht auch noch mal kurz bei Freunden, Kindern, Enkeln anrufen! Erst kürzlich, am 30. August, hat sich wieder gezeigt: Eine hohe Wahlteilnahme ist gut für DIE LINKE und hilft, die Nazis aus den Parlamenten rauszuhalten. Wählen ist einfach: Jede Stimme für DIE LINKE. Ganz sicher geht, wer die Erststimme der Kandidatin oder dem Kandidaten der LINKEN im Wahlkreis und die Zweitstimme der Landesliste der LINKEN gibt. Das ist der beste Weg für mehr Druck von links. Im Zweifelsfall gilt: »Die Zweite zuerst!«, denn mit der sogenannten Zweitstimme entscheiden die Wählerinnen und Wähler über die Stärke der Fraktionen im künftigen Bundestag.

9. Wahlkampf ist eine kollektive Anstrengung, da gehört es einfach dazu, nachgetaner Arbeit auch gemeinsam zu feiern. Vielerorts werden Wahlpartys vorbereitet, ich freue mich schon auf unser großes Fest am Wahlabend in der traditionsreichen Berliner Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg.

10. Bevor dann Zeit ist für Luftholen und Auftanken, werden es unsere Vorstände nicht vergessen, unseren Wählerinnen und Wählern, unseren Kandidatinnen und Kandidaten und ganz besonders unseren Wahlkampfaktivistinnen und -aktivisten ein großes Dankeschön zu sagen. Ich bin gewiss, wir werden allen Grund dazu haben!