Disput

Dierk Kunow

Geboren im April 1955. War 13 Jahre NVA-Offizier, arbeitet jetzt in der kleinen Druckerei seiner Frau. Dierk ist stellvertretender Kreisvorsitzender Görlitz, Mitglied des Landesrates Sachsen und verantwortlicher Redakteur der »kleinen« Zeitung der LINKEN.Görlitz. Seine Hobbys: Fußball, Tischtennis, französische und englische Geschichte.

Was ist für dich links?
Eine Seite vom Standpunkt der Mitte aus betrachtet, und ich hoffe der Weg von der menschlichen Barbarei zur Zivilisation.

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Die (Nicht)Personalpolitik der LINKEN.

Worin siehst du deine größte Schwäche, worin deine größte Stärke?
Dass ich mir das Rauchen nicht abgewöhnen kann ist schon schwach.
Meine Ausdauer, für ein bestimmtes Ziel hartnäckig bis zur Realisierung zu arbeiten, gehört wohl eher zu meinen Stärken.

Was war dein erster Berufswunsch?
Pilot.

Wie sieht Arbeit aus, die dich zufrieden macht?
Wenn sie mir Spaß macht und ich damit meinen Unterhalt und den meiner Familie erarbeiten kann – also genau das, was ich derzeit mache.

Wenn du Parteivorsitzender wärst ...
... würde ich meine Amtszeit auf zwei Wahlperioden beschränken.

Was regt dich auf?
Wenn ein linker Politiker mir etwas von »Sachzwängen« als Grundlage seiner Entscheidung erklären will.

Wann und wie hast du Solidarität gespürt?
Als ich vor ca. 12 Jahren im Kopf etwas krank wurde und mir Genossinnen und Genossen in meinem Unternehmen geholfen haben, dass es weitergehen konnte.

Wovon träumst du?
Meine Nachtträume habe ich morgens wieder vergessen. Aber am Tag träume ich öfters von der Festlegung einer Mandatszeitbegrenzung für Berufspolitiker, zumindest bei den LINKEN.

Wofür gibst du gern Geld aus?
Für Halloren-Kugeln (Schoko/Eierlikör), historische Romane (besonders englische und französische Geschichte) und Musik von Gruppen, die ich in meiner Jugendzeit nicht hören und sehen konnte oder vielleicht auch nicht wollte.

Möchtest du (manchmal) anders sein, als du bist?
Nicht wirklich. Rückblickend gesagt, wäre es nicht schlecht gewesen, wenn ich mir hätte einiges am A... vorbeigehen lassen.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
In einer bestimmten Entwicklungsstufe sollte es Vorbilder schon geben. Mein Vater war lange Zeit für mich ein solches. Aber mit zunehmendem Alter sind es die Taten unterschiedlicher Persönlichkeiten, die für mich bedeutsam sind. So Mahatma Gandhi, seine pazifistische Form des Kampfes, ohne mich selbst einen Pazifisten zu nennen – dafür fehlt mir der Mut.

Wann fühlst du dich gut?
In der Familie, unter Freunden und wenn ich einmal im Jahr mit meinem gelben Auto für eine Woche nach Istrien fahren kann.

Wo möchtest du am liebsten leben?
In einem Land, in dem Neid und Missgunst nur noch aus der Geschichte bekannt sind.

Was bringt dich zum Weinen?
Wenn Menschen, Tiere oder die Natur geschunden, gequält oder vernichtet werden, und das kommt täglich – also viel zu oft – vor.

Wovor hast du Angst?
Wenn die Staaten der heiligen westlichen »Zivilisation« der Gradmesser für das Leben auf dem ganzen Erdball sein sollten.

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?
Ehrlichkeit, Prinzipienfestigkeit, gepaart mit Toleranz und den Blick für das Wesentliche.

Wie lautet dein Lebensmotto?
Mein Glas ist immer halb voll und nie halb leer.