Disput

Claudia Schwabe

Die gelernte Kauffrau ist Büroleiterin bei der Fraktion in Bremen. Zuvor hat sie viele Jahre feministische Mädchenarbeit mitentwickelt. Ihre politischen Wurzeln liegen in der autonomen Szene sowie in der Projektkultur. In der LINKEN engagiert sie sich vor allem in der Frauenpolitik. Hobbys: Kino, tanzen, lesen, reisen, Kanu/Kajak fahren.

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Die Einladung zum 20-jährigen Bestehen des interkulturellen Mädchentreffs »Gewitterziegen« mit der Erkenntnis, dass Visionen sich in der Gesellschaft verankern können.

Was ist für dich links?
Eine solidarische Gesellschaft, in der jede/r einen Platz hat, der ihren/seinen Bedürfnissen, Neigungen und Fähigkeiten entspricht.

Worin siehst du deine größte Schwäche, worin deine größte Stärke?
Meine Ungeduld ist eine meiner größten Schwächen, und ich glaube, meine Bereitschaft, mich mit Herzblut zu engagieren, ist meine größte Stärke.

Was war dein erster Berufswunsch?
Mit 16 wollte ich Jura studieren, weil ich dachte, damit Einfluss auf ungerechte Verhältnisse nehmen zu können.

Wenn du Parteivorsitzende wärst ...
... würde ich mich wahrscheinlich wahnsinnig danebenbenehmen, weil ich eine familiär bescheinigte »zu große Klappe« habe.

Was regt dich auf?
Sexistisches und rassistisches Handeln und Denken in unserem Alltag.

Wann und wie hast du unlängst Solidarität gespürt?
Auf einer Veranstaltung der »Karawane für Flüchtlinge«, auf der Bilder vom Festival in diesem Jahr gezeigt wurden, begleitet von einem superleckeren Buffet aus allen Teilen der Welt.

Wovon träumst du?
Immer noch und immer wieder von einer Welt, in der es gleiche Chancen für alle gibt in Bezug auf Nahrung, Gesundheit, Bildung, Arbeit und dann vor allem auch Spaß.

Wofür gibst du gern Geld aus?
Für soziale Projekte und Menschen, die mich berühren.

Möchtest du (manchmal) anders sein, als du bist?
Früher war ich vehementer in meiner Kritik. Heute finde ich mich manchmal fast zu moderat, wahrscheinlich eine Frage des Alters.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Ja, Menschen wie Nelson Mandela bewegen die Welt, die Herzen und die Köpfe. Aber auch Frauen und Männer in meinem nahen Umfeld, die sich sensibel und kritisch für eine bessere Welt engagieren.

Wann fühlst du dich gut?
Wenn ich auf dem Wasser treibe, im Kanu, im Schiff oder ohne alle Balken.

Wo möchtest du am liebsten leben?
In einem Wohnprojekt mit Blick auf Meer oder an einem See.

Mit wem lachst du besonders gern?
Mit Fatou, dem Mädchen aus Gambia, das ich im März dieses Jahres kennengelernt habe, kann ich über kleine und große Dinge des Lebens wunderbar lachen.

Was bringt dich zum Weinen?
Fast jeder zweite Kinofilm.

Wovor hast du Angst?
Wachsender Rechtsextremismus, hier und europaweit auch noch in parlamentarischen Formen, ist für mich ungemein beängstigend.

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?
Die Geduld im Umgang mit mir schätze ich insbesondere an meiner Liebsten.

Wie lautet dein Lebensmotto?
Hakuna matata, aus einem Film von Angelina Maccarone: »Alles wird gut«.