Disput

Laszlo Strzoda

25 Jahre, kommt aus Frankfurt am Main, lebt in Berlin und studiert dort Politikwissenschaft an der Freien Universität. Engagiert sich parteipolitisch in der Emanzipatorischen Linken und als Redakteur beim Magazin »prager frühling«. Hobby: Fußball im defensiven Mittelfeld der FSV Hansa 07 Kreuzberg.

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Leider die Unfähigkeit der LINKEN im Allgemeinen, die Finanzmarktkrise zugunsten eines postneoliberalen Gesellschaftsentwurfes zu nutzen.

Was ist für dich links?
... die bestehende Hegemonie zu kritisieren und sich für eine Verschiebung der derzeitigen Kräfteverhältnisse einzusetzen.

Worin siehst du deine größte Schwäche, worin deine größte Stärke?
Stärken und Schwächen sind eine Frage des gesellschaftlichen Kontexts, also relativ. Eine Stärke ist vielleicht die Fähigkeit, ausweichen zu können.

Was war dein erster Berufswunsch?
Ich glaube Fußballprofi.

Wie sieht Arbeit aus, die dich zufrieden macht?
Zufrieden wäre ich mit Arbeit, die nicht länger als vier Stunden pro Tag andauert und mir die Möglichkeit und notwendige Sicherheit bietet, mich mit anderen Dingen zu beschäftigen als der Angst, ob ich meine Rechnungen bezahlen kann oder nicht.

Wenn du Parteivorsitzender wärst ...
… würde ich derzeit versuchen, die Pluralität der linken Bewegung (Partei, soziale Bewegungen und Gewerkschaften) zu betonen.

Was regt dich auf?
Die Interessen linker Politik auf Erwerbsarbeit und Familie zu beschränken.

Wann und wie hast du unlängst Solidarität gespürt?
Ich glaube, Solidarität regelmäßig zu erleben, wenn meine Freunde und Freundinnen sich meiner Sorgen annehmen und versuchen, diese nachzuvollziehen.

Wovon träumst du?
Von der Möglichkeit des Möglichen.

Wofür gibst du gerne Geld aus?
Für Bücher von Foucault und Mouffe, Musik, gutes Essen, Reisen.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Heldinnen müssen vielleicht noch eher sein als Helden. Vorbilder bieten zumindest eine mögliche Orientierung und die Chance, sich auch kritisch an ihnen abzuarbeiten und zu emanzipieren.

Wann fühlst du dich gut?
Beim Lesen der neuesten Ausgabe des Magazins »prager frühling«.

Wo möchtest du am liebsten leben?
Überall auf der Welt ein bisschen.

Worüber lachst du besonders gern?
Über Woody-Allen-Filme.

Was bringt dich zum Weinen?
Unsere patriarchale Gesellschaft hat es irgendwie hinbekommen, dass das mit dem Weinen für mich nicht mehr funktioniert … traurig.

Wovor hast du Angst?
Nazis.

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?
Humor und Intelligenz schätze ich besonders bei meinen Freunden und Freundinnen.