Disput

Laura Wollny

Laura ist 22 Jahre jung und wohnt in Essen. Zurzeit studiert sie an der Universität Duisburg-Essen Chemie. Im Wahlkampf zur Landtagswahl am 9. Mai in Nordrhein-Westfalen engagiert sie sich als Direktkandidatin im Wahlkreis 68 (Essen-Süd).

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Dass ich alle Klausuren des vorigen Semesters auf Anhieb geschafft habe und jetzt schon mit meiner Bachelor-Arbeit anfangen konnte.

Was ist für dich links?
Für eine gerechtere Welt zu kämpfen, sowohl hier und im Kleinen und Speziellen als auch überall sonst und im Großen und Ganzen.

Worin siehst du deine größte Schwäche, worin deine größte Stärke?
Meine größte Schwäche ist, dass ich hoffnungslos chaotisch bin. Eine meiner Stärken ist, dass ich kritikfähig bin und versuche, aus meinen Fehlern zu lernen.

Was war dein erster Berufswunsch?
Primaballerina.

Wenn du Parteivorsitzende wärst ...
… würde ich dafür sorgen, dass ich weniger zu sagen hätte und die »normalen« Mitglieder mehr. Aber mit so einer Einstellung wird mensch wahrscheinlich gar nicht Parteivorsitzende.

Was regt dich auf?
Fast alles, was in den Nachrichten kommt. Aber noch mehr rege ich mich darüber auf, was alles so nicht in den Nachrichten kommt und was nicht öffentlich gemacht wird.

Wann und wie hast du unlängst Solidarität gespürt?
Während einer Straßenblockade beim Bildungsstreik im letzten Sommer. Nicht nur wir waren untereinander solidarisch und teilten unsere Süßigkeitenvorräte im Polizeikessel, der sich um uns herum bildete. Wir wurden auch von zu uns stoßenden Protestierenden lautstark unterstützt, die ihrerseits die Polizei einkreisten. Sie haben später juristischen Bestand und kleine Stärkungen besorgt. Das Gefühl, gemeinsam für eine Sache zu kämpfen und sich dabei auf andere verlassen zu können, war toll.

Wofür gibst du gerne Geld aus?
Leider habe ich nicht so viel Zeit an den Wochenenden, um mein Geld für wilde Partys auszugeben, deshalb gebe ich es meist für Bücher aus. Und ja, ich bin mir durchaus bewusst, dass sich das ziemlich langweilig anhört …

Wo möchtest du am liebsten leben?
Manchmal auf einer einsamen Insel, aber eigentlich bin ich mit dem Ruhrgebiet sehr zufrieden und das teile ich im Gegensatz zur Insel auch gerne mit anderen Menschen.

Was bringt dich zum Weinen?
Es ist schon fast peinlich, es zuzugeben: oft bei kitschigen Büchern und Filmen.

Wovor hast du Angst?
Davor, dass wir als Menschen es am Ende wirklich schaffen, unseren Planeten zugrunde zu richten.

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?
Verzeihen zu können, nicht nachtragend zu sein.

Wie lautet dein Lebensmotto?
Immer unterschiedlich, aber oft: Fortes fortuna adiuvat. – Nach unzähligen Jahren Schullatein frei übersetzt: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott (genauer, die Glücksgöttin Fortuna).