Disput

Sie hört einfach nicht auf

Elfriede Brüning ist 100. Herzlichen Glückwunsch!

Von Gert Gampe

Welch Biografie! Ihre Stationen: Kindheit im Kaiserreich, der literarische Anfang in der Weimarer Republik, Widerstand unter Hitler, Leben in der DDR und als »Waisenkind« in der BRD. So sieht sie sich heute, nicht angekommen in einem Land, wo der Kapitalismus ausufert und Frauen nicht wirklich gleichberechtigt sind.

Elfriede Brüning, aktives Mitglied der LINKEN, blieb immer ihrer Überzeugung treu und war trotzdem eine unbequeme Streiterin für einen demokratischen Sozialismus. Sie wurde mit 20 Mitglied der KPD, wollte von Anfang an Journalistin werden. Im Widerstand aktiv, verhaftet, vom Vorwurf des Hochverrats freigesprochen, kam sie irgendwie durch. Nach dem Krieg führte ihr Schaffen über Kulturbund, den »Sonntag« durch die Ereignisse von 1953, 1961 und die Wende. Sie konnte fast alles veröffentlichen. »Lästige Zeugen«, ein Buch über Stalins Gulag, erschien erst 1990. »Regine Haberkorn«, ein Buch aus der frühen DDR, handelt wie die meisten von zwischenmenschlichen Problemen und der Arbeitswelt.

Elfriede Brüning las am 4. November, vier Tage vor dem 100., im Karl-Liebknecht-Haus in Berlin aus frühen Werken. Schade, dass keine jungen Besucher dabei waren. Sie hat viel zu berichten. Und sie schreibt natürlich weiter.