Disput

Avante Camarada!

Portugals Linke im Bündnis gegen NATO-Gipfel. Eindrücke vom Fest der PCP

Von Lars Kleba

Weitläufiges Gelände, rote Fahnen überall, viele junge Menschen – das ist das »Festa do Avante« der PCP, der Kommunistischen Partei in Portugal. Das Fest findet auf dem parteieigenen Gelände in Seixal statt, unweit von Lissabon. In den Anfangsjahren hatten die Behörden die Veranstalter durch immer neue Auflagen und andere Behinderungen zu mehreren Ortswechseln gezwungen, bis es der Partei schließlich gelang, sich das heutige Festivalgelände zu sichern. Das »Festa do Avante« fand mittlerweile zum 34. Mal statt.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Aktionen der PCP steht die Vorbereitung der Gegenaktivitäten zum NATO-Gipfel im November in Lissabon. Die PCP ist Bestandteil eines breiten nationalen Bündnisses. »Ja zum Frieden, Nein zur NATO« lautet das Motto der Kampagne, die seit Ende 2009 auf Vorschlag der portugiesischen Friedensbewegung läuft und bereits im Januar eine erste Mobilisierungsveranstaltung durchgeführt hat. Ein Appell an das portugiesische Parlament wurde auf den Weg gebracht und ein Sommercamp für junge Leute veranstaltet. Für den 20. November ist eine Großdemonstration in Lissabon vorgesehen.

Der Generalsekretär der PCP, Jerónimo de Sousa, informierte die mehr als 40 Delegationen zum Pressefest über die Lage in Portugal und die Schwerpunkte der Arbeit der PCP, die in diesem Jahr bisher 1.200 neue Mitglieder gewonnen hat. Es gehe darum, Alternativen zum Umgang mit der Krise zu entwickeln. Gerade deshalb sei der europäische Aktionstag am 29. September von großer Bedeutung. Die europäische Linke müsse deutlich machen, dass sie andere Antworten hat als die Herrschenden. Deren einzige Antwort bestehe nämlich darin, die Banken zu schützen und die erwerbstätige und die erwerbslose Bevölkerung die Zeche zahlen zu lassen. Das »Festa do Avante« sei Teil des Protestes gegen diese Art der Politik, und die Teilnahme der vielen ausländischen Organisationen mache diesen Protest kraftvoller. Insoweit sei das Festa eine Fortsetzung der kürzlich stattgefundenen Demonstration von 300.000 Menschen gegen die Krisenbewältigungspolitik der Regierung. Die PCP wird – so die Information an die ausländischen Delegationen – am Präsidentschaftswahlkampf mit einem eigenen Kandidaten teilnehmen. Damit will sie die Verfassung verteidigen, die zumindest auf dem Papier die fortschrittlichste in Europa sei.

Vor allem die Proteste gegen die Krise, aber auch die Aktivitäten gegen den NATO-Gipfel waren häufigstes Thema am Stand der LINKEN. In einer Mischung aus Portugiesisch, Spanisch, Englisch sowie Hand und Fuß wurden die unterschiedlichsten Themen debattiert und dabei Kondome, Gummibärchen, Kugelschreiber, Bleistifte und vor allem der neue Imageflyer der LINKEN in portugiesischer Sprache von 10 Uhr bis weit nach Mitternacht verteilt. Anziehungspunkt war immer wieder die Rückwand mit dem Foto der Aktion unserer Bundestagsfraktion zum Gedenken an die Opfer von Kundus.

An den regionalen Ständen der PCP wurde mit leckeren Speisen und traditioneller Musik zum Gespräch gelockt. Der Jugendverband der PCP lud die vielen jungen Teilnehmer/innen in sein riesengroßes Zelt ein, um später gemeinsam auf verschiedenen Konzerten zu tanzen.

Am Ende der zweieinhalb Tage war das Material alle, waren die Standbetreuer/innen geschafft und dennoch zufrieden. Und die Gänsehaut, die sich beim internationalen Carvalhesa tanzen bildete, blieb noch eine Weile.

www.festadoavante.pcp.pt