Disput

Jan Wagner

Jahrgang 1985, wohnt in Naumburg an der Saale, studiert Bioinformatik, ist Mitglied im Friedenskreis Naumburg und in »was bewegen e. V. «. Fünf Jahre war Jan Stadtrat für DIE LINKE, nun kandidiert er für die Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 21. März 2011 im Wahlkreis 44.

Was ist für dich links?
Sich für eine friedlichere, emanzipiertere Gesellschaft einzusetzen.

Worin siehst du deine größte Schwäche, worin deine größte Stärke?
Ich denke, ich habe die Stärke, auch in unangenehmen Situationen ruhig und konzentriert zu bleiben. Dahin gehend ist es wohl meine größte Schwäche, nicht auch mal richtig auf den Tisch hauen zu können.

Was war dein erster Berufswunsch?
So richtig konkret: Mediziner, genauer gesagt Hämatologe.

Wie sieht Arbeit aus, die dich zufrieden macht?
Es ist immer sehr zufriedenstellend, wenn man eine Arbeit verrichtet, für die man Anerkennung verdienen und sich Auszeiten gönnen kann. Ob das handwerklich oder vorm Computer ist, spielt da aus meiner Sicht eine untergeordnete Rolle.

Wenn du Parteivorsitzender wärst ...
…wäre ich froh, keine groben Fehler meiner Vorgänger ausbügeln zu müssen – etwas, was DIE LINKE exklusiv zu haben scheint.

Was regt dich auf?
Wenn ich A meine, folgerichtig A sage, mein Gesprächspartner sogar A versteht, aber dann trotzdem alles zu B uminterpretieren muss.

Wann und wie hast du unlängst Solidarität gespürt?
Große Solidarität verspürte ich, als ich begann, mich im Jugendverband ['solid] zu engagieren. Man hat sofort meine Ideen und Wünsche respektiert und mir geholfen, mich selbst in der Politik zurechtzufinden und mich politisch zu befähigen.

Wofür gibst du gerne Geld aus?
Eine komische Frage für einen Studenten. Wenn ich könnte, würde ich wahrscheinlich immer sehr aktuelle Technikspielereien haben.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Ich habe keine richtigen Vorbilder. Ich will ja nicht unbedingt jemand werden, den es schon gibt. Aber es tut einer Gesellschaft gut, wenn sie sich hin und wieder einen Helden gönnt, wie Dominik Brunner oder Alois Mannichl.

Wann fühlst du dich gut?
Wenn die ToDo-Liste abgearbeitet ist und ich mich mit ein paar Freunden bei einem kühlen Bier auf ein freies Wochenende freuen kann.

Wo möchtest du am liebsten leben?
In Naumburg. Zum Glück hat es mit diesem Wunsch schon mal geklappt.

Worüber lachst du besonders gern?
Ich kann herrlich über politische Satire lachen, am liebsten sogar, wenn DIE LINKE persifliert wird. Da findet man manchmal seine eigene Arbeit auf lustige Weise wieder. Das motiviert.

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?
Ganz klassische und oft als spießig geltende Sachen: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Sachlichkeit, Pflichtbewusstsein, Ordentlichkeit. Ziemlich preußisch.

Wie lautet dein Lebensmotto?
Wer nach dem Sinn des Lebens sucht, hat ihn bereits verloren.