Disput

Hannes Draeger

27 Jahre alt, in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen, studiert seit 2003 in Münster Politikwissenschaften und arbeitet im Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke. Hannes engagiert sich vor Ort bei der LINKEN und als Landessprecher der Linksjugend [’solid] in Nordrhein-Westfalen.

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Die Enthaltung der schwarz-gelben Regierung im UN-Sicherheitsrat zum Kriegseinsatz in Libyen. Bei dieser Regierung hatte ich mit einem Ja gerechnet.

Was ist für dich links?
Kämpfen, kämpfen, kämpfen! Selbst aktiv werden gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit in dieser Welt, egal wie schwer die Umstände sind.

Worin siehst du deine größte Schwäche, worin deine größte Stärke?
Manchmal bin ich sehr rechthaberisch, dabei müssten wir den Menschen – beispielsweise an Infoständen – mehr zuhören. Meine Stärke … mmh, der offene Umgang mit Menschen vielleicht.

Was war dein erster Berufswunsch?
Ich hatte als Teenie tatsächlich mal den Traum, Agent à la James Bond zu werden. Nachdem ich politisch aktiv geworden bin, ist mir bald klar geworden, dass die westlichen Geheimdienste keine Jagd auf Doktor No machen, sondern Wirtschaftsinteressen schützen, und ihre Hauptaufgabe darin besteht, die Bevölkerung zu desinformieren.

Wenn du Parteivorsitzender wärst ...
... würde ich gerne die linken Präsidenten in Lateinamerika treffen und mit ihnen über ihre Erfahrungen diskutieren. Vielleicht kann DIE LINKE aus den Entwicklungen in Bolivien, Ecuador, Venezuela usw. dazu lernen.

Was regt dich auf?
Wenn Leute ihre politische Identität über einen bestimmten Lifestyle definieren und nicht anhand von konkreten Inhalten und entlang von realen, gesellschaftlichen Auseinandersetzungen.

Wann und wie hast du unlängst Solidarität gespürt?
Auf den Anti-Nazi-Blockaden in Dresden 2011, wo uns während eines Polizeikessels die Menschen aus der Umgebung mit Verpflegung zu Hilfe kamen.

Wovon träumst du?
Von einer Welt ohne Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung.

Wofür gibst du gerne Geld aus?
Für Dinge, die Spaß machen: Konzerte, Partys und lockere Kneipenrunden.

Möchtest du (manchmal) anders sein, als du bist?
Es gibt Situationen, wo ich mir das herbeiwünsche. Doch eigentlich bin ich soweit ganz zufrieden.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Helden muss es geben, aber nicht so wie Batman. Ich würde sie eher als Helden des Alltags bezeichnen, welche sich tagtäglich in ihrem Umfeld für Gerechtigkeit einsetzen.

Wann fühlst du dich gut?
Nach Sport und einer kalten Dusche vor dem Fernseher liegend.

Wo möchtest du am liebsten leben?
Ich fühle mich in Münster eigentlich sehr wohl.

Was bringt dich zum Weinen?
Die 500.000 Pro-Guttenberg-Unterstützer/innen bei Facebook.

Wovor hast du Angst?
Vor einem Super-GAU in Deutschland.

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?
Einen solidarischen und ehrlichen Umgang miteinander.

Wie lautet dein Lebensmotto?
Egal was passiert: Der Kampf geht weiter!