Disput

Aufstehen. Einmischen. Verändern

Frauen in der LINKEN diskutieren. Vor der Bundesfrauenkonferenz und dem Frauenplenum der Partei

Von Vera Vordenbäumen und Nadia Zitouni

Am 24. und 25. September finden die diesjährige Bundesfrauenkonferenz und das Frauenplenum der 2. Tagung des 2. Parteitages im Magdeburger Büro- und Tagungscenter statt. Unter dem Motto »Aufstehen. Einmischen. Verändern.« widmen sich die Frauen in und bei der Partei DIE LINKE den aktuellen Aufgaben sozialistisch-feministischer Politik und den Leitanträgen für den Bundesparteitag im Oktober dieses Jahres in Erfurt.

Die Bundesfrauenkonferenz, die am Samstag stattfindet, ist ein Forum der Diskussion, des Erfahrungsaustausches und der Vernetzung. Thematisch spielen sowohl der Programmentwurf als auch der Leitantrag zur Satzungsänderung eine bedeutende Rolle. Beide Anträge wurden Mitte Juli der Öffentlichkeit vorgestellt, im Rahmen der Konferenz können sie erstmals von einer so großen Zahl von Parteifrauen gemeinsam diskutiert werden. Auch beim für Sonntag geplanten Frauenplenum sind die Leitanträge zum Programm und der Satzung Schwerpunktthemen der Versammlung. Neben einer Vorstellung der jeweiligen Leitanträge haben die weiblichen Delegierten der Partei dort Gelegenheit, über bis zu diesem Zeitpunkt eingegangene Änderungsanträge zu beraten und abzustimmen, um im Hinblick auf den Bundesparteitag einen möglichst breiten Konsens über die Anforderungen an ein Parteiprogramm und eine Satzung aus feministischer Sicht zu finden und so ihre Interessen in Erfurt mit einem gestärkten Votum zu vertreten.

Neben den Erörterungen zum Programm und der Satzung beleuchten die Teilnehmerinnen der Bundesfrauenkonferenz auch weitere Aspekte feministischer Politik. So sollen die Lebenslagen von Frauen in Deutschland einer kritischen Analyse unterzogen werden, die Anforderungen an die digitale Demokratie aufgezeigt oder die Vernetzung von parlamentarischen mit außerparlamentarischen Kämpfen angestoßen werden. Mit einer Mischung aus verschiedenen Möglichkeiten der Diskussionsführung sollen die Teilnehmerinnen zum aktiven Mitwirken, Einmischen und Mitdiskutieren animiert werden. Die Debatte zum Parteiprogramm am Samstag wird beispielweise in Form eines World Cafés gestaltet, um allen Anwesenden die Möglichkeit zu geben, sich aktiv an der Debatte zu beteiligen und eigene Beiträge einzubringen.

In der zweiten Hälfte der Bundesfrauenkonferenz stehen verschiedene, parallel stattfindende Arbeitsgruppen und Workshops auf der Tagesordnung. Interessierte können zur Umsetzung des im Genderausschuss entworfenen Gleichstellungskonzeptes arbeiten, gemeinsam mit den frauenpolitischen Sprecherinnen der Landtagsfraktionen zum Thema Lebenslagen von Frauen in Deutschland diskutieren oder sich kreativ in einen Poetry Slam gegen weibliche Altersarmut einbringen. Für die onlineaffinen Teilnehmerinnen findet ein Workshop zum Thema Gestaltung von Webseiten mit dem LINKE.CMS statt. In punkto Online und Netzaktivitäten endet auch die diesjährige Bundesfrauenkonferenz mit einer offenen Diskussion zum »Feminismus 2.0. – zwischen Cyberspace und Elektro«. Die Teilnehmerinnen und Gäste tauschen sich hier mit Onlineaktivistinnen und Bloggerinnen aus zu den neuesten Entwicklungen im Web 2.0 aus feministischer Sicht und dem Potenzial, das das Netz für einen regen Gedanken- und Meinungsaustausch mit Gleichgesinnten und für die Planung politischer Aktivitäten darstellt.

Außerdem planen die Genossinnen aus Sachsen ein »Rotes Sofa«, auf dem die Teilnehmerinnen zu kurzen Interviews und Statements eingeladen werden. Zur Erinnerung und Dokumentation des politischen Wochenendes in Magdeburg werden diese in einem Kurzfilm verewigt.

Die Bundesfrauenkonferenz findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt. 2010 trafen die Teilnehmerinnen in Leipzig zusammen und beschlossen unter anderem ein Konzept zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit. Auch erste Anträge zur Überarbeitung des Programms aus feministischer Sicht wurden im Oktober vergangenen Jahres abgegeben.

Weitere Informationen zum diesjährigen Programm, dem Tagungsort sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich online unter: www.die-linke.de/politik/frauen.