Disput

Für Frieden am Hindukusch

Demonstration, Diskussion, Konzert, Workshops – vielfältige Veranstaltungen gegen offizielle Afghanistan-Konferenz der Bundesregierung

Von Tim Herudek

Vom 3. bis 5. Dezember fanden zahlreiche Proteste gegen die Afghanistan-Konferenz der Bundesregierung in Bonn statt. DIE LINKE hat sich daran aktiv beteiligt und war deutlich präsent.

Bereits im Vorfeld organisierte die Bundestagsfraktion DIE LINKE eine Veranstaltungsreise mit zwei VertreterInnen aus Afghanistan durch sieben Städte. Die Veranstaltungen waren mit 50 bis 100 Interessierten gut besucht.

Den Auftakt für das Protest-Wochenende machte eine Bündnisdemonstration am 3. Dezember durch die Bonner Innenstadt. Ungefähr 3.000 Menschen beteiligten sich trotz Regenwetters daran, die Veranstalter sprachen von 4.500 Personen. DIE LINKE war mit einem eigenen Demonstrationsblock und einem Lautsprecherwagen vor Ort. An diesem Block beteiligten sich 300 bis 400 Frauen und Männer. Wobei davon auszugehen ist, dass weitaus mehr Mitglieder der LINKEN an der Demonstration teilnahmen.

Auf der Abschlusskundgebung sprach für DIE LINKE Gregor Gysi, dessen Rede mit viel Applaus bedacht wurde. Beim nachfolgenden Redner Hans-Christian Ströbele von den Grünen kam es zu einem Zwischenfall; er wurde mit einigen Eiern beworfen.

Am selben Abend gab es eine Podiumsveranstaltung mit anschließendem Konzert auf dem Schiff »MS Beethoven«. Unter dem Motto »Gemeinsam gegen Krieg und Krise – Fest des Widerstandes« diskutierte Gesine Lötzsch mit Isaiah Toney, einem Vertreter der Occupy-Bewegung aus New York, und Sissy Vovou von der griechischen Organisation AKOA über Perspektiven des Widerstandes. Anschließend spielten Microphone Mafia und die Bots. An der Veranstaltung nahmen gut 100 Personen teil.

Am 4. Dezember tagte ein Alternativ-Gipfel mit 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Bonner Landesmuseum. In knapp 20 Workshops wurden die Themen Krieg in Afghanistan, Widerstand, Kriegsdrohungen gegen den Iran, zivilmilitärische Zusammenarbeit und diverse weitere Themen diskutiert. Heike Hänsel, Christine Buchholz, Sabine Lösing und Tobias Pflüger sprachen auf verschiedenen Podien, es gab den obligatorischen Infostand und Materialien zum Thema.

Am eigentlichen Konferenz-Tag, am 5. Dezember, protestierten die Bundestagsabgeordneten Kathrin Vogler, Christine Buchholz und Heike Hänsel während der Tagung gegen den Krieg der NATO mit einem Transparent von der Zuschauertribüne.

DIE LINKE war die einzige Partei an dem gesamten Wochenende, die sich klar und deutlich gegen den Krieg als Mittel der Politik einsetzte. Weder SPD und Grüne noch deren Jugendorganisationen mobilisierten nach Bonn; lediglich Hans-Christian Ströbele trat als Vertreter einer anderen Partei kurz auf.

Fazit: DIE LINKE war ein entscheidender Akteur im Bündnis, in der Mobilisierung und in der medialen Präsens gegen die Afghanistan-Konferenz. Das Thema Krieg und Frieden wird auch in Zukunft ein wichtiges Arbeits- und Aktionsfeld unserer Partei bleiben.

Tim Herudek ist Mitarbeiter des Bereiches Kampagnen und Parteientwicklung in der Bundesgeschäftsstelle.