Disput

Ich werde nicht locker lassen

Von Margarete Skupin, Kandidatin im Wahlkreis 16 (Rhein-Hunsrück) und auf Listenplatz 5 in Rheinland-Pfalz

Aufgewachsen mit drei älteren und einem jüngeren Bruder, habe ich schon sehr früh gelernt, mich durchzusetzen. Mein Vater war damals Betriebsratsvorsitzender bei Michelin Bad Kreuznach. Im Nebenerwerb betrieben meine Eltern eine kleine Kneipe.

Während meiner Schulzeit wurde ich jahrelang als Klassen- und Schulsprecherin gewählt. Es hat mir schon damals Spaß gemacht, mich einzumischen und dafür zu sorgen, dass wir Schüler mit unseren Sorgen und Nöten Gehör fanden.

Meine erste politische Erfahrung war dem Umstand geschuldet, dass der Gemeinderat nach seinen Sitzungen immer noch gern auf ein Glas Wein zu uns in die Kneipe einkehrte.

Irgendwann bekam ich mit, dass es massive Beschwerden über uns Jugendliche gab – wir trafen uns jeden Nachmittag auf dem Marktplatz. Damals hatten wir kaum andere Möglichkeiten, uns zu treffen. Da war für mich klar, hier liegt meine Chance, uns Gehör zu verschaffen. Ich schlug vor, dass die Gemeinde uns einen Raum zur Verfügung stellt. Zwei Jahre dauerte es mit vielen Aktionen – bis hin zur Demonstration und zum Schulstreik –, bis unser Jugendzentrum verwirklicht wurde. Seit dieser Zeit habe ich mich in den unterschiedlichsten außerparlamentarischen Initiativen engagiert. Ich war und bin aktiv in der Friedensbewegung, in Jugendprojekten und in der Anti-Atomkraft-Bewegung.

Mein Hobby, für das ich derzeit jedoch leider keine Zeit finde, ist das Wanderreiten. Die Erfahrungen dabei im Einklang mit der Natur und dem Pferd geben mir Kraft und innere Ruhe. Doch in diesen Monaten ist Wahlkampf und ich will mit dazu beitragen, dass DIE LINKE am 27. März das erste Mal in unseren Landtag kommt.

Für mich gab es keine Partei,die mich überzeugen konnte, bis ich 2005 von der WASG hörte. Mein Mann und ich traten ein. Wir gründeten einen Kreisverband und arbeiten seitdem unermüdlich für ein soziales und gerechteres Leben. Seit der Fusion 2007 bin ich stellvertretende Kreisvorsitzende der LINKEN Rhein-Hunsrück. Im Herzen von Rheinland-Pfalz setzen wir uns für soziale Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden und Arbeit ein. Ich engagiere mich als Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Bildungspolitik und gehöre den Landesarbeitsgemeinschaften Grundeinkommen sowie Europa an.

Es gibt zahlreiche erfreuliche kleine Erlebnisse wie das Begleiten von Hilfesuchenden zur Arge, von Menschen, die alleine kaum Chancen haben, sich gegen die zum Teil heftigen Schikanen zu wehren. Ich weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, Hartz IV zu beantragen und zu beziehen.

Enttäuschungen erlebe ich selbstverständlich auch. Was mich am meisten bedrückt ist die Tatsache, dass es in Rheinland-Pfalz einen Kooperationsvertrag zwischen der Bundeswehr und Schulen gibt. Wir haben sofort nach Bekanntwerden des Vertrages verschiedene Aktionen, wie »Kein Werben fürs Sterben« landesweit, gestartet. Ich musste jedoch erleben, dass es eine ganze Menge Eltern gibt, die das völlig in Ordnung finden und kein Problem damit haben, wenn Jungoffiziere den Schulunterricht halten.

Ich bin selbst Mutter von drei Kindern und bin auch besorgt um deren Zukunft, aber die Bundeswehr gehört als Lösungsvorschlag nicht dazu. Mit dem Einzug in den rheinland-pfälzischen Landtag werde ich nicht locker lassen und mich für ein Kooperationsverbot einsetzen.

Geboren 1966, lebt in Riesweiler, Einzelhandelskauffrau, stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes Rhein-Hunsrück-Kreis