Disput

Susanne Ramond

51 Jahre, lebt in Hamburg, Mutter und Hausfrau, hat früher im Büro gearbeitet, davor Germanistik und Kunstgeschichte studiert. Mag Spirituelles, Lesen, Schwimmen und Strandleben, Reisen und ihren Sohn

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Wie viel Arbeit ein Umzug in eine andere Stadt ist. (Wir sind 2010 von Bonn nach Hamburg gezogen.)

Was ist für dich links?
Sich dafür einzusetzen, dass alle Menschen gute Chancen im Leben haben.

Worin siehst du deine größte Schwäche, worin deine größte Stärke?
Ich halte es für Stärke und Schwäche gleichzeitig: Wenn ich mir ernsthaft etwas in den Kopf gesetzt hab, lass ich nicht mehr locker, bis hin zur völligen Verzweiflung.

Was war dein erster Berufswunsch?
Tierärztin.

Wenn du Parteivorsitzende wärst ...
... würde mein Sohn bis zur Abwahl nicht mehr mit mir sprechen.

Was regt dich auf?
Wenn Menschen nur aufgrund von Familienverhältnissen vorankommen. Insofern freut mich ganz besonders, dass dies bei zu Guttenberg nicht geklappt hat.

Wovon träumst du?
Zeit zu haben nur für mich, dass ich langsam sein darf, dass ich nichts schaffen oder erreichen muss.

Wofür gibst du gerne Geld aus?
Ich gebe gerne Geld aus, um es mir und meiner Familie einfach nur gut gehen zu lassen ... Andererseits mache ich aber immer wieder die Erfahrung, wie schwierig es für mich ist, Geld gerne auszugeben. Viel zu oft ist es einfach nur ein Zwang, um an Dinge zu kommen, die ich zum Leben brauche – es kann zu endlosen Diskussionen über sinnvolle oder sinnlose Geldausgaben führen und verursacht somit eigentlich oft mehr Frust als Spaß.

Möchtest du (manchmal) anders sein, als du bist?
Oft ja – manchmal möchte ich aber auch gern sein wie ich bin.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Ich brauche Vorbilder und Helden in meinem Leben, und sie müssen echt sein. Durch Vorbilder finde ich meine Richtung, motiviere ich mich durchzuhalten. Sie machen mir Hoffnung, sie zeigen mir, dass Dinge möglich sind. Meine Enttäuschung ist groß, wenn sie nur vorgespielt sind.

Wann fühlst du dich gut?
Urlaub, Strand, Sonne, Meer, nix tun.

Wo möchtest du am liebsten leben?
In Hamburg und in der Welt.

Worüber lachst du besonders gern?
Über lustige Filme. Zum Beispiel »Ein Fisch namens Wanda« fand ich die ersten zehn Mal sehr witzig.

Wovor hast du Angst?
Dass ich nicht mehr die notwendige Motivation finde, die Dinge zu tun, die wichtig sind, an die positiven Möglichkeiten unserer Gesellschaft zu glauben, meinem Kind ein lebenswertes Leben zu zeigen.

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?
Klugheit, der Glaube, dass es sich lohnt, für Veränderungen zu kämpfen; Witz, Redegewandtheit, Unangepasstheit.

Wie lautet dein Lebensmotto?
Ich würde mich nie auf ein Motto für ein ganzes Leben festlegen.