Disput

Sarah Fingarow

Die 24-jährige Berlinerin studiert für das Lehramt in Sozialkunde und Arbeitslehre. Das Studium finanziert sie mit Kellnern. Mit 14 lernte sie auf einer Wahlparty (!) die Jugendgruppe der Partei kennen – schon seit Langem ist sie in der Partei aktiv und seit Kurzem Kandidatin für die Bezirksverordnetenversammlung.

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Der großzügige Vertrauensvorschuss der Genossinnen und Genossen, als sie mich auf die KandidatInnen-Liste für die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf wählten. Wahltag ist der 18. September.

Was ist für dich links?
Das Streben nach einer Gesellschaft, in der alle Menschen so leben können, wie sie es gern wollen.

Worin siehst du deine größte Schwäche, worin deine größte Stärke?
Ich schiebe unangenehme Aufgaben lange vor mir her. Wenn ich dagegen etwas mit Begeisterung mache, stecke ich meine ganze Energie rein.

Was war dein erster Berufswunsch?
Architektin. Meine Oma hat in einer Architekturgalerie gearbeitet. Ich fand das sehr spannend. Sie hat mir aber von diesem Berufswunsch abgeraten.

Wie sieht Arbeit aus, die dich zufrieden macht?
Wenn meine Arbeit positive Auswirkungen für andere Menschen hat.

Wenn du Parteivorsitzende wärst ...
... gäbe es mehr weibliche Kungelrunden.

Was regt dich auf?
Wenn Menschen ihre Macht ausnutzen und keine Kritik zulassen.

Wann und wie hast du unlängst Solidarität gespürt?
Als kürzlich Freunde meine Hausarbeit Korrektur gelesen haben.

Wovon träumst du?
Von einer Gesellschaft, die Menschen nicht in männlich und weiblich aufteilt und den Geschlechtern keine sozialen Eigenschaften zuschreibt.

Wofür gibst du gerne Geld aus?
Für leckeres Essen. Ich mag die multikulturelle Auswahl, die Berlin diesbezüglich zu bieten hat, und ich liebe Süßigkeiten.

Möchtest du (manchmal) anders sein, als du bist?
Ja, wenn ich mich mal wieder zu sehr über Kleinigkeiten aufrege.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Ich finde es schwierig, ein bestimmtes Vorbild zu haben. Ich möchte niemanden kopieren. Es gibt viele Menschen, die bestimmte Stärken haben, schwierige Situationen beeindruckend meistern oder auf eine gewisse Weise vorbildlich sind. Von ihnen schaue ich mir gern etwas ab.

Wann fühlst du dich gut?
Wenn ich nichts erwartet habe und dann alles viel besser läuft.

Wo möchtest du am liebsten leben?
Ich lebe gern in Marzahn-Hellersdorf. Ich werde demnächst umziehen. Am liebsten in eine Hochhauswohnung mit Fahrstuhl und Balkonausblick über die Stadt.

Worüber lachst du besonders gern?
Über Sheldon Cooper aus der TV-Serie The Big Bang Theory. Wer weiß, wen ich meine, hat sicher auch schon herzhaft gelacht.

Was bringt dich zum Weinen?
Zu sehen, wie die Menschen aufgrund der schlimmen Katastrophe in Japan reflexartig anfangen, verblendet Grün zu wählen.

Wovor hast du Angst?
Vor Renate Künast als Berliner Bürgermeisterin.

Wen schätzt du besonders?
Gute Freunde, die mir auch mal kritisch die Meinung sagen und trotzdem nicht nachtragend sind.

Wie lautet dein Lebensmotto?
Ich habe kein Motto, ich lebe einfach.