Disput

Christine Büscher

Christine, 36 Jahre, wohnt in Bottrop-Kirchhellen, ist Ärztin und verheiratet, hat eine Tochter und zwei Stieftöchter. Sie gehörte früher der PDS an, war dann wegen ihres Studiums längere Zeit nicht politisch aktiv. Seit 2009 ist sie wieder in der Partei und derzeit Sprecherin im Kreisverband Bottrop (Nordrhein-Westfalen).

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Täglich meine kleine Tochter, die mit ihren zweieinhalb Jahren doch manchmal mehr mitbekommt als ich. Und mein Ehemann, der mir oft den Rücken freihält, wenn ich beruflich sehr eingespannt bin.

Was ist für dich links?
Soziales Engagement, eine antikapitalistische und solidarische Grundhaltung und mal andersherum zu denken. Aktuelle Politik in Frage stellen und kritisch Fragen zu stellen. Vorhandenes Kapital aufteilen.

Worin siehst du deine größte Schwäche, worin deine größte Stärke?
Meine Stärke liegt im offenen und ehrlichen Umgang mit Menschen. Ich habe eine Schwäche für Schokolade, und ich könnte manchmal besser »fünfe gerade sein lassen«.

Was war dein erster Berufswunsch?
Ärztin.

Wie sieht Arbeit aus, die dich zufrieden macht?
Viel Kontakt zu Menschen, gerechte Bezahlung und so viel Freizeit, dass einen die Familie noch erkennt.

Wenn du Parteivorsitzende wärst ...
... würde ich nach Berlin umziehen.

Was regt dich auf?
Der unnütze Krieg in Afghanistan, der nie zu enden scheint und unglaubliche Summen kostet.

Wann und wie hast du unlängst Solidarität gespürt?
Bei meinem Mann, der am letzten Wochenende solidarisch mit anderen Genossen aus unserem Kreisverband gegen einen Aufmarsch der NPD demonstriert hat. Die wollen nämlich keine weiteren Moscheen zulassen und scheinen sich hier schlimmerweise wieder zu formieren.

Wovon träumst du?
Oft von einem ganz langen, entspannten Urlaub in der Sonne mit meiner Familie. Und ich muss nichts machen. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr ...

Wofür gibst du gerne Geld aus?
Kinderkleidung, Bücher, Geschenke.

Möchtest du anders sein, als du bist?
Manchmal wünsche ich mir, ich könnte etwas lockerer und weniger perfektionistisch sein. Dann wäre ich entspannter und würde nicht alles so ernst sehen.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Nein, nicht unbedingt. Gregor Gysi vielleicht.

Wann fühlst du dich gut?
In der Stadtbibliothek, in der Badewanne, im Urlaub und am Wochenende, wenn ich nicht arbeiten muss.

Mit wem lachst du besonders gern?
Mit meinem Mann, der Tränen lachen kann, und mit meinen beiden total verrückten Schwestern, mit denen man Quatsch machen kann, als sei man gerade 12 Jahre alt.

Was bringt dich zum Weinen?
Sorge um mein Kind, Hunger in der Welt, leidende und kranke Menschen, mancher Film. Dokumentationen über den Holocaust und die deutsche Vergangenheit.

Wovor hast du Angst?
Vor einer Atomkatastrophe. Davor, dass meiner Tochter etwas zustösst oder sie erkrankt. Vor manchen Vorgesetzten. Vor Veränderung.

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?
Geradlinigkeit, Ehrlichkeit, Direktheit, Solidarität.