Disput

Nils E.

Nils ist 19 Jahre alt und lebt derzeit in Saarbrücken. Er ist seit November 2011 Landesvorsitzender der saarländischen Linksjugend ['solid] und wird in diesem Jahr voraussichtlich in Berlin ein Politikwissenschaft- und Amerikanistik-Studium beginnen.

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Dass die SPD im Saarland Gespräche mit der CDU einging, obwohl man wenige Wochen zuvor noch Neuwahlen gefordert hatte.

Was ist für dich links?
Einen Begriff von Gerechtigkeit zu haben und emanzipatorisch zu denken.

Worin siehst du deine größte Schwäche, worin deine größte Stärke?
Ich kann andere sehr gut für meine Gedanken und Ideen gewinnen, aber auch sehr dickköpfig sein.

Was war dein erster Berufswunsch?
Kameramann, bis ich mich mit 13 entschloss, Basketballprofi zu werden. Allerdings habe ich diesen Gedanken wegen meiner Größe schnell wieder verworfen.

Wie sieht Arbeit aus, die dich zufrieden macht?
Arbeit, bei der ich selbst entscheiden kann, was, wann, wo und wie lange ich arbeite. Am besten keine Festanstellung.

Wenn du Parteivorsitzender wärst ...
... würde ich versuchen, innerparteiliche Entscheidungen möglichst demokratisch und transparent zu gestalten.

Was regt dich auf?
Laute Handymusik in der Straßenbahn und ewig gestrige Weltbilder.

Wann und wie hast du unlängst Solidarität gespürt?
Beim letzten starken Regen, als ein Kneipenbesitzer nochmal seinen Laden aufgesperrt hat und die Getränke bis Regenende aufs Haus gingen.

Wovon träumst du?
Ich träume ziemlich viel, kann mich aber meistens an nichts erinnern.

Wofür gibst du gerne Geld aus?
Für Schallplatten, Bücher und Billard.

Möchtest du (manchmal) anders sein, als du bist?
Nein, zum Glück hat man das ja selbst in der Hand.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Von Heldentum halte ich nichts. Ich denke, Vorbilder entstehen auf gewisse Weise automatisch. Man sollte aber nie versuchen, es jemandem gleich zu tun, sondern seinen eigenen Weg gehen.

Wann fühlst du dich gut?
Wenn ich mit meiner Freundin zusammen bin.

Wo möchtest du am liebsten leben?
In Berlin oder am Meer.

Wovor hast du Angst?
Wirklich Angst habe ich vor nichts. Es gibt aber viele Dinge, die ich mit Sorge betrachte: zum Beispiel das Erstarken des globalen Antisemitismus oder die zunehmende Parteienverdrossenheit in Deutschland.

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?
Die Fähigkeit, jemanden zwar scharf und treffend zu kritisieren, sodass sich diese/r jedoch nicht beleidigt abwendet.

Wie lautet dein Lebensmotto?
»Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, sondern ihr Todfeind.« (Theodor W. Adorno)