Disput

Ein Wochenende zum Genießen

52 Neumitglieder trafen sich in Berlin. Sie hatten viel zu sehen, zu hören und zu diskutieren

Von Julius Vogt

Um neuen Mitgliedern unserer Partei die Möglichkeit zu geben, sich zu vernetzen, Ideen auszutauschen oder einfach mal ein Wochenende mit anderen Genossinnen und Genossen zu genießen, trafen sich 52 Mitglieder vom 15. bis 17. Juni in Berlin.

Die Parteivorsitzende Katja Kipping hatte während ihrer Rede auf dem Bundesparteitag in Göttingen für mich eines deutlich gemacht: dass das Wort »genossen« eine Form von »genießen« ist – und genau das sollte an diesem Wochenende für uns im Vordergrund stehen.

Treffpunkt war das Karl-Liebknecht-Haus. Zunächst gab es ein paar kleine Gespräche zwischen den Ankömmlingen aus der gesamten Bundesrepublik. Dann begrüßten uns Yvonne Sotorrios, Kajo Tetzlaff, Martin Harnack und Tanju Tügel herzlich in der Parteizentrale. In drei Gruppen ging es in Begrüßungsworkshops, wo wir uns vorstellten und in Anfängen über inhaltliche Positionen diskutierten. Dabei redeten wir auch über Gründe für den Eintritt in DIE LINKE. Viele Motive spielten eine Rolle – wie die Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft, das Engagement für Politik und die Bevölkerung.

Deutlich wurde in allen Äußerungen, dass für uns alle DIE LINKE die einzige Alternative in der Politiklandschaft Deutschlands ist! Ebenso wurde festgestellt, dass der innerparteiliche Streit der Vergangenheit ad acta gelegt werden muss und künftig eine neue Umgangsweise im Miteinander herrschen sollte. Weitere Probleme tauchten in den Gesprächen auf. So spielten Fragen wie ein hohes Durchschnittsalter aller Genossinnen und Genossen und das ungleiche Verhältnis zwischen den Landesverbänden im Osten und Westen eine Rolle.

Nach einem üppigen Abendessen war für jedes Neumitglied Freizeit angesagt.

Den nächsten Tag fingen wir dort an, wo wir am Vortag aufgehört hatten: im Karl-Liebknecht-Haus. Eine Fragerunde mit Mitgliedern des Parteivorstandes war anberaumt, mit dabei: Parteivorsitzender Bernd Riexinger, Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn, Bundesschatzmeister Raju Sharma und Vorstandsmitglied Halina Wawzyniak. Themen waren auch hier der Göttinger Parteitag und Umgangsformen in der Partei. Bernd Riexinger bezeichnete den Parteitag als »heilsamen Schock« und wies auf die wichtigen Gemeinsamkeiten aller hin: »Wir sind eine gesamtdeutsche linkspluralistische Partei!« Er würde die künftige Zusammenarbeit gern als konstruktiv und respektvoll sehen und damit ein besseres Vorankommen ermöglichen. Natürlich war Katjas und Bernds 120-Tage-Programm ein Gesprächsthema.

Am selben Tag ging es für die Neumitglieder zum Fest der Linken in die Kulturbrauerei. Auf dem Gelände waren wie jedes Jahr Stände verschiedener linksgerichteter Strömungen aufgebaut. Für das leibliche Wohl war natürlich gesorgt.

Auf dem Fest der Linken tauchten wir unter dem Programmpunkt »Neumitglieder stellen sich vor« auf, wobei einzelne Neumitglieder auf der Bühne Fragen zu ihren Beweggründen und Vorstellungen von unserer Partei beantworteten.

Im Anschluss folgte für Interessierte eine alternative Führung durch den Stadtteil Prenzlauer Berg. Andere gingen in den Treptower Park zum Ehrenmal der im Zweiten Weltkrieg gefallenen sowjetischen Soldaten.

Den Abend konnten wir gemeinsam in einem Restaurant ausklingen lassen, dabei Ideen austauschen oder zu inhaltlichen Themen diskutieren.

Am Sonntag, dem letzten Tag dieses ereignisreichen Treffens, war ein Besuch des Bundestages vorgesehen. Für ein Gespräch standen Petra Pau und Frank Tempel zur Verfügung. Es ging um ihre Arbeit im Bundestag. Sie stellten besonders die vielen Gremien- und Ausschussaktivitäten vor. Bei Petra ist das zum Beispiel die Arbeit im Innenausschuss oder als Vizepräsidentin. Wie Petra ist auch Frank Mitglied des Innenausschusses und außerdem Drogenpolitischer Sprecher der Fraktion. Natürlich steht hinter diesen einzelnen Aufgaben großes Fachwissen und das forderten wir auch durch Fragen wie zur Grenzkriminalität, zum Gebrauch von Verteidigungsmitteln der Polizei oder zum NPD Verbot heraus.

Nach dem Gespräch im Fraktionssaal stand für alle noch ein Rundgang im Reichstag an, danach mussten viele ihre Heimreise antreten.

Für einige ging es anschließend zum Mahnmal der ermordeten Juden Europas, um sich die Gedenkstätte anzuschauen und gleichzeitig der vielen Opfer des Holocaust zu gedenken.

Abschließend ist zu sagen, dass dieses Wochenende ein großer Erfolg für alle war und wir viele neue Kontakte knüpfen konnten. Im Vordergrund standen jedoch der Spaß und das gemeinsame Erlebnis. Und genau das wurde beim Treffen der Neumitglieder durch die Teilnehmenden besonders gewürdigt.

Ein großer Dank geht an die Organisatoren und an unsere Partei, die das Ganze ermöglicht hat.

Julius Vogt, 16 Jahre, lebt in Schwedt (Brandenburg) und ist Schüler.