Disput

Karsten T.

Karsten ist 28, lebt in Dresden und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Er engagiert sich kommunalpolitisch für DIE LINKE im Ortsbeirat Dresden-Neustadt und geht gern tanzen.

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Dass ich wieder nicht als Bundespräsident vorgeschlagen wurde. Ich hatte schon beim letzten Mal meine Bereitschaft in den dafür verantwortlichen Zirkeln signalisiert und wäre auch nicht so schnell zurückgetreten. Es hätten jeden Abend Partys im Bellevue stattgefunden, bei freiem Eintritt für alle und Alles aufs Haus! Krieg den Hütten, Schlösser für alle!

Was ist für dich links?
Jedem seine/ihre Freiheiten und Freiraum zu lassen (frei nach Kant). Solange ich mit meinen Handlungen ausschließlich mir schade, möchte ich das auch dürfen. Linkssein heißt gleichzeitig, Benachteiligten (und das sind nicht nur Rentner und Hartz-IV-Bezieher, sondern vor allem auch Menschen, auf deren Kosten unser Wohlstand basiert) zu helfen, für ihre Rechte zu kämpfen. Das heißt auch, auf Wohlstand zu deren Gunsten zu verzichten. Umverteilen, und zwar richtig! Wer eine Million hat, braucht kein zweite!

Worin siehst du deine größte Stärke?
Mich selber nicht so ernst zu nehmen, macht mein Leben echt entspannt.

Wie sieht Arbeit aus, die dich zufrieden macht?
Eine Tätigkeit, bei der die Zeit wie im Flug vergeht, die spannend ist, bei der ich dazulernen kann und den Arbeitsinhalt selbst bestimme. Aber lieber nur drei Tage die Woche.

Wenn du Parteivorsitzender wärst ...
… würde ich aufhören, die Bild-Zeitung & Co. zu lesen, deren Quatsch nicht beachten, in keiner Form mit denen kooperieren. … würde ich meinen Masterplan den Mitgliedern der Partei kommunizieren, mich von denen kritisieren lassen, meinen Plan verteidigen, zurechtrücken und dann auch einfach mal durchzuziehen, ohne wöchentlich in jeder Talkshow Rechenschaft ablegen zu müssen. … nicht zu jedem Thema irgendwas sagen, sondern nur zu Themen, von denen ich Ahnung habe.

Was regt dich auf?
Dass es Menschen gibt, die nicht wählen gehen. Für dieses Recht haben Leute ihr Leben gelassen.

Wovon träumst du?
In letzter Zeit leider viel zu oft von Arbeits-Mistdreck-Scheiß.

Wofür gibst du gerne Geld aus?
Partys, saubere Drogen, Kultur, für Lebensmittel in Supermärkten, in denen die Beschäftigten anständig bezahlt werden, die BahnCard, Qualität und faires Preis-Leistungs-Verhältnis.

Möchtest du (manchmal) anders sein, als du bist?
Nö, fetzt grad wie Sau!

Müssen Helden und Vorbilder sein?
Helden nicht, das ist mir zu abgehoben, jeder kann auch im Kleinen viel bewirken. Vorbilder sind in bestimmten Phasen im Leben wichtig, wenn man sich an ihnen orientiert, verlieren sie im besten Fall ihre Funktion.

Wann fühlst du dich gut?
Eigentlich immer.

Wo möchtest du am liebsten leben?
Mal für eine Woche auf der ISS.

Wovor hast du Angst?
Vor Krieg, Überwachung, Geheimdiensten, religiösen Fanatikern.

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?
Auf den Punkt zu kommen und nicht ewig um den heißen Brei herumzureden.