Disput

Solidarisch

Angemerkt

Die Tarifauseinandersetzungen im Einzelhandel halten nun schon seit Monaten an. Die Arbeitgeber haben die Manteltarifverträge gekündigt, wollen Zuschläge für Nacht- und Mehrarbeit kürzen und die Arbeitszeit weiter flexibilisieren. Ein Schwerpunkt der Auseinandersetzung ist die Eingruppierung: Zwei Drittel der Beschäftigten fallen bisher in übersichtliche drei Gehaltsklassen. Jetzt sollen diese unter dem Deckmantel der »Modernisierung« nach Tätigkeiten aufgefächert und neue Niedriglohngruppen etabliert werden. Für viele Verkäuferinnen und Verkäufer würden sich die Löhne und Gehälter damit weiter verschlechtern.

Schon jetzt ist die Lage der Beschäftigten im Einzelhandel vielfach prekär. Befristete Beschäftigung, Teilzeitverträge und Niedriglöhne haben sich in den letzten Jahren rasant ausgebreitet, so dass immer mehr von ihrem Lohn allein nicht leben können. Der Einsatz von Werkvertragsfirmen verschärft den Druck auf die Beschäftigten und die Arbeitsverhältnisse. Nur noch vier von zehn werden nach einem Branchentarifvertrag bezahlt.

Die Beschäftigten, mehrheitlich Frauen, und ihre Gewerkschaft ver.di wehren sich mit öffentlichen Protest- und Streikaktionen. DIE LINKE unterstützt diese Aktionen vielerorts aktiv. Im Weihnachtsgeschäft sollen jetzt noch einmal an möglichst vielen Orten Unterstützungsaktionen stattfinden. Die Bundestagsfraktion produziert zu diesem Zweck eine neue »Aktionspostkarte«, mit der Kundinnen und Kunden die Verkäuferinnen und Verkäufer unterstützen können. Wer aktiv werden will, kann sich bei Tim Herudek melden (tim.herudek@die-linke.de, 030 24009-481) melden.

Pascal Meiser