Disput

Leidenschaft und Lampenfieber

Gregor Gysi über fehlende Zeit, den zu verändernden Zeitgeist und »schlimme Zeiten«

Du kommst geradewegs von einem Vortrag in Speyer, einer der ältesten Städte des Landes. Alle naselang bist du unterwegs, zu verschiedensten Anlässen. Nicht nur: heute hier, morgen da. Sondern oft auch: vorhin da, jetzt hier, nachher dort. Wie ist das mit dem Wunsch, irgendwo mal länger zu verweilen, sich Architektur und Kultur oder sonst was anzuschauen?

Natürlich wünsche ich mir das ab und zu. Das Problem ist, dass ich besonders an Wochenenden gefordert bin, dass dann viele Veranstaltungen, Kongresse usw. stattfinden; von Anfang Oktober bis Weihnachten hatte ich kein freies Wochenende. Und das zweite Problem ist, dass die meisten Foren, Diskussionen usw. abends stattfinden.

Immerhin lege ich inzwischen auch wieder auf Urlaub wert. Anfang der 90er Jahre war das anders, ich war urlaubsunfähig: Ich saß da und wartete auf Faxe. Inzwischen kann ich abschalten und mich erholen.

2013 gibt‘s dafür nicht allzu viele Gelegenheiten: erst Wahlkampf in Niedersachsen, im Herbst in Bayern und vor allem – überall – zur Bundestagswahl.

Ich habe schon Termine bis in den November.

Und wirst selbstverständlich bereits heute sagen können, was die Bundestagsfraktion als Ergebnisse vorzuweisen hat …

… Was wir können?

Ja.

Also, wenn man die Gesellschaft verändern will, muss man zunächst den Zeitgeist verändern. Als wir den flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn gefordert hatten, waren alle Gewerkschaften (außer Nahrung-Genuss-Gaststätten und Bauen-Agrar-Umwelt) gegen uns, die SPD war gegen uns, die Grünen, die Union und die FDP sowieso. Heute sind alle Gewerkschaften für den flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, SPD und Grüne sind dafür und die Union fängt an zu kippen. Das ist ein Erfolg. Es liegt nicht allein an uns, aber es ist kein Zufall, dass wir damit angefangen haben.

Wir waren die einzigen Kritiker beim Afghanistan-Krieg. Heute akzeptieren sie immer mehr, dass unsere Kritik berechtigt war.

Wir waren diejenigen, die bei der Einführung des Euro gesagt habe: »Euro – so nicht!«. Wir haben nicht »Euro – Nein!« gesagt, sondern »Euro – so nicht!«, weil die Bedingungen nicht stimmten. Heute spricht die Kanzlerin von den Geburtsfehlern des Euro.

Wir haben gesagt, dass es eine völlig falsche Politik ist, die Rente um zwei Jahre zu kürzen und erst mit 67 zu beginnen. Jetzt spricht die SPD, die das eingeführt hat, davon, dass man es vielleicht aussetzen muss.

Und als Letztes: Wir waren immer für die Angleichung der Löhne und Renten Ost und West. Jetzt sage ich leicht ironisch: Wir sind bei der Bundestagswahl 2009 so stark geworden, dass selbst CSU, CDU und FDP vereinbarten, die Rentenwerte anzugleichen. Allerdings waren wir nicht stark genug, dass sie es auch machen. Sie haben ihren eigenen Koalitionsvertrag gekündigt. Das heißt, wir müssen stärker werden.

Wir sind im politischen Spektrum der wichtigste Korrekturfaktor im Bundestag.

Ist das die vordringlichste Aufgabe der Fraktion?

Das weiß ich nicht. Ich habe gesagt, dass wir das sind. Unsere Aufgaben gehen darüber hinaus; aber erst einmal ist das eine wichtige Aufgabe.

Zweitens müssen wir natürlich Alternativen, Perspektiven entwickeln. Die Leute wollen ja auch über Zukunft diskutieren.

Ich bin schon deshalb demokratischer Sozialist und will den Kapitalismus überwinden, weil er weder Kriege verhindert noch etwas daran ändert, dass jährlich 18 Millionen Menschen verhungern. Bei 70 Millionen Toten ist das die häufigste Todesursache!

Ein Kapitalismus, der nicht in der Lage ist, den Hungertod zu verhindern, taugt nichts. Das berechtigt (neben anderem), über eine neue Struktur nachzudenken.

Deine Parteitagsrede Anfang Juni 2012 in Göttingen hat nicht allein im Saal elektrisiert. Seither ist es insgesamt ruhiger in der Partei. Hat die Rede auch zu notwendigen inhaltlichen Diskussionen geführt?

Ich habe festgestellt, was mich sehr beruhigt: Die Mitgliedschaft in den neuen Bundesländern ist mobilisiert worden, und auch die Mitgliedschaft in den alten Bundesländern ist nicht entmobilisiert worden, im Gegenteil.

Ich glaube, mir ist zumindest gelungen, dass die Einsicht entstand: So ging es einfach nicht weiter, wir müssen uns gegenseitig verändern und dann eine gemeinsame Partei bilden und nicht den Fehler begehen, die Frage zu stellen: Wer gewinnt über wen?

Und dann haben wir zwei neue Vorsitzende, die ganz anders mit der Mitgliedschaft umgehen, auch das hat sich positiv bewährt. Also, insgesamt bin ich mit der Entwicklung seit dem Parteitag eher zufrieden.

Auch in der Bundestagsfraktion?

Das Leben in der Fraktion hat sich gänzlich geändert. Die Atmosphäre in den Sitzungen ist angenehm, bei Meinungsverschiedenheiten wird sehr sachlich darüber gesprochen.

Die für mich zum Teil unerträgliche Atmosphäre vorher ist überwunden. Ich glaube, ich hab sie erschreckt. Und über dieses Erschrecken ist wieder eine Besinnung auf den eigentlichen Sinn unserer Tätigkeit im Bundestag entstanden. Damit bin ich ziemlich zufrieden.

Welche Gesamtnote würdest du der Fraktion geben, in welchen »Fächern« ist eventuell »Förderunterricht« nötig?

Was immer schwierig ist, ist die Konzentration auf Schwerpunkte. Ich kriege so viele Anträge – ich verstehe auch, wie sie entstehen – und dann die Auswahl! Das ist überzogen. Wir müssen es noch lernen, uns auf Schwerpunkte zu konzentrieren.

Was wir jetzt durchziehen, und das ist nicht einfach, sind auch 1-Punkt-Projekte. Die sind nicht vollständig. Doch wenn wir die Medien und die Leute erreichen wollen, müssen wir uns konzentrieren.

Ein Beispiel bitte!

Ich bin sehr zufrieden, dass wir jetzt einen Antrag gestellt haben zu einem Moratorium für die Energiepreise, also ab 1. Januar keine Preissteigerungen zuzulassen. Innerhalb von drei Monaten soll die Regierung ein Gesetz vorlegen, das die Nachhaltigkeit garantiert, aber eben auch sozial ist. Und dieses Gesetz tritt rückwirkend zum 1.1. in Kraft, das ist wegen des EU-Rechts wichtig. Das wäre für die Leute eine richtige Hilfe. Auch wenn ich in dem Antrag nicht alle unsere Gesichtspunkte zur Energiepolitik unterbringen kann, gibt's jetzt dafür eine klare Mehrheit in der Fraktion.

Wir ringen darum, mit solchen Anträgen mehr Wirkung zu erzielen.

Schaut man sich die Umfragen vieler Monate an, hätten weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün eine rechnerische Mehrheit. Kommt nach der Bundestagswahl Schwarz-Rot (wie 2005/09), oder bekommen wir doch noch eine große Diskussion Rot-Grün-Rot?

Das hängt von der gesellschaftlichen Stimmung ab. Parteiführungen entscheiden nicht allein darüber, auch die Arithmetik nicht.

Erstens liebäugeln die Grünen auch mit dem Gedanken, mit der Union zu koalieren. Zweitens schließt die SPD eine Koalition mit der FDP nicht aus; dann kriegt sie keinen ihrer wichtigen Punkte realisiert. Deshalb nochmals: Das hängt von der gesellschaftlichen Atmosphäre ab.

Wenn es uns gelingt, eine Atmosphäre entstehen zu lassen, die auf Wechsel aus ist, die sagt, wir müssen das alles verändern, kann sich auch die SPD dem nicht entziehen.

Insofern ist es gut, dass die beiden Parteivorsitzenden das angeboten haben.

Noch gibt es keine ausgeprägte Wechselstimmung. Die kann aber kommen. Die Krise fängt an, auch bei uns in die Wohnzimmer zu drängen. Die Bundesregierung versucht natürlich, das zu verschieben auf einen Zeitpunkt nach der Bundestagswahl. Ich habe meine Zweifel, ob ihr das wirklich gelingt.

Kann dich nach 23 Jahren im Politikbetrieb noch was überraschen?

Ja, klar. Das letzte Mal, als die CDU/CSU-Fraktion uns anbot, gemeinsam einen Antrag gegen den Nationalsozialistischen Untergrund zu formulieren und zu verabschieden. Das hatte es noch nie gegeben. Wenn man so will: eine positive Überraschung.

Und Steinbrück ist auch eine Überraschung – aber eher in anderer Hinsicht.

Das Entscheidende ist, ob man auf sich selber neugierig bleibt. Nach wie vor bin ich, wenn ich im Bundestag spreche, aufgeregt. Wenn ich nicht mehr aufgeregt bin, stimmt was nicht. Ich bin auch vor jeder Fernsehsendung aufgeregt.

Das werden dir nicht viele glauben …

Das kann sein, aber sie sind ja nicht ich. Ein bisschen Lampenfieber ist immer gut. Zum Beispiel auch bei meiner Gesprächsreihe im Deutschen Theater in Berlin, da bin ich immer aufgeregt. Vor Jean Ziegler war ich es, vor Daniel Barenboim, vor Jutta Limbach, Mario Adorf, Volker Kauder. Mein nächster Gast ist Helge Schneider …

Der Verein Deutsche Sprache wählte die Schlagzeile 2012. Kennst du sie?

Ich glaube es ist die Schlagzeile zur mir im »Stern« gewesen.

Journalistenkollegen beurteilten den Beitrag (»Politik. Macht. Einsam«) als »hart«, als »härtesten« über dich. Andere meinten, er sei einfach unanständig: du als einsamer, von langjährigen Kampfgefährten verlassener, einen hohen Preis für sein Engagement zahlender Politiker. Wie sehr trifft dich so ein Artikel?

Ich habe den erst gar nicht gelesen. Und als ich ihn gelesen habe, war er nicht ganz so schlimm, wie er mir vorher geschildert wurde. Man soll in einen Artikel nicht Hobby-Psychologie hineinschreiben, das kann man sich verkneifen.

Das beziehst du auf die »Einsamkeit«?

Auf alles Mögliche. Ich mag auch nicht, wenn bei Informationen keine Quellen stehen: Irgendeiner hat irgendwas erzählt usw. Aber ich will mich nicht weiter dazu äußern.

Mir geht's doch gar nicht schlecht, ich habe eine beachtliche Verantwortung, wenn ich meine Zeit nehme, wenn ich meine Anerkennung nehme. Wisst ihr, wie ich begonnen habe im Dezember '89, im Januar '90, mit welchem Hass mir begegnet wurde … und mit welcher Freundlichkeit ich heute begrüßt werde? Das ist eine solche Qualitätssteigerung, dass bestimmte Einschätzungen einfach falsch sind.

Wenn man dazu lernen will, muss man eins lernen: zuzuhören. Ich kann reden, ich rede ja gern und auch viel, das weiß ich. Aber ich kann auch zuhören. Meine Gäste im Deutschen Theater sind immer erstaunt, weil sie vorher denken, sie müssten bei mir ums Wort kämpfen – dabei ist es ganz selten, dass ich da mal etwas kommentiere.

Wann kommt das vor?

Als einmal jemand was gegen Stefan Heym sagte, habe ich ihn verteidigt.

Sein Geburtstag jährt sich 2013 zum hundertsten Mal. Unsere Partei hat ihm nicht wenig zu verdanken.

Stefan Heym ist ein ausgezeichneter Schriftsteller. Er musste in seiner Jugend sein Land verlassen, nur weil er Jude war. In den USA musste er sehen, wie er seine Existenz sichert; mit einem Bestseller ist er groß rausgekommen. Er kam in die DDR und war natürlich ein kritischer Geist – die DDR-Führung hat sich immer mehr gegen ihn gestellt. Aber er hätte das Land nie verlassen. Der Westen hat ihn immer sehr bejubelt, bis er mit Christa Wolf und anderen Ende November 1989 den Aufruf »Für unser Land« unterschrieben hat. Damit wurden sie wieder zu »DDR-Schriftstellern« und waren im Feuilleton der »FAZ« erledigt.

Und dann, das darf man nicht vergessen, hat er 1994 für uns kandidiert für den Bundestag, er wurde Alterspräsident, hat eine sehr gute Rede gehalten und wurde von der Union schäbig behandelt.

Erkläre doch mal jüngeren Leserinnen und Lesern, warum du einst in die SED eingetreten bist.

Das ergab sich aus der ganzen Biografie meiner Familie. Meine Familie hatte viele Leute verloren in der Nazidiktatur. In der Führung der DDR waren, bis auf wenige Ausnahmen, nur aktive Antifaschistinnen und Antifaschisten, sie prägten das Bild. Ich war davon überzeugt, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Ich habe dann natürlich Mängel struktureller demokratischer Art kennengelernt und bin davon ausgegangen, dass das von vorübergehender Natur ist.

Deshalb war der Eintritt 1967 für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich weiß noch, ich sollte in der Schule beim Abitur Kandidat der Partei werden – das war mir nichts, ich bin dann später im VEG (Volkseigenen Gut) eingetreten.

Für mich stand '89 nie die Frage – wie für viele andere SED-Mitglieder – auszutreten. Ich habe gesagt, wir müssen eine Partei entwickeln, die sich wirklich dem demokratischen Sozialismus verschreibt und mit der ein autoritärer nicht mehr infrage kommt. Die sich aber eben auch nicht einfach anbiedert bei den Parteien, die den Kapitalismus okay finden. Das hinzubekommen ist schwierig.

Du kennst das Auf und Ab von Wahlergebnissen und Umfragezahlen, und auch in Niedersachsen ist der Wiedereinzug in den Landtag am 20. Januar keine ausgemachte Sache. Was motiviert dich, jeder braucht doch zuweilen ein Erfolgserlebnis?

Das ist wahr. Für mich war die Bundestagswahl 1998 ein Erfolgserlebnis. Natürlich war es ein Erfolgserlebnis, dass Oskar Lafontaine plötzlich an unserer Seite stand. Es war ein Erfolgserlebnis, dass ich zusammen mit ihm die Fraktion leitete, dass er für DIE LINKE und ich für DIE LINKE sprachen. Es war ein Erfolgserlebnis zu sehen, wie viele junge Leute auch aus den alten Bundesländern zu uns kamen. Die Wahl 2009 war ein Erfolgerlebnis.

Was mich motiviert ist, dass wir mit bestimmten Gesichtspunkten wirklich Erfolg haben, Schritt für Schritt auch den Zeitgeist verändern und dass immer mehr, in gewisser Hinsicht, die Systemfrage steht.

Literatur, Film, Konzert – wie wichtig ist dir das?

Der letzte Zweck von Politik muss ein Mehr an Kultur sein. Sonst hat sie keinen zivilisatorischen Anspruch. Wenn du nur Drucksachen des Bundestages liest, kommt der Tag, an dem du glaubst, dass sie das Leben widerspiegeln. Das ist schon schlimm. Und dann dauert‘s eine Weile und du siehst aus wie eine Drucksache. Dann hat sich die Sache erledigt.

Das heißt: Man muss sich auch zu anderem durchringen. Ich gehe jetzt zweimal in die Oper, darauf freue ich mich.

Auch um aus dem Drucksachen-Alltag rauszukommen, mache ich diese Gesprächsreihe. Es ist mir einfach wichtig, etwas aus dem Leben von Mario Adorf kennenzulernen oder von Jutta Limbach oder von Daniel Barenboim, auch von Volker Kauder. Die sind alle höchst unterschiedlich, die Veranstaltungen immer ausverkauft. Und ich verbringe Stunden damit, vorher etwas über die Gäste zu lesen und die Fragen vorzubereiten.

Wer oder was hat dich in deiner Gesprächsreihe am meisten überrascht?

Zum Beispiel erzählte Hape Kerkeling, dass sein Großvater im KZ saß, und ich fragte ihn – ich hatte das vorher nirgendwo gelesen –, warum. Kerkeling sagte, weil er Kommunist war.

Es gibt immer überraschende Momente. Mario Adorf berichtete, wie er die »Reichskristallnacht« erlebte. Oder der Schauspieler Michael Degen, wie er als jüdisches Kind die ganze Nazizeit illegal in Berlin lebte. Seine Geschichte haute mich einfach um!

Ich will nur sagen: Es ist spannend.

Was für ein Buch liest du derzeit?

Von Umberto Eco, das ist ja einer der gebildetsten Leute, lese ich »Der Friedhof in Prag« – auch deshalb, weil gesagt wurde, dass das Buch antisemitisch sei; das kann ich nicht feststellen.

Ich lese übrigens gerne Krimis.

Spitzensportler trainieren vier Jahre lang auf ihre Olympischen Spiele hin. Gilt das, in Maßen, auch für Spitzenpolitiker und die Bundestagswahl? Stellt sich bei dir irgendwann das Gefühl ein: Dieses Jahr wird wieder ein besonderes?

Natürlich ist eine Bundestagswahl immer ein Höhepunkt. Das ist vorher eine sehr, sehr anstrengende Zeit. Mit vielen Terminen, da musst du auch oft Kompromisse machen: Da bist du angekündigt zu einer Kundgebung, plötzlich gibt's eine Einladung zu »Hart aber fair«. Einmal hören dich vielleicht 800 Leute, im anderen Fall sehen und hören dich über eine Million. Also, was machen? Wie das organisieren? Ich muss die Zahl der Kundgebungen ein bisschen beschränken pro Tag. Früher habe ich, in den »schlimmsten« Zeiten, auf fünf Kundgebungen am Tag gesprochen. Bei der fünften wusste ich weder in welcher Stadt ich war noch, ob ich den Redekomplex schon hatte oder nicht. Das würde ich heute gar nicht mehr schaffen.

Man muss das Maß wahren. Man muss aber auch selbst Leidenschaft entwickeln. Wenn du keine Leidenschaft entwickelst, kannst du sie auch nicht vermitteln.

Wie entwickelst du sie denn?

Dadurch, dass ich das Gefühl kriege, wir schneiden gut ab – dann werde ich leidenschaftlich, weil ich das sichern will. Oder wenn ich das Gefühl habe, wir schneiden schlecht ab – weil ich das ja nicht wahrhaben will. Insofern kriegst du bei mir Leidenschaft immer hin.

Ab wie viel Prozent wäre bei dir das Gefühl gut?

Wenn wir zweistellig werden, ist das sehr gut.

Du bist optimistisch!

Na klar.

Interview: Stefan Richter, Antje Kind