Disput

Unser wichtigstes Pfund seid ihr!

Kolumne

Von Matthias Höhn

Für den Braungrünen Zärtling ist 2013 ein besonderes Jahr, es ist sein Jahr, er ist Pilz des Jahres. Für den Sumpfwiesen-Perlmuttfalter ist 2013 ein besonderes Jahr, es ist sein Jahr, er ist Schmetterling des Jahres. Beiden geht die Widmung wohl am Hut bzw. an den Flügeln vorbei und doch fällt für die kommenden zwölf Monate viel Licht auf diese Vertreter von Flora und Fauna.

Auch wir als Partei DIE LINKE werden im neuen Jahr oft im Licht des öffentlichen Interesses stehen. Anders als Pilz und Falter müssen wir dort eine gute Figur machen, uns wacker schlagen, erfolgreich sein und meinetwegen: glänzen.

Am Anfang eines Jahres wird immer ein Ausblick erwartet, in der Regel eine Mischung aus Hoffnungen und Wünschen. Hoffen und Wünschen allein füllt nicht die Bäuche, und von nichts kommt nichts. Am Ende läuft es auf Ziele hinaus, die wir mit viel Arbeit, gemeinsamen Aktionen und frischen Ideen erreichen können. Auf ein paar dieser Schwerpunkte für DIE LINKE 2013 werde ich jetzt und in den folgenden Kolumnen der nächsten Ausgaben unserer neu gestalteten Mitgliederzeitschrift DISPUT eingehen. Monatlich möchte ich als Bundesgeschäftsführer und Wahlkampfleiter hier meine Sicht auf die Dinge darlegen, werde mich bemühen, im Ton lockerer als »Verlautbarungen« zu klingen, und hoffe ehrlich auf Zustimmung oder Kritik. Beides ist mir gleichermaßen wichtig – das eine erfreut, das andere spornt an.

Seit Mitte des vergangenen Jahres haben wir gemeinsam erreicht, dass DIE LINKE endlich wieder über Inhalte wahrgenommen wird und der Abwärtstrend gestoppt ist. Miteinander statt gegeneinander ist die gesunde Basis, die uns in die Zukunft trägt. Und wenn in wenigen Tagen mit der Landtagswahl in Niedersachsen die erste Bewährungsprobe ansteht, bin ich optimistisch, dass wir es als linke, soziale Kraft erneut in den Landtag von Hannover schaffen. Allein die Tatsache, dass aus dem ganzen Land 137 Großflächenplakate der LINKEN für den Wahlkampf gespendet wurden, zeigt die Bereitschaft zur Unterstützung und ist gelebte Solidarität.

Viel Zeit zum Luftholen wird uns danach nicht bleiben, die Debatte um unser Wahlprogramm wird uns den Rest des Winters warm halten. Wir sind mitten in der ersten Phase und bis Anfang Februar sammeln wir Themen und diskutieren offen für alle mit allen die Leitfragen. Wenn im März die ersten Krokusse blühen, wird der erste Entwurf öffentlich debattiert und auf fünf Regionalkonferenzen vorgestellt. Am 18. April folgt die endgültige Fassung unseres Wahlprogrammentwurfs. Auch wegen des öffentlichen und transparenten Prozesses bin ich mir sicher, dass wir im Juni auf unserem Bundesparteitag in Dresden das beste Wahlprogramm aller Parteien beschließen werden.

Parallel laufen die Listenaufstellungen zur Bundestagswahl in den einzelnen Landesverbänden. Ich wünsche mir, dass hierbei Kompetenz und Fairness der Rahmen sind und persönliche Animositäten keine Rolle spielen. Wenn wir dann das Wahlprogramm beschlossen haben und die Kandidatinnen und Kandidaten, die der LINKEN vor Ort und im Land ein Gesicht geben, gewählt sind, sind wir für den bevorstehenden Bundestagswahlkampf bestens gerüstet. Spätestens wenn wir in Dresden zum Ende des Parteitages die Internationale singen, soll die ganze Partei auf »Wahlkampf« geeicht sein. Von da an heißt es: kämpfen, kämpfen, kämpfen.

Leicht wird es nicht, und wir sind es gewohnt, dass wir nichts geschenkt bekommen. Wenn wir uns aber auf unsere Stärken konzentrieren, werden wir bei den anstehenden Wahlen erfolgreich sein. DIE LINKE hat gute Konzepte für ein sozialeres, gerechteres Land. Wir haben in Kommunen und Ländern bewiesen, dass wir glaubwürdig und an den Problemen der Bürgerinnen und Bürger orientiert Politik machen. Und wir haben ein weiteres Pfund, mit dem wir wuchern können: euch, die 65.000 Mitglieder unserer Partei.

Also auf: Sorgen wir gemeinsam dafür, dass 2013 auch unser Jahr wird! Das Jahr der LINKEN.

Matthias Höhn ist Bundesgeschäftsführer und Wahlkampfleiter. In seiner monatlichen Kolumne wird er schreiben, was aktuell Sache ist.