Disput

Ziviler Friedensdienst

Gewaltprävention statt Militärintervention

Gastbeitrag von Heinz Wagner, Geschäftsführer des Forum Ziviler Friedensdienst e.V.

Eine Mehrheit der Deutschen lehnt die Kriegseinsätze der Bundeswehr ab. Deshalb gehört es bei der Bundesregierung mittlerweile schon zum guten Ton, um Akzeptanz für militärische Einsätze zu werben, indem sie zugleich verstärktes ziviles Engagement ankündigt. Der Ruf nach gewaltfreier Prävention erschallt jedoch erst dann, wenn unerträgliche Bilder der Gewalt die Berichterstattung dominieren und bereits militärische Einsätze vorbereitet werden. Das Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD) fordert deshalb mit der Kampagne »Bitte 20 Millionen mehr« die neue Bundesregierung und den neuen Bundestag auf, die zivile Konfliktbearbeitung auszubauen. Auf www.20-millionen-mehr-vom-militaer.de können Interessierte diese Forderung mit ihrer Unterschrift unterstützen.

Ernsthafte Friedenspolitik müsste viel deutlicher in den Auf- und Ausbau von Instrumenten und Strukturen zur gewaltfreien Prävention investieren. Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist eines der neuen Instrumente, die Erfolge in der zivilen Prävention von Gewalt und Krieg vorweisen können. Mehr als 300 Friedensfachkräfte sind weltweit im Zivilen Friedensdienst im Einsatz. Sie arbeiten langfristig an der Überwindung von Hass und Gewalt und unterstützen insbesondere zivilgesellschaftliche Organisationen in der Friedensarbeit.

Ziviler Friedensdienst entschärft Konflikte

Nur eines von vielen Beispielen: Der ZFD unterstützt benachteiligte Gruppen dabei, ihre Interessen in Konflikten gewaltfrei zu vertreten. Durch den Klimawandel und die Ausweitung von Anbauflächen für sogenannten Ökosprit entstehen weltweit neue Konflikte um Landnutzungsrechte, zum Beispiel zwischen indigenen Bevölkerungsgruppen und nationalen Konzernen und Regierungen oder zwischen sesshaften Bauern und nomadischen Viehzüchtern. Dies betrifft so unterschiedliche Länder wie Niger, Kolumbien oder die Philippinen. Ohne Unterstützung und Vermittlung der Friedensfachkräfte des ZFD würden die Gruppen zu den Waffen greifen, um ihre Interessen zu verteidigen.

Ebenso wichtig ist die Arbeit des ZFD, wenn es darum geht, nach einem Krieg den Weg zu einem nachhaltigen Frieden zu unterstützen und eine erneute Eskalation der Gewalt zu verhindern. Ehemalige Kämpfer, oftmals traumatisiert, treten häufig als Gewalttäter und Gegner von Dialog und Versöhnung auf. Der ZFD unterstützt zum Beispiel den Aufbau von Traumazentren und die Reintegration von ehemaligen Kämpfern ins zivile Leben.

Eine umfangreiche Studie der Bundesregierung hat die Erfolge des Zivilen Friedensdienstes bestätigt. Trotzdem wurde der Zivile Friedensdienst nicht weiter ausgebaut, sondern immer mehr Geld in neue Auslandseinsätze der Bundeswehr gesteckt. Ein Problem: Nach wie vor haben Militär und Rüstung eine starke Lobby.

Lobby für den Frieden statt für Militär und Rüstung

Um endlich die gewaltfreie Prävention zu stärken, fordert das Forum Ziviler Friedensdienst mit der Kampagne »Bitte 20 Millionen mehr« die neue Bundesregierung und den neuen Bundestag auf, den Zivilen Friedensdienst deutlich auszubauen. Auf www.20-millionen-mehr-vom-militaer.de können Interessierte diese Forderung mit ihrer Unterschrift oder einer Spende unterstützen.

Es ist an der Zeit, dass die Politik ihren Worten Taten folgen lässt und endlich zivile Prävention stärkt. Nur wenn wir jetzt den Druck für eine andere Friedenspolitik erhöhen, wird sich etwas ändern.

Jetzt unterzeichnen für den Ausbau des Zivilen Friedensdienstes!

www.20millionen-mehr-vom-militaer.de