Disput

Zu jeder Zeit ehrlich

Im »Interview«: August Bebel – Drechsler und Sozialist, Parteiführer und Publizist. Er starb vor 100 Jahren, am 13. August 1913 (ausführliche Fassung des im gedruckten DISPUT 7/2013 erschienenen Beitrages)

Genosse Bebel, eine andere Ära, ein anderes Leben - trotzdem möchte DISPUT dich zu deiner Zeit und zu deinen Kämpfen - nachträglich - befragen. Einverstanden?

… ich habe furchtbar zu tun und weiß bald nicht mehr, wo mir der Kopf steht.(1)

Vielleicht darf ich mich dann aus deinen Reden und Schriften bedienen, diese für die Antworten »übersetzen«?

Ich habe natürlich keine Einwendung zu machen gegen die Uebersetzung. Bei Eurer Räubernatur muß man schon es als einen Fortschritt ansehen, daß man überhaupt gefragt wird, ob man stehlen darf.(2)

Danke. Der Anlass für unser »Interview« ist zwar der 100. Todestag. Aber gehen wir doch weiter zurück, wie war das mit deinem Geburtstag, am 22. Februar anno 1840 in Deutz bei Köln?

Nach der Angabe meiner Mutter war es abends Schlag 9 Uhr, als ich in die Welt trat, insofern »ein historischer Moment«, als eben draußen vor der Kasematte der Hornist den Zapfenstreich blies, bekanntlich seit »unvordenklichen Zeiten« das Zeichen, daß die Mannschaften sich zur Ruhe zu begeben haben.

Prophetisch angelegte Naturen könnten aus dieser Tatsache schließen, daß damit schon meine spätere oppositionelle Stellung gegen die bestehende Staatsordnung angekündigt wurde. Denn streng genommen verstieß es wider die militärische Ordnung, daß ich als preußisches Unteroffizierskind in demselben Augenblick die Wände einer königlichen Kasemattenstube beschrie - und ich soll schon bei meiner Geburt eine recht kräftige Stimme gehabt haben -, in dem der Befehl zur Ruhe erlassen wurde.(3)

Wie hast du deine Mutter in Erinnerung, was war sie für eine Frau?

Die Ärmste hatte wenig gute Tage in ihrem Ehe- und Witwenleben gesehen. Und doch war sie immer heiter und guten Mutes. Ihr starben binnen drei Jahren zwei Ehemänner, außerdem zwei Kinder, außer meinem jüngsten Bruder eine Schwester, die vor mir geboren worden war, die ich aber nicht gekannt habe. Mit uns zwei Brüdern hatte sie wiederholt schwere Krankheitsfälle durchzumachen. Ich erkrankte 1848 am Nervenfieber und schwebte mehrere Wochen zwischen Leben und Tod. Einige Jahre danach erkrankte ich an der sogenannten freiwilligen Hinke, kam aber mit graden Gliedern davon. Mein Bruder stürzte, neun Jahre alt, beim Spiel in einer Scheune von der obersten Leiterstufe auf die Tenne herab und trug eine schwere Kopfwunde und eine Gehirnerschütterung davon. Auch er entging nur mit genauer Not dem Tode. Meine Mutter selbst litt mindestens sieben Jahre an der Schwindsucht. Mehr Trübsal und Sorge konnten kaum einer Mutter beschieden sein.(4)

Dem muss man beipflichten. Und du hast ja, wie kurz erwähnt, gesundheitlich auch nicht gerade vor Kraft gestrotzt.

Meine physische Leistungsfähigkeit wurde durch meine körperliche Schwäche beeinträchtigt. Ich war ein ungemein schwächlicher Junge, wozu wohl auch mangelhafte Ernährung beitrug. So bestand unser Abendessen viele Jahre lang täglich nur in einem mäßig großen Stück Brot, das mit Butter oder Obstmus dünn bestrichen war. Beschwerten wir uns, und wir klagten täglich, daß wir noch Hunger hätten, so gab die Mutter regelmäßig zur Antwort: »Man muß manchmal den Sack zumachen, auch wenn er noch nicht voll ist«.(5)

Lass uns nochmal zurückkommen auf deinen Geburtsschrei, zu dem du spaßig angemerkt hast, man könnte aus ihm auf deine spätere oppositionelle Stellung gegen die bestehende Staatsordnung schließen. Damit wären wir gleich bei einem deiner herausragenden Merkmale: deiner unbeugsamen Stellung gegen die bestehende Ordnung. Es …

… muß immer und immer wieder mit aller Schärfe betont werden, daß die Sozialdemokratie eine Partei des proletarischen Klassenkampfes mit entsprechenden Zielen ist, daß die Partei zwar die Befreiung der ganzen Menschheit aus Not, Elend, Ausbeutung und Unterdrückung erstrebt, daß aber dieses Ziel allein auf dem Boden des Klassenkampfes und der Eroberung der politischen Macht durch das klassenbewußte Proletariat, dessen Scharen durch den Gang der kapitalistischen Gesellschaftsordnung immer gewaltiger anschwellen, erreicht werden kann.(6)

Das hört sich nach einer klaren Kampfansage an.

Die Ziele der Sozialdemokratie sind in der Tat auf eine Umgestaltung der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung von Grund aus gerichtet, und wenn Sie diese Bestrebungen … als revolutionär bezeichnen, habe ich von meinem Standpunkt aus dagegen nichts einzuwenden.(7)

Oder anders gesagt:

So lange ich atmen und schreiben und sprechen kann, soll es nicht anders werden. Ich will der Todfeind dieser bürgerlichen Gesellschaft und dieser Staatsordnung bleiben, um sie in ihren Existenzbedingungen zu untergraben und sie, wenn ich kann, beseitigen.(8)

Starke Worte, damals auf dem SPD-Parteitag 1903, in Dresden. Da standest du bereits seit Jahrzehnten - offiziell gewählt oder dank deiner Aktivität und Autorität - deiner Partei als Vorsitzender vor. Dein erster Berufswunsch war selbstverständlich ein anderer.

Was willst du denn werden? war die Frage, die … mein Vormund, ein Onkel von mir, an mich stellte. »Ich möchte das Bergfach studieren!« »Hast du denn zum Studieren Geld?« Mit dieser Frage war meine Illusion zu Ende.(9)

Drechsler bist du geworden, Spezialist für Tür- und Fensterklinken aus Büffelhorn; du wurdest Politiker, Parlamentarier, Publizist. Du hast mit akribischen Befragungen die Lage der arbeitenden Klasse, in Webereien und in Bäckereien, untersucht. Zu welchem Resultat bist du gelangt?

Wo ein reicher Nichtstuer entstehen soll, müssen hundert fleißige Menschen arm sein. Nur die Armut schafft den Reichtum, Kapital ist konzentrierter Arbeiterschweiß. Millionäre züchtet man nicht bloß durch Sklaverei im heißen Afrika, man züchtet sie auch mit Hilfe weißer Sklaven im gemütlichen Deutschland.(10)

Was folgte daraus für dich?

Unser Parteiprogramm verlangt, daß wir gegen jedes Unrecht und jede Unterdrückung, richte sie sich gegen eine Rasse oder eine Klasse oder Nationalität oder Religionsgemeinschaft, aufzutreten und Unrecht und Unterdrückung zu bekämpfen haben.(11)

Und mit bekämpfen meinst du: bekämpfen?

Unser Ziel erringen wir nicht durch kleine Konzessionen, durch Kriechen am Boden, indem wir zu den Massen heruntersteigen, sondern indem wir die Massen zu uns emporheben, indem wir sie begeistern für unsere großen Ziele.(12)

Das erreichen wir aber nicht dadurch, daß wir durch Vertrauensvoten für die herrschenden Gewalten den Glauben der Massen an unsere eigenen Prinzipien erschüttern.(13)

Das haben, wie Auseinandersetzungen zu allen Zeiten zeigten, nicht alle so gesehen.

Der Differenzpunkt liegt nicht darin, ob in fünf Jahren eine Revolution ausbricht … Der Differenzpunkt liegt vielmehr in der ganzen Auffassung der Bewegung als Klassenbewegung, die große, weltumgestaltende Ziele hat und haben muß und deshalb keinen Kompromiß mit der herrschenden Gesellschaft eingehen kann und, wenn sie es tät, einfach zugrunde ginge …(14)

In diesem Zusammenhang: Was bedeuten dir Grundsätze für eine Partei?

Ohne Einheit der Grundsätze und Ueberzeugungen, ohne Einheit der Ziele keine Einigkeit und keine Begeisterung für den Kampf, keine Möglichkeit, die Regimenter, Brigaden und Armeekorps ins Gefecht zu bringen, in die Schlacht zu führen und Siege zu erfechten …(15)

Und, mit historisch Prominenten gefragt: Was tun?

Die Partei steht nach wie vor auf dem Boden des Klassenkampfs ... und betrachtet es demzufolge als geschichtliche Aufgabe der Arbeiterklasse, die politische Macht zu erobern, um mit Hilfe derselben durch Vergesellschaftung der Produktionsmittel und Einführung der sozialistischen Produktions- und Austauschweise die größtmögliche Wohlfahrt aller zu begründen.(16)

Wie stellst du dir die neue Ordnung vor?

Der Sozialismus stimmt mit der Bibel darin überein, wenn diese sagt: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.(17)

Das ist jetzt aber sehr knapp. Geht's nicht ein bisschen ausführlicher?

An Stelle der Privatindustrie, an Stelle der wilden, unorganisierten Produktionsweise - die uns die gegenwärtige Krise auf den Hals gebracht hat - soll eine sozialistisch, das heißt gesellschaftlich organisierte Produktionsweise treten, wo einer für alle und alle für einen einstehen. (…)

Nach unserer Auffassung hat die Gesellschaft die Pflicht, sich so zu organisieren, daß für das Wohl aller ihrer Mitglieder gleichmäßig gesorgt ist, daß jedes ihrer Mitglieder in immer höherem Grade an den Errungenschaften der Kultur und Zivilisation auf allen Gebieten des menschlichen Lebens teilnehmen kann. Da behaupten die Gegner zwar, dem Fortschritt zu huldigen, aber sobald es sich um eine Besserstellung der Gesamtheit handelt, schreien die, die im Fette sitzen und die Macht in Händen haben: Wir leben in der besten der Welten, es ist ein Verbrechen, wenn diese umgestaltet werden soll.(18)

Wie erinnerst du dich an deine erste Parlamentsstunde?

Sobald ich die offizielle Anzeige meiner Wahl zum Reichstag in der Tasche hatte, reiste ich mit einigem Herzklopfen am 5. März 1867 nach Berlin. (…) Bis jetzt war mir das parlamentarische Leben noch gänzlich fremd; jemand, der mich hätte über dasselbe unterrichten können, kannte ich nicht. (…) Doch hinein ins Wasser. Als ich eben die Tür zum alten Herrenhaus in der Leipziger Straße, in dem der Reichstag tagte, öffnen wollte, wurde dieselbe von innen geöffnet und heraus trat der Prinz Friedrich Karl, der ebenfalls Mitglied des Reichstags war. Da begegnet der auf der sozialen Stufenleiter Höchste dem Niedersten, dachte ich.(19)

Wo hast du denn im Hohen Haus gesessen?

Meiner Frau schrieb ich unter dem 8. März, Schraps und ich bildeten die äußerste Linke und wir säßen dementsprechend. Weiter nach links zu rücken, verhindere uns die Wand, die wollten wir aber doch nicht mit dem Kopfe einrennen.(20)

Jahrzehntelang wählten die Arbeiter dich als Stimme der Opposition. Was hat's gebracht, lohnt der ganze Aufwand?

Wir leisten vielfach Tretmühlenarbeit im Reichstag. Ich habe mich das manchmal gefragt, aber selbstverständlich, ich bin viel zu kampflustig, als daß ich dem lange nachgehangen hätte. Ich sagte mir: Das hilft nun alles nichts, das muß durchgefressen und durchgehauen werden! Man tut, was man kann, aber man täusche sich nicht über die Situation!(21)

Manche täuschten oder täuschen sich aber doch. Welche Erklärung hast du dafür?

… der Boden des Parlaments ist ein glatter Boden, auf dem mancher zum Straucheln kommt, der nicht festen Charakters ist. Das Bewußtsein, Volksvertreter zu sein, verführt leicht zur Selbstüberhebung, der Gewählte vergißt zu oft, daß er nur der Mandatar seiner Wähler ist und daß er nichts tun darf, was den Interessen und Rechten derselben widerspricht. Einmal gewählt, glaubt er nach Gutdünken handeln zu können und handelt danach oft mehr im Interesse der Klasse, der er durch soziale Stellung angehört, als der Masse, die ihn gewählt hat.

Daher ist die beständige Kontrolle der Wähler über ihre Abgeordneten eine ihrer wichtigsten Aufgaben und die Möglichkeit, öfter in die Lage zu kommen, dem Gewählten ihr Vertrauen zu entziehen oder wieder zu betätigen, ist ihr wichtigstes Recht.(22)

Was war denn so eine deiner Sternstunden im Parlament, wann gab's die heftigsten Reaktionen?

Am 26. November (1870) stand die Forderung der weiteren Geldbewilligung (100 Millionen Taler) auf der Tagesordnung. Ich nahm zu dieser Forderung das Wort. (…) Meine Rede war nicht lang, aber sie erweckte einen Sturm, wie ich ihn seitdem nie wieder mit einer Rede hervorrief.(23)

Und da …

… brach vollends der Sturm los. Ein großer Teil des Hauses hatte einen förmlichen Tobsuchtsanfall; man überschüttete uns mit Schimpfworten der gröbsten Art, Dutzende von Mitgliedern drängten mit erhobenen Fäusten auf uns ein und drohten uns hinauszuwerfen.(24)

Im kriegssieg-taumelnden Deutschland bist du am 24. Mai 1871 im Reichstag mutig auf- und für die (niedergeschlagene) Pariser Kommune eingetreten. Welche Bedeutung hast du ihr für die Perspektiven beigemessen, was hast du da gesagt?

Meine Herren, und wenn auch im Augenblick Paris unterdrückt ist, dann erinnere ich Sie daran, daß der Kampf in Paris nur ein kleines Vorpostengefecht ist, daß die Hauptsache in Europa uns noch bevorsteht und daß, ehe wenige Jahrzehnte vergehen, der Schlachtruf des Pariser Proletariats »Krieg den Palästen, Friede den Hütten, Tod der Not und dem Müßiggange« der Schlachtruf des europäischen Proletariats werden wird.(25)

Das blieb vermutlich nicht ohne Wirkung …

Fürst Bismarck äußerte im Herbst 1878 bei der Beratung des Sozialistengesetzes, es sei diese meine Rede gewesen, die ihm die Gefährlichkeit des Sozialismus vor Augen führte.(26)

Deine Reden auf Volksversammlungen, oft vor Tausenden, waren legendär. Wie erklärst du dir die Resonanz?

Selbst Engelszungen haben nur Erfolg, wenn der Resonanzboden für das, was sie predigen, vorhanden ist.(27)

Das hast du schön gesagt. Aber du kannst fraglos auch anders, zumindest in den Auseinandersetzungen?

Ich belle nicht nur, ich beiße.(28)

Mal hast du heftig gebissen, manchmal vorsichtiger. Wie war das mit Leuten wie Eduard Bernstein?

Also Meinungsverschiedenheiten wird es immer geben; was würde das für eine langweilige Gesellschaft, wo sie nicht wären! (…) Was notwendig ist, ist, daß wir einen gemeinsamen Boden haben, gemeinsame Grundanschauungen über die bürgerliche Gesellschaft einerseits, über die sozialistische andererseits; wo das nicht der Fall ist, da hörte freilich eine Verständigung auf.(29)

Und wo sie aufgehört hat …

… halte ich es für den größten Fehler im Parteiinteresse, wenn der bestehende Gegensatz beständig vertuscht und als nicht vorhanden dargestellt wird. Das mag die Einigkeit fördern, stört aber die Einheit und die Kraft der Partei.(30)

Wir sind mit unserer prinzipiellen Politik großgeworden, wir wollen nicht durch Preisgabe unserer Grundsätze uns ruinieren.(31)

Prinzipielle Politik bedeutete für dich zu keiner Zeit, praktische Politik zu vernachlässigen.

Den ungeheuren Anhang und das Vertrauen in den Arbeitermassen haben wir nur, weil diese sehen, dass wir praktisch für sie tätig sind und sie nicht nur auf die Zukunft des sozialistischen Staates verweisen, von dem man nicht weiß, wann er kommen wird.(32)

Wie hältst du es mit den politischen Gegnern, was bringt es, ihnen entgegenzukommen?

Unser Verhalten wird an dem Verhalten unserer Gegner gar nichts ändern. Um einigermaßen zu wirken, müßten wir alles abschwören und verleugnen, unser Organ vernichten, unsere Reden im Reichstag und Landtag kastrieren, kurz, wir müßten alles unterlassen, was unseren Gegnern auch nur im geringsten mißfallen könnte. Und wenn wir das alles täten, würde man noch immer mehr verlangen und schließlich - uns doch nicht glauben, sondern erklären, das alles sei nur Heuchelei, auf Düpierung berechnet, und jetzt müsse man erst recht vorsichtig sein. Wir wären dann die gründlich Blamierten.(33)

Wenn ich als Sozialdemokrat in ein Bündnis mit bürgerlichen Parteien eintrete, so ist tausend gegen eins zu wetten, daß nicht die Sozialdemokraten, sondern die bürgerlichen Parteien die Gewinnenden und wir die Verlierenden sind. Es ist ein politisches Gesetz, daß überall, wo Rechte und Linke sich liieren, die Linke verliert und die Rechte gewinnt.(34)

1875 vereinten sich der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein, von Lassalle gegründet, und die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, die von Wilhelm Liebknecht und dir maßgeblich geprägt gewesen war. Dem Vereinigungskongress in Gotha ging jahrelanger Zoff voraus, manchmal sogar handgreiflicher. Welche Ausmaße nahmen die Streitereien an?

Mit dem Auftreten Lassalles und der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, die am 23. Mai 1863 in Leipzig erfolgte, war das Signal gegeben zu erbitterten Kämpfen innerhalb der Arbeiterwelt, die sich von jetzt ab während einer ganzen Reihe Jahre abspielten und in denen oft Szenen vorkamen, die jeder Beschreibung spotten. Die Erbitterung wuchs mit den Jahren hüben und drüben, und da Arbeiter nicht an den Salonton gewöhnt sind - der übrigens auch bei denen versagt, die stolz auf denselben zu sein pflegen, sobald sie untereinander in starke Meinungsverschiedenheiten geraten -, so flogen die derbsten Grobheiten und Beschuldigungen herüber und hinüber. Nicht selten kam es aber auch zu Raufereien und Gewaltszenen in den Versammlungen, in denen die beiden Gegner aufeinanderplatzten, was zur Folge hatte, daß öfter die Wirte ihre Säle für Versammlungen verweigerten.(35)

Nicht gerade die feine Art. Dessen ungeachtet schien, insbesondere nach Gotha, der Aufstieg der Arbeiterbewegung unaufhaltsam zu sein, und du hattest einen riesigen Anteil daran. Welche Aufgabe hatte dabei die Partei?

Erreichen kann eine Partei nur etwas, wenn sie agitiert, wenn sie die Massen aufklärt, sie in Bewegung bringt, wenn man mit einem Wort eine große Volksbewegung entfacht.(36)

Das Einfache, das im politischen Alltag so schwer zu machen ist. 1878 ließ Kanzler Bismarck mit dem Sozialistengesetz die junge, noch recht kleine und wenig erfahrene Partei verbieten, und mit ihr alles, was nur entfernt nach Sozialdemokratie roch. Was ging in dieser Situation in dir vor?

Ich leugne nicht, mich packte der Ingrimm, als ich nach Hause fuhr. Ich nahm mir in jener Stunde vor, soweit es an mir läge, alles aufzubieten, um die Wirksamkeit des Gesetzes zu durchkreuzen, und ich habe mein mir gegebenes Wort redlich gehalten.(37)

Was genau geschah mit Einführung des Sozialistengesetzes?

Sobald das Gesetz verkündet und in Kraft getreten war, fielen die Schläge hageldicht. Binnen wenigen Tagen war die gesamte Parteipresse mit Ausnahme des »Offenbacher Tageblatts« und der »Fränkischen Tagespost« in Nürnberg unterdrückt. Das gleiche Schicksal teilte die Gewerkschaftspresse mit Ausnahme des Organs des Buchdruckerverbandes, des »Korrespondenten«. Auch war der Verband der Buchdrucker, abgesehen von den Hirsch-Dunckerschen Vereinen, die einzige Gewerkschaftsorganisation, die von der Auflösung verschont blieb. Alle übrigen fielen dem Gesetz zum Opfer. Ebenso verfielen der Auflösung die zahlreichen lokalen sozialdemokratischen Arbeitervereine, nicht minder die Bildungs-, Gesang-und Turnvereine, an deren Spitze Sozialdemokraten standen, und die deshalb für sozialdemokratische Vereine erklärt wurden, in denen, wie die Phrase im Gesetz lautete, »sozialdemokratische, auf den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen in einer den öffentlichen Frieden, insbesondere die Eintracht der Bevölkerungsklassen gefährdenden Weise« zutage getreten seien.

(…) Mit einem Federzug vernichtete die Polizei, was durch viele Jahre unter großer Mühe und Opfern aller Art aufgebaut worden war.(38)

Wie hast du die folgende Zeit erlebt?

Während der zwölfjährigen Dauer des Sozialistengesetzes war ich - ich darf das ohne Übertreibung sagen - der in Deutschland polizeilich am meisten verfolgte Mensch. Die Polizei hatte die vorgefaßte Meinung, ich sei ein gefährlicher Mensch, den man nicht aus den Augen lassen dürfe. Und Herr v. Puttkamer, der vom Frühjahr 1881 ab bis in die letzten Regierungstage Kaiser Friedrichs im Jahre 1888 preußischer Minister des Innern war, bestätigte diese Ansicht, indem er mich gelegentlich einer Sozialistendebatte im Reichstag im Jahre 1886 den »Allergefährlichsten« nannte. Daß ich mich unter dieser polizeilichen Schutzwache wohl gefühlt, wird man nicht annehmen. Im Gegenteil, mein Haß gegen diese Staatsretterei steigerte sich von Jahr zu Jahr, und da die zahllosen Gemeinheiten und Gewissenlosigkeiten, die die Polizei an zahlreichen Parteigenossen und auch an mir verübte, sich berghoch anhäuften, wuchs auch meine Verachtung gegen sie. Ich kam allmählich in eine Stimmung, wonach es mein sehnlichster Wunsch war, es möchte zu einer inneren Katastrophe kommen, die uns in die Lage setzte, Vergeltung zu üben für all die Frevel, die man von jener Seite sich gegen uns hatte zuschulden kommen lassen. Noch heute steigt mir das Blut zu Kopfe, gedenke ich jener Zeiten. Daß ich, wenn ich in Berlin zum Reichstag war, auf Schritt und Tritt überwacht wurde, das passierte auch meinen sozialdemokratischen Kollegen. Aber daß man den Telegraphen hinter mir in Bewegung setzte und von einer Stadt zur anderen telegraphierte, daß und wann ich ankommen würde, passierte nur mir. Das geschah meist in der Weise, daß der Polizist, der mich zu überwachen hatte, sobald ich auf dem Bahnhof eine Fahrkarte löste, hinter mir an den Schalter trat und sich erkundigte, wohin ich die Fahrkarte genommen. Und nicht bloß wegen sogenannter Agitationsreisen wurde ich verfolgt, sondern auch auf meinen geschäftlichen Reisen wurde derselbe Unfug verübt.(39)

Und doch: Die junge Arbeiterbewegung ging gestärkt aus dieser Auseinandersetzung hervor.

Zäher und ausdauernder hat noch nie eine politische Partei der Macht der Gewaltigen widerstanden, tapferer ist noch keine der Übermacht ihrer Feinde entgegengetreten, keine verstand es bewußter, den gelegten Schlingen zu entgehen. (…) Freilich, ohne furchtbar schwere Opfer ist dieser Sieg nicht errungen worden.(40)

Du sprichst die Bewusstheit an. Wie ist das generell - wir hatten es vorhin schon in unserem »Interview« kurz behandelt - mit den Prinzipien, mit dem Verhältnis zwischen den großen Zielen und den gewöhnlichen Tagesaufgaben?

Ich sage noch einmal, wir sind im Wesen eine revolutionäre Partei. Das schließt nicht nur aus, das schließt ein, daß wir Reformen nicht zurückweisen, wo wir sie bekommen können.(41)

Der Doktrinarismus hat das Gute, daß er die Prinzipien, die einer Bewegung zugrunde liegen, klar und rein erhält und als Mahner erscheint, wo Fehler gemacht zu werden drohen.

Er hat aber auch das Schlimme, daß er als Kind mit dem Bade ausschüttet, daß er vom Olymp der »reinen Prinzipien« aus der Praxis des Lebens und vor allen Dingen die Natur der Massen übersieht, eine Welt sich konstruiert, die nicht ist, und Menschen voraussetzt, die nicht sind. Für den reinen Prinzipienkampf wird in jeder Bewegung zunächst nur eine Minorität gewonnen. Das sind die Männer des klaren Blicks, der energischen Tat, diejenigen, deren Idealismus sie alle Hindernisse überwinden läßt, die eher das Leben als ihre Überzeugung lassen. Hinter ihnen aber marschiert langsam und bedächtig die große Masse, die keinen Schritt tut, ehe sie ihn genau geprüft hat, die wohl bereit ist, das Ganze, was man ihr in Aussicht stellt, zu erlangen, die aber dem Übermorgen das Heute und Morgen vorzieht und erst durch den greifbaren Vorteil von heute für das Endziel von übermorgen zu gewinnen ist.(42)

Für den reinen Prinzipienkampf wird in jeder Bewegung zunächst nur eine Minorität gewonnen. Das sind die Männer des klaren Blicks, der energischen Tat, diejenigen, deren Idealismus sie alle Hindernisse überwinden läßt, die eher das Leben als ihre Überzeugung lassen. Hinter ihnen aber marschiert langsam und bedächtig die große Masse, die keinen Schritt tut, ehe sie ihn genau geprüft hat, die wohl bereit ist, das Ganze, was man ihr in Aussicht stellt, zu erlangen, die aber doch dem Übermorgen das Heute und Morgen vorzieht und erst durch den greifbaren Vorteil von heute für das Endziel von übermorgen zu gewinnen ist.(43)

Mir fiel in deinen Reden auf Parteitagen und im Parlament und in deinen Schriften auf, mit wie vielen Zahlen und Fakten du sie gespickt hast. Beeindruckt hat mich deinen Untersuchung zur Lage in den Bäckereien, darüber, wie konkret und umfassend Ausbeutung ablief.

Wenn ich mit einem Gegner polemisiere, so suche ich mir möglichst viel Tatsachenmaterial herbeizuschaffen, das dessen Argumente erdrückt, und wenn es mir weiter möglich ist, das Tatsachenmaterial noch durch Zahlen zu verstärken, so rücke ich mit ganzen Batterien Zahlen an …, denn ein Quentchen Tatsache ist wirksamer als ein ganzes Pfund Theorie.(44)

Jetzt sind wir bei Marx und bei Engels. Wie bist du an die beiden geraten - zunächst ideologisch?

Gegen Ende 1869 fand ich (…) erst auskömmlich die Zeit und Ruhe, den im Spätsommer 1867 erschienenen ersten Band »Das Kapital« von Marx gründlich zu lesen, und zwar im Gefängnis. Fünf Jahre früher hatte ich versucht, die 1859 erschienene Schrift von Marx »Zur politischen Ökonomie« zu studieren, aber es blieb bei dem Versuch. Überarbeit und der Kampf um die Existenz gewährten mir nicht die nötige Muße, die schwere Schrift geistig zu verdauen. Das Kommunistische Manifest und die anderen Schriften von Marx und Engels wurden aber der Partei erst gegen Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre bekannt. Die erste Schrift, die mir von Marx in die Hände kam und die ich mit Genuß las, war seine Inauguraladresse für die Gründung der Internationalen Arbeiterassoziation. Diese Schrift lernte ich 1865 kennen. Ende 1866 trat ich der Internationalen Arbeiterassoziation bei.(45)

Und wie hast du sie direkt erlebt?

Ich lernte Marx und zugleich auch Engels persönlich erst 1880 in London kennen anläßlich eines »Kanossaganges«, den ich mit Bernstein unternahm.(46)

Engels empfing uns sehr liebenswürdig; er redete mich sofort mit Du an, ebenso Marx, den wir am Nachmittag besuchten, außerdem lud mich Engels, der dieses Jahr zum Wittwer geworden war, ein, bei ihm zu wohnen, und die Tage unserer Anwesenheit wurden selbstverständlich zu einem gründlichen Meinungsaustausch nach allen Seiten benutzt …(47)

Als 1882 eine Zeitungsente deinen vermeintlichen Tod vermeldete, schrieb Marx: »Es ist entsetzlich, das größte Unglück für unsere Partei! Er war eine einzige Erscheinung innerhalb der deutschen (man kann sagen der europäischen) Arbeiterklasse.« Und Engels - nach der Richtigstellung: »Nein, alter Bursche, so jung darfst Du uns nicht abkratzen.«

Da habe ich gesehen, wie wert ich den Freunden und Gesinnungsgenossen bin, das legt mir ja die Pflicht auf, nun erst recht zu leben und meine Schuldigkeit zu tun.

Einstweilen habe ich einen Pakt auf weitere vierzig Jahre mit dem Sensenmann geschlossen; ich denke, diese Zeit reicht nicht nur, um den Zusammenbruch des Alten zu erleben, sondern auch noch ein redlich Stück vom Neuen zu genießen.(48)

»Unsere« Millenniumsfeier liegt nun auch schon ein paar Jahre zurück. Wie war's mit deiner 1899/1900. Welche Hoffnungen hattest du damals?

Aufgabe des zwanzigsten Jahrhunderts ist, zu vollenden, was das neunzehnte Jahrhundert begonnen hat. Die Entwicklung schreitet nicht mehr, sie stürmt nach vorwärts. Mit jedem Jahr mehren sich die Zeichen, daß die bürgerliche Gesellschaft von dem aufsteigenden Ast ihrer Entwicklung auf den absteigenden Ast gelangt. Ihre Unfähigkeit wächst, der Menge und Größe der Kulturaufgaben gerecht zu werden, die die Zeit ihr stellt.(49)

Das 20. Jahrhundert ist mehrfach als das Jahrhundert der Socialreform bezeichnet worden. Ich betrachte es als das Jahrhundert der socialen Revolution, in dem die letzten Reste menschlicher Unfreiheit und der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beseitigt werden.

Diesen Zustand herbeizuführen ist, neben dem Proletariat, in erster Linie Aufgabe der Frauen, die noch weniger als das Proletariat Menschen- und Bürgerrechte genießen.(50)

Frauen … Dein Buch mit den meisten Auflagen - 53 allein zu deinen Lebzeiten - wurde »Die Frau und der Sozialismus«.

Das Buch hat seinen Weg gemacht, und ich darf ohne Überhebung sagen: es hat bahnbrechend gewirkt.(51)

Was war, kurz gefasst, der Ausgangspunkt für deine Schrift?

Die Frau wurde Sklavin, ehe der Sklave existierte.(52)

Und die Arbeiterbewegung sollte - mit den Frauen - für deren Befreiung kämpfen.

Von allen Parteien ist die sozialdemokratische Partei die einzige, welche die volle Gleichberechtigung der Frau, ihre Befreiung von jeder Abhängigkeit und Unterdrückung in ihr Programm aufgenommen hat, nicht aus agitatorischen Gründen, sondern aus Notwendigkeit. Es gibt keine Befreiung der Menschheit ohne die soziale Unabhängigkeit und Gleichstellung der Geschlechter.(53)

Die Frau der neuen Gesellschaft ist sozial und ökonomisch vollkommen unabhängig, sie ist keinem Schein von Herrschaft und Ausbeutung mehr unterworfen, sie steht dem Manne als Freie, Gleiche gegenüber und ist Herrin ihrer Geschicke. Ihre Erziehung ist der des Mannes gleich ...(54)

Wer waren die Kritiker deines Buches?

Dieses sind die Philister männlichen und weiblichen Geschlechts, die sich aus dem engen Kreise ihrer Vorurteile nicht herausfinden können. Es ist das Geschlecht der Käuzchen, das überall ist, wo Dämmerung herrscht, und erschreckt aufschreit, sobald ein Lichtstrahl in das ihm behagliche Dunkel fällt.(55)

Wie und wo hast du eigentlich Julie, deine Ehefrau, kennengelernt?

Meine Frau war die Tochter eines Bodenarbeiters an der Leipzig-Magdeburger Bahn, der schon gestorben war, als ich sie kennenlernte. Meine Braut war Arbeiterin in einem Leipziger Putzwarengeschäft. Wir verlobten uns im Herbst 1864, kurz vor dem Tode ihrer braven Mutter, und heirateten im Frühjahr 1866. Ich habe meine Ehe nie zu bereuen gehabt. Eine liebevollere, hingebendere, allezeit opferbereitere Frau hätte ich nicht finden können. Leistete ich, was ich geleistet habe, so war dieses in erster Linie nur durch ihre unermüdliche Pflege und Hilfsbereitschaft möglich. Und sie hat viele schwere Tage, Monate und Jahre zu durchkosten gehabt, bis ihr endlich die Sonne ruhigerer Zeiten schien.(56)

Einen erstaunlichen Vorschlag hast du gemacht, nachdem deine Tochter Frieda 1894 Enkel Simon zu Welt gebracht hatte …

Schade, daß es keine Orden für solche heroische Taten gibt …, ich würde sie (Frieda - S.R.) zur Ritterin in Vorschlag bringen; das wäre sicher viel vernünftiger, als für Menschenmord Auszeichnungen zu geben.(57)

Der Kampf gegen Militarismus und Aufrüstung gehörte ins Zentrum deines Wirkens. Dir wird die legendäre Kampfansage zugeschrieben: »Diesem System keinen Mann und keinen Groschen«.

… nachdem ich vor ein paar Tagen als Mitglied der Budgetkommission Gelegenheit hatte, auf dem Übungsplatz bei Jüterbog die modernen Vernichtungsmaschinen kennenzulernen, die in einem künftigen Kriege die Hauptrolle spielen, ist erst recht ein Abscheu wider den Krieg in mir aufgelodert.(58)

Wo übrigens dieser Rüstungswahnsinn hinaus soll, wissen die Götter. Wiederum ist es Deutschland, das seit 50 Jahren zum so u(nd) sovielten (Mal?) das Signal zu großen militärischen Rüstungen gibt …(59)

Die Aufrüstung wuchs und wuchs. Bereits 1911 hattest du prophezeit, was ab 1914 im Ersten Weltkrieg eintraf:

So wird man eben von allen Seiten rüsten und wieder rüsten … eines Tages kann die eine Seite sagen: das kann so nicht weitergehen. Sie kann auch sagen: halt, wenn wir länger warten, dann geht es uns schlecht, dann sind wir der Schwächere statt der Stärkere. Dann kommt die Katastrophe. Alsdann wird in Europa der große Generalmarsch geschlagen, auf den hin 16 bis 18 Millionen Männer, die Männerblüte der verschiedenen Nationen, ausgerüstet mit den besten Mordwerkzeugen, gegeneinander als Feinde ins Feld rücken.

Aber nach meiner Überzeugung steht hinter dem großen Generalmarsch der große Kladderadatsch … Er kommt nicht durch uns, er kommt durch Sie selber … Die Götterdämmerung der bürgerlichen Welt ist im Anzuge. (…) Sie stehen heute auf dem Punkte, Ihre eigene Staats- und Gesellschaftsordnung zu untergraben, Ihrer eigenen Staats- und Gesellschaftsordnung das Totenglöcklein zu läuten.(60)

So sehen wir, wie in dieser bürgerlichen Welt aus sich selber heraus einer über den anderen hinausdrängt, wie sie immer mehr Zerstörungsmittel schafft, wie sie ungeheure Armeen nothwendig macht, wie sie kolossale Marinen erfordert, bis eines Tages nothwendigerweise, wenn es wirklich zu einem großen Zusammenstoß kommt, dann auch der allgemeine Kladderadatsch eintreten muß … das ist das nothwendige Ende dieser Entwicklung!(61)

So ähnlich hattest du dich häufiger geäußert, so schnell ging's dann aber doch nicht.

Wer hätte vor 30-40 Jahren geglaubt, daß solche Entwicklungsphasen dieser Kapitalismus durchmacht und noch sind wir nicht am Ende.(62)

Fürwahr. Du bist bei Köln geboren worden, hast politisch besonders stark in Sachsen und auch in Berlin gewirkt, lebst in den letzten Jahren aus familiären und gesundheitlichen Gründen in der Schweiz, bist geachtet von Arbeiterinnen und Arbeitern weithin in Europa. Was bedeutet dir Vaterland?

Wir haben Ideale und dazu gehört, das Vaterland so zu gestalten, daß es allen darin wohl geht. Aber wir betrachten das Vaterland nicht in dem beschränkten Sinne, daß unser Vaterland über allen übrigen stehe. Auch gehen wir nicht von der Ansicht aus, daß wir als Deutsche als etwas Besonderes geboren sind. Daß wir Deutsche sind, das ist nicht unser persönliches Verdienst, daran ist der Zufall schuld, dafür können wir nichts, und darf uns das nicht veranlassen, uns mit Überhebung über die anderen Nationen zu setzen und gar den Nationalitätenhaß, den Chauvinismus zu kultivieren und damit alle die Übel hervorzurufen, die notwendig aus derartigen Verhetzungen der verschiedenen Vaterländer folgen.(63)

Welche Funktionen haben Nationalitätenhass und Chauvinismus?

Diese ewige Unruhe, diese Rüstungen, diese permanente Kriegsbereitschaft sind der Ausfluß der Politik der herrschenden Klassen. Nur schieben die herrschenden Klassen des einen Landes die Ursache den herrschenden Klassen des feindlichen Landes zu. Die Inatemhaltung der Völker mit der auswärtigen Politik wird Mittel der Klassenherrschaft: Man lenkt die Aufmerksamkeit von den inneren Zuständen ab.(64)

Nicht die Völker sind es, die kriegslüstern sind, nicht die Völker sind es, welche die Neigung haben, übereinander herzufallen, die Regierungen und die herrschenden Klassen sind es, die dieses »System der ewigen Beunruhigungen« hervorgerufen haben und es bis heute stützen, weil es ein sehr nötiger Schachzug für ihre ganze innere und auswärtige Politik ist.(65)

Was ist nötig um den Militarismus, Nationalismus, Chauvinismus nicht allein zu bekämpfen, sondern auszurotten?

Die Klassenherrschaft, der Klassengegensatz im Innern steht im innigsten Verhältnis zum Nationalitätengegensatz nach außen, wie er künstlich durch die herrschende Klasse in allen Staaten Europas aufrechterhalten wird. Und dieser Nationalitätengegensatz wird erst beseitigt werden, wenn die Herrschaft dieser Klasse, die Herrschaft der Bourgeoisie in Europa vernichtet wird.(66)

Für einen Sozialistenkongress hast du eine Resolution entworfen, wie die Gefahr des europäischen Gemetzels verhindert werden sollte. Mit welchem Tenor?

Droht der Ausbruch eines Krieges, so sind in den beteiligten Ländern die Arbeiter und ihre parlamentarischen Vertreter verpflichtet, alles aufzubieten, um durch Anwendung der ihnen am wirksamsten erscheinenden Mittel den Ausbruch des Krieges zu verhindern oder, falls ein solcher dennoch ausbrechen sollte, für seine rasche Beendigung einzutreten.(67)

Dazu ist es, wie wir wissen, nicht gekommen. Die Frage bleibt, was Arbeiter hierzulande und anderswo verbindet.

Der Kapitalist fragt nicht, ob die Arbeiter, die er ausbeutet, deutsch oder schwedisch, englisch oder französisch sprechen, weiße oder schwarze oder gelbe Hautfarbe besitzen. Gegen diese »internationale« Ausbeutung der Arbeiter gibt es nur ein Mittel: die internationale Verbrüderung der Ausgebeuteten.(68)

Ein paar Namen aus deiner Zeit hast du genannt. Ergänzt du bitte noch ein bisschen das Gesagte: zu Lassalle!

Ich bin …, wie fast alle, die damals Sozialisten wurden, über Lassalle zu Marx gekommen. Lassalles Schriften waren in unseren Händen, noch ehe wir eine Schrift von Marx und Engels kannten.(69)

Engels!?

Als er 1895 im fünfundsiebzigsten Lebensjahr starb, war mir's, als starb ein Stück von mir. Und dieses Gefühl hatte außer mir noch mancher andere.(70)

Als Marx vor jetzt 130 Jahren starb, war der Schock groß.

Sorgen wir um so eifriger dafür, daß die M[arx]schen Ideen und Lehren immer weiteren Eingang und Verwirklichung finden.(71)

Und wie war Wilhelm Liebknecht so?

Liebknechts echte Kampfnatur wurde von einem unerschütterlichen Optimismus getragen, ohne den sich kein großes Ziel erreichen läßt. Kein noch so harter Schlag, ob er ihn persönlich oder die Partei traf, konnte ihn nur einen Augenblick mutlos machen oder aus der Fassung bringen. Nichts verblüffte ihn, stets wußte er einen Ausweg. Gegen die Angriffe der Gegner war seine Losung: Auf einen Schelmen anderthalbe. (…) Er war ein Mann von Eisen mit einem Kindergemüt.(72)

Über Mangel an Arbeit hast du dich nie beklagen müssen. Du hattest ja oft richtig Stress: Prozesse und mehrjährige Haftstrafen. Wie hast du die weggesteckt?

Auf Ihre Anfrage, wie mir das Gefängnis in gesundheitlicher Beziehung bekommen ist, kann ich nur antworten: gut. Ich habe mich im Gefängnis entschieden erholt, vor 3 Jahren war ich gar sehr hin.(73)

Das meinst du nicht völlig ernst …?

Wie lief denn so die »normale« Alltagsarbeit ab?

Die Hatz ist ein bißchen gar zu arg. Fast Tag für Tag halb 10 Uhr nach dem Reichstag in die Commission, dann Plenarsitzung, dann so und so oft Fraktions- und Vorstandssitzung, schließlich soll man seine Akten studieren, die Correspondenz führen, die während des Reichstags aufs doppelte und dreifache anschwillt, Zeitungen lesen etc., man wird zuletzt ganz dumm und trabt dahin wie ein alter Droschkengaul.(74)

Droschkengaul?

Wenn ich allen Anforderungen in Bezug auf Referate genügen sollte …, so reichen kaum 600 Tage im Jahr aus. Es ist schon physisch unmöglich, das ganze Jahr zu agitieren. Ich habe als Kassierer, Reichstagsabgeordneter etc. auch noch andere Dinge zu tun. Dazu kommt die ungeheuere Korrespondenz und der Verkehr mit den verschiedensten Personen. Ich kann nicht sagen: »Ich bin nicht für Jemand zu sprechen«, wenn ich nicht weiß, um was es sich handelt. Oft arbeite ich bis spät in die Nacht. Ich hatte meinem Verleger eine Arbeit für 1891 versprochen; jetzt werde ich froh sein, wenn ich sie ihm 1894 geben kann.(75)

… von den unerfreulichen Reibereien in der Fraktion und außerhalb ganz zu schweigen.

Ich soll alles verantworten, auch die Dummheiten und Unterlassungssünden, die andere begehen.(76)

Warum dennoch: Warum war und blieb die Politik, sozialistische Politik, das eigentliche Handwerk des Drechslermeisters?

Wiederholt meinten Freunde von mir in bürgerlichen Stellungen, die meine Tätigkeit in der Arbeiterbewegung nicht begreifen konnten, ich sei ein dummer Kerl, daß ich mich für die Arbeiter opfere. Ich solle für das Bürgertum tätig sein und mich um die Gemeindeangelegenheiten bekümmern, ich machte ein glänzendes Geschäft und würde bald Stadtrat sein. Das erschien ihnen als das Höchste. Ich lachte sie aus, danach strebe mein Ehrgeiz nicht.(77)

Gibt's so etwas wie den wichtigsten Grundsatz, eine Maxime für dein Handeln in all den Jahrzehnten?

Mein Grundsatz ist allezeit im Leben gewesen, sobald ich einen Standpunkt, den ich bisher in einer Frage verfochten hatte, als unhaltbar erkannte, ihn zu verlassen und rückhaltlos der neugewonnenen Überzeugung zu folgen und sie auch öffentlich und nachdrücklich zu vertreten.(78)

Bist du so völlig ohne Fehl und Tadel?

Es gibt keinen fehlerlosen Menschen, und manchmal ist es das Bekenntnis eines Fehlers, das den Leser am lebhaftesten interessiert und zur richtigen Beurteilung am besten befähigt.(79)

Wie viel Selbstkritik braucht eine sozialistische Partei?

Keine Partei hat mehr als die sozialistische die Pflicht, gegen sich selbst streng zu sein, die begangenen Fehler und vorhandenen Mängel ohne Scheu aufzudecken und kritisch zu beleuchten und daraus für die Zukunft ihre Lehren zu ziehen.(80)

Inwieweit beziehst du diesen Anspruch auf die unmittelbare Parteispitze?

Mehr aber als in jeder andern politischen Partei kommt es in der socialdemokratischen auch auf den Charakter der Führer an. Es steht für die Masse zuviel auf dem Spiel und da vertraut sie lieber mehr der Ehrlichkeit als der Genialität.(81)

Du warst außergewöhnlich beliebt, die einfachen Leute sahen in dir den »Arbeiterkaiser«. Wie erwirbt man sich einen solchen Ruf?

Ich stehe über vier Jahrzehnte im politischen Kampf … Aber meine Ehre ist bis zu dieser Stunde niemals auch nur mit dem kleinsten Rostflecken beschmutzt worden. (…) Da sagen die Gegner immer, der alte Bebel, da ist nichts zu machen, der hat die Massen hinter sich. Ja, warum hat er denn die Massen hinter sich? Weil alle sich sagen müssen, er hat manchen Schwupper hinter sich, manche Dummheit gemacht, manchmal durch sein Temperament sich hinreißen lassen, aber auch in seiner Dummheit war er stets der ehrliche Mann. Ja, auch mit seinen Fehlern hat er geglaubt der Partei zu dienen, und antippen kann man ihn nicht. (…) … weil ich zu jeder Zeit ehrlich den sozialdemokratischen Klassenstandpunkt vertreten habe, weil ich heute noch mit den Massen übereinstimme, aus denen ich hervorgegangen bin.(82)

Du hast, sagen wir zum 70. Geburtstag, einen Wunsch frei:

Ich bin ein alter Kerl. Da kann einem der Atem bald ausgehen. Aber das sage ich Euch! Den Tag möchte ich noch erleben, wo ich Euch die Sturmfahne in dem dann folgenden Kampfe vorantragen könnte. Und daß wir alles daran setzen wollen, um unserer großen Sache zum möglichst baldigen Siege zu verhelfen, das laßt uns bekräftigen durch den Ruf: »Die internationale Solidarität lebe hoch! hoch! hoch!«(83)

Gib bitte der LINKEN einen Tipp für die nächsten Wahlkampfwochen!

Wir können nichts weiter tun, als uns allesamt bemühen, Fehler möglichst zu vermeiden.(84)

Und zum Schluss zum DISPUT. Lohnt sich seine Lektüre?

Das Parteiorgan muß schon deshalb überall gelesen werden, damit jeder weiß, was in der Partei vorgeht.(85)

Die Fragen er- und die Antworten fand Stefan Richter.

Anmerkungen

  1. Brief an einen thüringischen Sozialdemokraten, 2.7.1869, August Bebel. Ausgewählte Reden und Schriften, Hrsg. Horst Barthel u.a. (im Folgenden: BARS), Band 1, Dietz Verlag, Berlin 1978, S. 565
  2. Brief an Friedrich Hermann Schlüter, 13.1.1910, BARS, Bd. 9, Saur, München 1997, S. 181
  3. August Bebel: Aus meinem Leben. Zitiert nach: BARS, Bd. 6, Dietz Verlag, Berlin 1983, S. 10
  4. Aus meinem Leben, BARS, Bd. 6, S. 22/23
  5. Aus meinem Leben, ebenda, Bd. 6, S. 24
  6. Artikel in »Die Neue Zeit«, September 1903, BARS, Bd. 7/2, Saur, München 1997, S. 429/30
  7. Rede im Deutschen Reichstag, 17.2.1888, BARS, Bd. 2/1, Dietz Verlag, Berlin 1978, S. 464
  8. Rede auf dem Parteitag der Sozialdemokratischen Partei 1903, Dresden, BARS, Bd. 7/2, Saur, München 1997, S. 490
  9. Aus meinem Leben, BARS, Bd. 6, S. 24
  10. Ein Mahnwort an die arbeitenden Klassen!, 1889, BARS, Bd. 2/1, S. 539
  11. Rede im Deutschen Reichstag, 7.6.1902, BARS, Bd. 7/1, Saur, München 1997, S. 245
  12. Rede auf dem Parteitag der Sozialdemokratischen Partei 1908, Nürnberg, BARS, Bd. 8/2, Saur, München 1997, S. 447
  13. Rede auf dem Parteitag 1908, ebenda, S. 448
  14. Brief an Ignatz Auer, 4.1.1882, zitiert nach: Aus meinem Leben, BARS, Bd. 6, S. 653/654
  15. Rede auf dem Parteitag 1903, BARS, Bd. 7/2, S. 463
  16. Rede auf dem Parteitag der Sozialdemokratischen Partei 1899, Hannover, BARS, Bd. 4, Saur, München 1996, S. 489
  17. Die Frau und der Sozialismus, Erstausgabe 1883, BARS, Bd. 10/2, Saur, München 1996, S. 564
  18. Rede auf der Volksversammlung in Leipzig, 10.3.1876, BARS, Bd. 1, Dietz Verlag, Berlin 1978, S. 331
  19. Aus meinem Leben, BARS, Bd. 6, S. 278
  20. Aus meinem Leben, ebenda, S. 279
  21. Rede auf dem Parteitag 1903, BARS, Bd. 7/2, S. 482
  22. Die Tätigkeit des Deutschen Reichstages 1887-1889, 1890, BARS, Bd. 2/1, S. 672
  23. Aus meinem Leben, BARS, Bd. 6, Seite 319
  24. Ebenda
  25. Rede im Deutschen Reichstag, 25.5.871, BARS, Bd. 1, S. 150
  26. Aus meinem Leben, BARS, Bd. 6, S. 341
  27. Die Frau und der Sozialismus, Vorrede zur 50. Auflage, Stuttgart 1910, BARS, Bd. 10/2, S. 233
  28. Brief an Karl Kautsky, 9.9.1903
  29. Rede auf dem Parteitag 1899, BARS, Bd. 4, S. 486
  30. Brief an Wilhelm Liebknecht, 26.7.1885, BARS, Bd. 2/2, S. 196
  31. Brief an Karl Raschke, 11.2.1912, zitiert nach: August Bebel. Eine Biographie. Autorenkollektiv unter Leitung von Ursula Herrmann und Volker Emmrich. Dietz Verlag Berlin 1989, S. 715
  32. Rede auf dem Parteitag der Sozialdemokratischen Partei 1890, Halle, BARS, Bd. 3, Saur, München 1995, S. 28
  33. Brief an Ignatz Auer, 4.1.1882, zitiert nach: BARS, Bd. 2/2, S. 82
  34. Rede auf dem Parteitag 1910, S. 252, BARS, Bd. 8/2, S. 480
  35. Aus meinem Leben, BARS, Bd. 6, Seite 63
  36. Rede auf dem Parteitag der Sozialdemokratischen Partei 1911, Jena, BARS, Bd. 8/2, S. 553
  37. Aus meinem Leben, BARS, Bd. 6, S. 506
  38. Aus meinem Leben, BARS, Bd. 6, S. 509
  39. Aus meinem Leben, ebenda, BARS, Bd. 6, S. 571
  40. Artikel in der »Gleichheit«, 20.10.1888, BARS, Bd. 2/1, S. 487
  41. Rede auf dem Parteitag 1899, BARS, Bd. 4, S. 486
  42. Artikel in der »Gleichheit«, 26.4.1889, BARS, Bd. 2/1 S. 578
  43. Ebenda, S. 587
  44. Rede auf dem Parteitag 1899, BARS, Bd. 4, S. 502
  45. Aus meinem Leben, BARS, Bd. 6, 101
  46. Aus meinem Leben, ebenda, S. 256
  47. Aus meinem Leben, ebenda, S. 611
  48. Brief an Friedrich Engels, 1.10.1882, zitiert nach: BARS, Bd. 2/2, S. 89
  49. Die Aufgabe des zwanzigsten Jahrhunderts, in: Illustrierte Neue Welt-Kalender, 1901, BARS, Bd. 7/1, S. 160
  50. An die »New York Call« zum nationalen Frauentag in den USA, 3.2.1910, BARS, Bd. 9, S. 187
  51. Die Frau und der Sozialismus, Vorrede zur 50. Auflage, BARS, Bd. 10/2, S. 231
  52. Die Frau und der Sozialismus, ebenda, S. 243
  53. Die Frau und der Sozialismus, ebenda, S. 241
  54. Die Frau und der Sozialismus, ebenda, S. 650
  55. Die Frau und der Sozialismus, ebenda, S. 238
  56. Die Frau und der Sozialismus, ebenda, S. 139
  57. Brief an Friedrich Engels, 26.2.1894, zitiert nach: August Bebel. Eine Biographie …, S. 425
  58. Rede im Deutschen Reichstag, 10.5.1907, 12, I, Bd. 228, Berlin 1907, S. 1612
  59. Brief an Victor Adler, 28.2.1913, zitiert nach: August Bebel. Eine Biographie …, S. 723
  60. Rede im Deutschen Reichstag, 9.11.1911, BARS, Bd. 8/2, S. 576
  61. Rede im Deutschen Reichstag 22.1.1903, BARS, Bd. 7/1, S. 296
  62. Brief an Hermann Schlüter, 13.1.1910, zitiert nach: BARS, Bd. 9, S. 181
  63. Rede im sächsischen Landtag, 3.2.1886, BARS, 2/1, S 325
  64. Ein Mahnwort an die arbeitenden Klassen!, 1889, BARS, 2/1, S. 553
  65. Rede im Deutschen Reichstag, 30.10.1889, Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Reichstags, VII. Legislaturperiode, V. Session, 1. Bd., S. 42
  66. Rede im deutschen Reichstag, 15.3.1889, zitiert nach: Der Sozialdemokrat 1879-1890, Dietz Verlag Berlin 1975, S. 174
  67. Resolutionsentwurf Sozialisten-Kongreß, 20.8.1907, BARS, Bd. 8/1, Saur, München 1997, S. 252
  68. Erklärung im Leipziger Hochverratsprozeß, 15.3.1872, BARS, Bd. 1, S. 191
  69. Aus meinem Leben, BARS, Bd. 6, S. 101
  70. Aus meinem Leben, ebenda, S. 615
  71. Brief an Friedrich Engels, 2.5.1883, BARS, Bd. 2/2, S. 108
  72. Aus meinem Leben, BARS, Bd, 6, Seite 98/99
  73. Brief an Friedrich Engels, 23.2.1875, BARS, Bd. 1, S. 594
  74. Brief an Julius Motteler, 12.3.1900, BARS, Bd. 9, S. 11/12
  75. Artikel im »Vorwärts«, 4.10.1892
  76. Brief an K. Manz, 25.3.1909, zitiert nach: August Bebel. Eine Biographie …, S. 664
  77. Aus meinem Leben. BARS, Bd. 6, Seite 138
  78. Aus meinem Leben, ebenda, S. 100
  79. Aus meinem Leben, Vorwort, BARS, Bd. 6, S. 7
  80. Geschichte und Theorie der Pariser revolutionären Kommune des Jahres 1871, BARS, Bd. 2/1, S 49
  81. Brief an Franz Mehring, 7.2.1911, BARS, Bd. 9, S. 210
  82. Rede auf dem Parteitag 1903, BARS, Bd. 7/2, S. 457 und 458
  83. Artikel im »Vorwärts«, 27.2.1910, zitiert nach: August Bebel. Eine Biographie …, S. 677
  84. Brief an Ignatz Auer, 4.1.1882, BARS, Bd. 2/2, S. 83
  85. Die Aufgaben nach dem Parteikongreß in Wyden, 18.9.1880, BARS, Bd. 2/1, S. 120