Disput

Marx und die Neuen

Zum Neumitgliedertreffen 2013

Von Martin Harnack

Vom 31. Mai bis zum 2. Juni fand in Berlin ein Neumitgliedertreffen statt. Seit mehreren Jahren wird es immer parallel zum Fest der Linken organisiert. Auf Einladung des Parteivorstandes kamen – stellvertretend für die über 3.000 Neuen, die im Jahr 2012 in die Partei eingetreten sind – Genossinnen und Genossen nach Berlin, die von ihren Ländern bzw. Kreisen für das Treffen »delegiert« worden waren.

Nach Ankunft, einem kleinen Imbiss und Gesprächen wurde das Treffen am Freitag eröffnet, aktiv mit dabei auch Vorstandsmitglied Martin Schirdewan. Der Vorstellungsrunde folgten zwei Arbeitsgruppen zu den Fragen, wie die »Neuen« zur Partei gefunden haben und was sie schon immer mal von Mitgliedern des Parteivorstandes oder der Fraktion wissen wollten. Angeregt diskutiert wurden politische Themenschwerpunkte und Beweggründe, in DIE LINKE einzutreten.

Der Samstag begann mit dem Bundesgeschäftsführer. Matthias Höhn beantwortete in lebendiger Art Fragen zur Parteientwicklung und motivierte die Neuen, den Wahlkampf aktiv mitzugestalten. Es folgten ein Film zur Geschichte des Karl-Liebknecht-Hauses und eine Diskussion zu aktuellen Schwerpunkten der Partei.

Nach dem Mittagessen besuchten die Neumitglieder das Fest der Linken. Vier von ihnen erläuterten auf der Bühne im Interview ihre Motive, sich in der Partei zu engagieren. Zur Erinnerung wurde ein Gruppenfoto mit dem »kleinen« (großen) Marx auf dem Fest der Linken gemacht. Dabei gab es eine Menge Spaß, bis das Foto endlich »im Kasten« war. Eine zweistündige Bustour durch die Hauptstadt schloss sich an.

Der Sonntag bot ein umfassendes Gespräch mit Petra Pau, der Bundestagsvizepräsidentin, und Dagmar Enkelmann, der parlamentarischen Geschäftsführerin unserer Fraktion. Auch diese Runde war, so die Teilnehmenden, ein Gewinn. Im Mittelpunkt standen einerseits die Arbeit des NSU-Untersuchungsausschusses und die zwielichtige Tätigkeit des Verfassungsschutzes sowie andererseits eine Vielzahl von Fragen zur Partei, zum Wahlkampf und zur Arbeit der Fraktion im Parlament.

Seinen Abschluss fand das Treffen mit einer Stippvisite im Bundestag. Die Führung durch die Fraktionsräume, die Erläuterungen zu den Kunstwerken und der Besuch der Kuppel fanden allgemeines Interesse.

Fazit: Das Treffen wurde rundum als gut bewertet, besonders die vielen Kontakte, die geknüpft werden konnten. Bemängelt wurde wie in jedem Jahr, dass die Zeit für Gespräche mit Parteivorstands- und Fraktionsmitgliedern zu knapp war und zu wenige »Promis« zur Verfügung standen.

Martin Harnack ist Mitarbeiter im Bereich Kampagnen/Parteientwicklung in der Bundesgeschäftsstelle.