Disput

Aufgeräumt

DIE LINKE hat ihre Mitgliederkartei bereinigt - mit Erfolg!

Von Raju Sharma

Im Sommer 2012 waren bundesweit mehr als zehn Prozent der Mitglieder der LINKEN beitragssäumig (siehe DISPUT 9/12 – »Unser aller Beitrag«). Parteivorstand und Bundesfinanzrat haben deshalb beschlossen, die Mitgliederdatei zu bereinigen.

Dabei sollten alle Nichtbeitragszahler angeschrieben werden, um sie entweder zur Beitragszahlung zu bewegen oder aber gemäß unserer Satzung ihren Austritt aus der Partei festzustellen. Das ehrgeizige Ziel, auf das die Landesschatzmeisterinnen und Landesschatzmeister sich im vergangenen Herbst verständigt hatten, lautete: Wir wollen die Quote der Nichtbeitragszahler bis zum Jahresende halbieren. Heute steht fest, dass dieses Ziel erreicht wurde – und mehr als das. Ende 2012 hatten bundesweit nur noch weniger als drei Prozent aller Mitglieder keinen Beitrag gezahlt.

Diese Bilanz kann sich sehen lassen, kommt aber auch nicht von ungefähr. Sie ist das Ergebnis monatelanger harter Arbeit von Finanzverantwortlichen und Mitgliederverwaltern auf allen Ebenen. Arbeit, die zu großen Teilen ehrenamtlich geleistet wird und bei der man sich nicht nur Freunde macht – oder, wie es der Landesschatzmeister eines Westverbandes in der Sitzung des Bundesfinanzrats ausdrückte: »Ich bin jetzt vermutlich der unbeliebteste Genosse im ganzen Landesverband.« Nun gehört zwar die Bereitschaft, sich unbeliebt zu machen, funktional zum Stellenprofil aller Finanzverantwortlichen, dennoch ist zu hoffen, dass dieser Zustand im konkreten Fall nur vorübergehend ist, zumal der Bundesfinanzrat sich vorgenommen hat, diese Aktion jährlich zu wiederholen. Umso mehr ein Grund, allen an der diesjährigen Aktion Beteiligten herzlich Danke zu sagen.

Die Mitgliederdatenbereinigung war jedoch keine reine Streichaktion. Wie erwartet, stand bei vielen Beitragssäumigen am Ende des in der Satzung vorgesehenen Verfahrens die Feststellung des Parteiaustritts. Viele derjenigen, die angeschrieben bzw. angesprochen worden waren, freuten sich aber auch über die Kontaktaufnahme durch ihren Vorstand und zahlen seitdem gern ihren Mitgliedsbeitrag. Insgesamt erhöhte sich der monatliche Durchschnittsbeitrag bei der LINKEN bundesweit von 11,65 Euro im Jahr 2011 auf 12,23 Euro im Jahr 2012. Mit Ausnahme der Landesverbände Saar und Rheinland-Pfalz, deren Durchschnittsbeiträge unter fünf Euro monatlich liegen, zahlen die Mitglieder in allen Landesverbänden mittlerweile mehr als sieben Euro monatlich, wobei der Landesverband Berlin mit einem Durchschnittsbeitrag von fast 18 Euro die Spitzenposition einnimmt.

So erfreulich die Steigerung der rechnerischen Durchschnittsbeiträge ist, so bedeutet dies nicht unbedingt auch mehr reale Einnahmen. Tatsächlich gingen die Beitragseinnahmen in allen Landesverbänden zurück, bundesweit im Vergleich zum Vorjahr um rund 350.000 Euro. Die Erhöhung der Beitragseinnahmen ist die nächste große Aufgabe, um die sich der Bundesfinanzrat kümmern wird. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch dies gemeinsam schaffen werden.

Raju Sharma ist Bundesschatzmeister der Partei DIE LINKE.