Disput

Die einzige Friedenspartei

Die Ablehnung der deutschen Kriegseinsätze in Stimmen umsetzen!

Von Bernhard Clasen, in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen) Direktkandidat zur Bundestagswahl

Nein, für DIE LINKE zu kandidieren, das habe ich mir noch 1998 nicht vorstellen können. Damals war ich aktiver Grüner, hatte für Joschka Fischer Wahlkampf gemacht und mich nach der Abwahl von Helmut Kohl gefreut, dass »wir« nun mit in der Regierung waren. Endlich einmal eine Friedenspartei in einer deutschen Regierung, da war ich mir mit meinen damaligen ParteifreundInnen einig.

Doch lange währte die Freude nicht. Zu groß war die Enttäuschung über meine pazifistische Partei, als sie sich im März 1999 an den Bombenangriffen gegen Menschen in Serbien beteiligte. Einen Tag nach dem deutschen Kriegseintritt, am 25. März 1999, habe ich die Grünen verlassen.

Aber warum in DIE LINKE eintreten? Lange habe ich gezögert mit diesem Schritt. Doch 2005 war mir klar, dass ich Position beziehen muss. Immer mehr Auslandseinsätze der Bundeswehr, immer höher unsere Rüstungsausgaben, immer ungerechter die Verteilung auch unter Rot-Grün. Es gibt nur eine Stimme, die im Militärchor von CDUSPDFDPGRÜNE nicht mitsingt: DIE LINKE.

Bereut hab ich den Schritt nie. Im Gegenteil: Meine früheren Parteifreunde aus den Grünen, die Jahre später auch kriegerische Maßnahmen in Libyen forderten, sich für deutsche Truppen im Terrorstaat Usbekistan aussprachen, den Ausbau der Bundeswehr zur Interventionsarmee vorantreiben, geben mir mit ihrer olivgrünen Argumentation recht in meiner Entscheidung.

Inzwischen bin ich bereits zum dritten Mal der Direktkandidat der LINKEN von Mönchengladbach für die Bundestagswahl.

Ich arbeite als freiberuflicher Dolmetscher und Übersetzer für Russisch, schreibe als Journalist für das »neue deutschland«, die »taz«, »Publik-Forum« und »scharf-links.de«. Als Experte für Russland arbeite ich mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung zusammen, organisiere Kontakte und gemeinsame Aktionen russischer und deutscher Atomkraftgegner/innen, setze mich als Ratsherr der LINKEN im Stadtrat für eine ökologische und gerechte Kommunalpolitik ein, bin Vorstandsmitglied des Mönchengladbacher Flüchtlingsrates und einer von vier SprecherInnen der Landesarbeitsgemeinschaft Frieden und Internationale Politik der LINKEN in Nordrhein-Westfalen.

Ich bin seit 1991 in der Friedensbewegung Mönchengladbachs aktiv, wo ich zunächst Sprecher der Initiative »Kein Blut für Öl« und dann des Friedensforums war. Wir hatten Aktionen, Straßenstände, Veranstaltungen und Demonstrationen gegen die Kriege im Irak, in Afghanistan, Jugoslawien, Tschetschenien, Libyen und gegen Rüstungsexporte organisiert und mehrfach als Kontrapunkt zum NATO-Musikfestival ein Friedensmusikfest veranstaltet.

Als Vorstandsmitglied des Mönchengladbacher Flüchtlingsrates erlebe ich immer wieder, wie viel das Gerede von den Menschenrechten wert ist, wenn es um die Würde von hier lebenden Flüchtlingen geht.

Frieden, Ökologie, Energie, Menschenrechte, eine gerechte Verteilung der Güter, das sind meine Themen.

Doch 24 Stunden am Tag Politik machen, das will ich nicht und das kann ich nicht. Jeden Tag spiele ich auf meiner Gitarre Lieder, vor allem russische von Bulat Okudschawa und amerikanische von Jim Croce. Ich bin häufig in Russland, und wenn es die Zeit zulässt, fahre ich mit dem Rad durch die heimischen Wälder.

CDUSPDFDPGRÜNE reden von Werten und meinen (Kapital)Interessen - wir kämpfen für Frieden, soziale Gerechtigkeit und eine lebenswerte Umwelt nicht nur am Wochenende, sondern jeden Tag.

Und weil das so ist, sind wir auch die einzige Partei, die keine Spenden von der Großindustrie erhält - ich wüsste keinen besseren Beweis für unsere Glaubwürdigkeit.