Disput

Vor den Bergetappen

Von Matthias Höhn

Eine weitere Etappe auf dem Weg zur Ziellinie Bundestagswahl am 22. September ist geschafft. Als die Vorsitzenden von Partei und Fraktion, Katja Kipping, Bernd Riexinger und Gregor Gysi, am 19. April 2013 der Öffentlichkeit den 2. Entwurf unseres Wahlprogramms - und damit den Leitantrag des Parteivorstandes an den Dresdner Parteitag - vorstellten, lagen Wochen der öffentlichen Diskussion und eine Wochenendsitzung des Parteivorstandes hinter uns. Mit dem Titel »100 Prozent sozial« fassen wir zusammen, was sich auf aktuell 96 Seiten konkret wiederfindet.

Allen, die auf den verschiedensten Wegen mithalfen, dass wir der Ankündigung, das beste Wahlprogramm aller Parteien zu machen, einen großen Schritt näher gekommen sind, möchte ich danken. Gut, bis zum Endspurt ist es noch eine Weile hin - aber das Rennen wird auch nicht allein auf den letzten Metern entschieden. Planung, Training, Teamaufstellung und Rennverlauf sind ebenso wichtig.

Mit der letzten Listenaufstellung am 5. Mai im Saarland haben wir unsere Landeslisten in allen Bundesländern aufgestellt. Nicht immer und überall erfüllten sich dabei alle Hoffnungen und Erwartungen von und an Personen. Aber so ist Demokratie, und von der Ostseeküste bis an die Alpen haben wir jetzt Genossinnen und Genossen gewählt, die mit Überzeugung und Kompetenz um ein Mandat der LINKEN im Bundestag kämpfen.

Im Juni stehen für uns zwei Höhepunkte an: zwei kleine Bergwertungen, wenn man im bildlichen Rahmen bleiben möchte. Das traditionelle Fest der Linken gleich zu Beginn des Monats gibt Freundinnen und Freunden, Sympathisantinnen und Sympathisanten, Mitgliedern die Gelegenheit, DIE LINKE im Umfeld von Kunst, Kultur und Debatten zu erleben. Der Schwerpunkt liegt auf Kultur und Kunst - zwei Wochen später drehen wir die Gewichtung um: Auf unserem Parteitag in Dresden werden wir abschließend über unser Wahlprogramm beraten und mit unserem Angebot an Wählerinnen und Wähler in den Sommer gehen.

Als Bundeswahlkampfleiter bin ich mit verantwortlich für die Taktik und die Strategie, mit der DIE LINKE ins Rennen geht. Diese verrät man natürlich nicht vor der Zeit. Soviel kann ich aber sagen: Die Kampagne steht in groben Zügen, an Details wird noch gefeilt. Für alles Weitere bitte ich um Geduld bis zum 17. Juli, an diesem Tag werden wir die Kampagne vorstellen und kurz darauf werden alle Materialien, alle Plakate in die Wahlkreise ausgeliefert.

Einen Clou kann ich schon verraten: DIE LINKE wird mobil. Mit roten Lastenfahrrädern werden wir landauf, landab unsere Botschaften - im wahrsten Sinne des Wortes - transportieren. Ich habe das jetzt auch deshalb schon bekanntgegeben, damit die eine oder der andere wadenspezifische Trainingsrückstände bis zur heißen Wahlkampfphase, bis zu den Bergetappen, noch aufholen kann. Es ist wichtig, dass wir alle fit, munter und erholt sind, wenn es nach dem kurzen Sommer richtig losgeht: Die anderen Teams werden uns nichts schenken, Gnade haben wir nicht zu erwarten. Die brauchen wir auch nicht. Das beste Wahlprogramm - und da schließt sich der Kreis - verleiht uns genügend Rückenwind bis über die Ziellinie. Unser Team ist ein gutes Team, wir sind gut im Sprint und auf der Langstrecke, im flachen Norden wie im bergigen Süden. Wir sind DIE LINKE.

Abschließend möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich bei Stefan Richter bedanken. Ihm gebührt - sozusagen - das Gelbe Trikot für das Team DISPUT, den er als Chefredakteur seit Jahren quasi im Alleingang betreut, ihm gebührt das Grüne Trikot für die beste Sprintleistung, wenn er kurz vor Redaktionsschluss noch Aktuelles unterbringt, und ihm gebührt das Weiße Trikot mit roten Punkten als bestem Bergfahrer, der immer über die Höhepunkte der Partei zu berichten weiß. Dass ich hier als Laie vielleicht manches verwechselt habe, mag mir Stefan als passionierter Radfahrer nachsehen. Lieber Stefan, alles Gute nachträglich zur 60. Lebensetappe und dass du noch für viele weitere Ausgaben des DISPUT kräftig in die Pedale trittst!