Disput

Das Projekt Linksaktiv2013

Zum Wahlkampfaktiven-Netzwerk: Aktivieren, mobilisieren, informieren und beraten in der Bundestagswahlkampagne

Von Christoph Kröpl

Mit unserem Wahlkampfaktiven-Netzwerk www.linksaktiv.de wollen wir die Möglichkeit schaffen, an den Wahlkampagnen der LINKEN mitzuarbeiten und sich dort einzubringen.

Für die Bundestagswahl 2013 sah die Wahlstrategie in der Mobilisierung der eigenen Mitglieder sowie unserer Sympathisantinnen und Sympathisanten den Schlüssel für einen erfolgreichen Wahlkampf. Dem folgend wurde das Projekt Linksaktiv2013 entwickelt. Im Kern war es auf die Unterstützung unserer Wahlkampfstrukturen bei der Aktivierung und Beteiligung von bis dato inaktiven Mitgliedern und Nichtmitgliedern ausgerichtet. Bei dieser Aufgabe wurden zum einen die Wahlkampfstrukturen durch ein zentrales Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen unterstützt. Zum anderen wurden Wahlkampfunterstützer/innen direkt aus dem Wahlquartier informiert, beraten und zu den verschiedensten Aktivitäten angeregt. Als Erfahrung aus dem Bundestagswahlkampf 2009 wurden die KandidatInnen zu Landtags- und Bundestagswahl ebenfalls als Aktivierte betrachtet und systematisch mit den gleichen Informationen versorgt. Zudem wurde darauf geachtet, dass Aktivierte nicht in eigenen Linksaktiv-Teams vor Ort zusammengefasst werden, sondern die bestehenden Wahlkampfstrukturen verstärken. So konnte die Bildung von parallelen Strukturen verhindert und dafür gesorgt werden, dass sich dies positiv auf die Entwicklung in unseren Kreisverbänden auswirken kann.

Die Arbeit mit dem Linksaktiv2013 lässt sich gut in die vier Phasen Aufbau, Aktivierung, heißer Wahlkampf und 72-Stunden-Wahlkampf gliedern. Die Phasen sind nicht scharf voneinander zu trennen, sondern gingen fließend ineinander über. Während der Aufbauphase wurden die Aktivendatenbank und damit das Herzstück des Projektes sowie die Onlineaktivierungsmöglichkeiten konstruiert. Zusammen mit den Landesverantwortlichen für Aktivierung wurden in den Kreis-Wahlkampfstrukturen Aktivierungsstrukturen aufgebaut. Das gelang in 168 Kreisverbänden. Außerdem wurden viele Handreichungen für die Arbeit mit den Aktivierten erstellt und publiziert.

Die Phase der Aktivierung lag vor und während des Vorwahlkampfes. In dieser Zeit wurden wöchentlich neue Materialien, wie Folder, Anzeigen und Videoclips, aber auch erste (Vor-)Wahlkampfaktivitäten wie Zeitungen und Flyer verteilen, bereitgestellt. Vom zentralen Team wurden per Telefon Mobilisierungsaktionen in acht Landesverbänden durchgeführt. Während dieser Phase wurden die meisten der 3.750 Unterstützer/innen aktiviert, die regelmäßigen Aktivenmailings wurden gestartet und die Facebookgruppe ins Leben gerufen.

Der heiße Wahlkampf startete mit dem Erscheinen der Wahlkampfmaterialien. Über das Wahlkampfaktiven-Netzwerk wurden insgesamt 850.000 Stück Material, zusätzlich zu den Bestellungen der Landesverbände, versendet. Hinzu kommen diejenigen, die ihr Material nicht zugeschickt bekommen wollten, sondern in ihrer Geschäftsstelle der LINKEN abholen wollten. Rückmeldungen über doppelte Verteilungen von Material gab es keine. Zudem wurden für den heißen Wahlkampf neun themenspezifische Aktionspakete wie zu Mieten, der Tarifauseinandersetzung im Einzelhandel oder zum aktiven Haustürbesuch erstellt, die sowohl für die Arbeit der KandiatInnen als auch für konkrete Aktionen der Aktiven eingesetzt wurden. Speziell für die letzten 72 Wahlkampfstunden gab es wieder viele Vorschläge, motivierende Videoclips der Parteivorsitzenden sowie die SMS-Aktion am Wahltag selbst. Zusätzlich organisierte das zentrale Aktiventeam noch elf eigene Aktionen, wie den Auftritt auf der Demonstration »Freiheit statt Angst«, Verteilungen vor Betrieben und eine Kundgebung gegen den drohenden Militärschlag in Syrien vor der US-Botschaft. Diese Aktionen dienten ihrerseits als Grundlage für Aktionsvorschläge für die Kreisverbände. Eine positive Neuerung war die Aufnahme des Mitgliedschaftswunsches in die Aktivierungsmaterialien, so konnten rund 300 potenzielle Neumitglieder für die LINKE gewonnen werden.

Bei all den positiven Entwicklungen und der geleisteten Arbeit im Wahlkampfaktiven-Netzwerk Linksaktiv2013 ist nicht alles Gold, was glänzt. So stellte sich heraus, dass es in etwas mehr als der Hälfte der Kreisverbände keine gesonderten Verantwortlichen gab, was sich auch darin widerspiegelt, dass nach eigenen Angaben die Mehrzahl der erfassten Unterstützer/innen nicht in die Wahlkampfstrukturen vor Ort eingebunden wurden. Viele machten stattdessen eigenständig Wahlkampf mit Hilfe des direkt vertriebenen Materials. Auch in der Zusammenarbeit mit einzelnen Landesverbänden gibt es Verbesserungspotenzial, vor allem was das Aufnehmen von Ideen auf Bundesseite und das Einbinden von Aktivierten auf Landesseite angeht. Zudem ging die Gesamtzahl der Aktivierten gegenüber 2009 um rund 800 Personen zurück, und knapp fünf Prozent der Lieferadressen waren falsch. An diesen Punkten muss für zukünftige Wahlkämpfe gearbeitet werden.

Zuletzt gilt es, Danke zu sagen für die gute Zusammenarbeit mit den Landes- und Kreisverantwortlichen für Aktivierung sowie natürlich an alle Aktiven im Wahlkampfnetzwerk Linksaktiv2013.