Disput

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Editorial für den Januar-»Disput« 2014 - von Axel Troost

Das Jahr 2014 wird politisch sicher interessant. Wir werden erleben, wie sich die neue Bundesregierung sortiert. Unsere neue Bundestagsfraktion wird die Rolle als Oppositionsführerin kennenlernen, was wohl die meisten Medien noch mehr fordern wird als uns selbst. Des Weiteren stehen der Europaparteitag und die Europawahl an, was viele Diskussionen über unser Verhältnis zu Europa erfordert, in die sich sicher auch der DISPUT einschalten wird.

Den Leserinnen und Lesern dieser Ausgabe möchte ich drei Artikel besonders ans Herz legen. Zum einen bietet der Schwerpunkt über den der LINKEN nahestehenden Wirtschaftsverband OWUS Gelegenheit, sich mit den Anforderungen an eine linke Realpolitik zu beschäftigen. Über 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland sind Klein- und Kleinstunternehmen. Während es die linke Seele gewohnt ist, in Unternehmen und UnternehmerInnen ein politisches Gegenüber zu sehen, fordert die Frage nach der sozialen Absicherung der vielfach prekär lebenden Kleinstunternehmer/innen und Selbstständigen zum Überschreiten genau dieser Denkmuster auf.

Als gelernter Wossi (aufgewachsen in Westdeutschland, seit Wendezeiten überwiegend im Osten gearbeitet, heute in Leipzig zu Hause) hat mich natürlich auch der »Dauerbrenner. Zum Ost-West-Konflikt« angesprochen. Gerade jetzt ist es gut, dass sich zu diesem Thema mal nicht nur die Partei-Prominenz äußert.

Und nicht zuletzt: die Kultur! Durch die Unterscheidung zwischen der »Musik für Zuhörer« und der »Musik für Kunden« durch Erich Schmeckenbecher habe ich endlich verstanden, warum mir bestimmte Teile des deutschen Liedguts so gar nicht gut gefallen.

Dr. Axel Troost ist stellvertretender Parteivorsitzender.