Disput

Ab ins Grüne!

Pfingsten mit der LINKEN am Werbellinsee

Von Antje Kind und Thorsten Zopf

Vier freie Tage bei herrlichstem Sommersonnenwetter. Was will man da Besseres tun, als mit Kind und Kegel in die schöne Schorfheide und an den malerischen Werbellinsee in Brandenburg zu fahren? Das Treffen gibt es nun schon seit 22 Jahren. In die EJB (Europäische Jugenderholungs- und Begegnungsstätte) lädt DIE LINKE (zuvor PDS) mittlerweile zum 19. Mal zu heiteren gemeinsamen Stunden im Kreise Gleichgesinnter ein. Besonders ist: Es sind nicht ausschließlich Genossinnen und Genossen, die jedes Jahr zu Pfingsten an den Werbellinsee reisen. Das Fest zieht immer auch viele Familien, alte und junge Leute an, die eben (noch) nicht Mitglieder sind. »Einfach, weil es so schön ist«, hören wir. Großeltern kommen mit ihren Enkeln, und Eltern, die zum Teil selbst schon als Kinder dort waren, kommen nun mit ihren eigenen Kindern wieder. Rund 700 Übernachtungs- und dazu noch zwei- bis dreihundert Tagesgäste wurden allein in diesem Jahr vom abwechslungsreichen Programm und der ausgelassenen und familiären Atmosphäre angelockt. Wer vier Tage lang Nudelsalat isst, fühlt sich schnell in die Kinder- und Ferienlagerzeit zurückversetzt, was dem Ganzen eine Art Klassenfahrtatmosphäre verleiht. Und das macht einfach Spaß.

Für alle unter 1,50 m gibt es Basteln am Strand, ein Neptunfest, jeden Abend Kinderdisco, einen Laternenumzug und natürlich ganztägig Badespaß im kristallklaren See. Keiner bleibt allein - hier findet wirklich jedes Kind Anschluss. Für alle, die sich für das Kinderprogramm schon zu erwachsen fühlen, bieten sich allerlei Alternativen an. Die reichen dann vom Frühsport für die ganz Disziplinierten, über einen Boxworkshop bis hin zu Volleyball- und Fußballturnier für Extremsportbegeisterte in mittäglicher Hitze. Naturfreunde konnten mit fachkundiger Führung durch den Förster eine schattige Waldwanderung machen und alle Jung- und Langverliebten zur romantischen Mondscheinfahrt in See stechen.

Spaß allein macht allerdings noch nicht glücklich, deshalb darf natürlich bei einem Pfingstcamp der LINKEN die Politik nicht fehlen. Von Kommunalpolitik über Landes- bis zur Bundespolitik war ein breites Themenspektrum vertreten. Mit Anita Tack und Margitta Mächtig gab es eine Talkrunde zu »Rot-Rot in Brandenburg«. Zu den aktuell brennenden Themen und Fragen über NSU und Verfassungsschutz und die Netzpolitik diskutierten in einer gut besuchten Talkrunde Petra Pau und Halina Wawzyniak. Steffen Bockhahn bot Einblicke in das Leben eines »Senators im Wartestand« in Rostock, der er noch bis zum 1. Juli sein wird, und in die Welt der Kommunalfinanzen. Tilo Kummer referierte zu den Thüringer Kali-Geheimverträgen von Bischofferoda.

Auch Kultur und Sportpolitik kamen im Zelt nicht zu kurz. Für Sportbegeisterte ein absolutes Highlight war Hans Meyer (ehemaliger Trainer von 1. FC Union, Twente Eschede, Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach). Er setzte sich zusammen mit Adolf Prokop (DDR- und FIFA-Schiedsrichter) im Gespräch mit Tom Strohschneider mit Vergangenem und Aktuellen und natürlich mit der Fußball-WM kritisch auseinander.

Und weil wir DIE LINKE sind, gehört bei uns natürlich auch immer ordentlich Kultur dazu, und das nicht nur auf der Bühne. Vor- und gelesen wurde viel, es gab Musik, Folklore und noch mehr Musik - zum Zuhören und zum Tanzen. Jedes Jahr ziehen die tollen Musiker und Liedermacher eine treue Fangemeinde sowie eine Schar neugieriger Zuhörer an. Wie die lockere Gruppe von MusikerInnen mit und um den Thüringer Landesschatzmeister Holger Hänsgen, die die Freude an der Musik verbindet. So vermögen sie es, bis tief in die Nacht hinein jeden Vorbeikommenden zu verzaubern. Man hört, verweilt, staunt und schlendert weiter. Und Stunden später auf dem Rückweg passiert das Ganze noch einmal. Raum für Spaß und Ausgelassenheit bleibt auch. Fast legendär sind die Disco-Abende mit DJ Ecco in der Turnhalle.

Im nächsten Jahr steht dann ein Jubiläum an, schon jetzt zählen wir die Tage rückwärts. Bis zum 20. Pfingsten mit dem LINKEN am Werbellinsee sind es am Erscheinungstag von DISPUT nur noch 337 Tage - ein Katzensprung, wenn man so will.