Disput

Äpfel mit Birnen vergleichen

Das kleine Blabla

Daniel Bartsch

Obstsalat - wie schön. Nur leider ohne Hackfleisch, aber man kann nicht alles haben. Sonntagmorgen, die Nachrichten laufen im Radio, und ich höre: »… vergleicht hier Äpfel mit Birnen!« Fruchtsäure verleiht mir ein »Schweppes«-Gesicht, und schwer schlucke ich an Banane und Kiwi - wie auch an Äpfeln und Birnen.

Ich gebe zu: Ich bin kein Naturbursche und hatte bis zur Einschulung Mühe, Birnen und Äpfel überhaupt zu unterscheiden. Das erste Mal hörte ich den Satz aus dem Mund meiner Mutter, als ich der festen Überzeugung war, die kubanischen Orangen (grün, klein, hart) seien doch ebenso gut wie die spanischen Navel-Orangen (orange, groß und saftig), die es selten, aber manchmal eben doch in der hauptstädtischen HO-Kaufhalle gab. Ich würde »Äpfel mit Birnen« vergleichen … Äh??? Die Fragezeichen wichen im Laufe der Jahre einer Allergie gegen dieses Sprachbild.

Benutzt wird es gemeinhin, wenn Dinge miteinander verglichen werden, die jedoch nicht vergleichbar sind, etwas an sich Unvereinbares miteinander verglichen wird oder wichtige Kriterien bei Vergleichen außer Acht gelassen werden. So weit, so logisch … Allerdings warum dann Apfel und Birne? Gehören doch beide zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), und beide hinterlassen einen »Griebsch« - in ihren wichtigsten Aspekten sind sie sich ähnlich, können also durchaus miteinander verglichen werden.

Selbst bei Raumschiff und Kaktus fände sich eine Ebene, auf der direkte Vergleiche möglich wären, bestimmt. Und darüber hinaus: Was will man denn sonst vergleichen, wenn nicht Dinge, Sachen oder Leute, die unterschiedlich sind. Dass dabei manche Vergleiche … ACHTUNG! ... »an den Haaren herbeigezogen« sind, ist dabei so unwichtig wie die Meinung von Apfel oder Birne über die Handelsklasse.