Disput

Günter, wovon träumst du?

Fragebogen

Günter, wovon träumst du?
Vom Wahlerfolg von Syriza in Griechenland 2015, von Podemos in Spanien 2016 und der LINKEN 2017.

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Die Heftigkeit, mit der sich Vertreter von innerparteilichen Randgruppen von Vertretern anderer innerparteilicher Randgruppen abgrenzen: insbesondere »Ihr sprecht nicht für uns«.

Was ist für dich links?
Das solidarische gemeinsame Eintreten für die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung: heute hierzulande also der Lohnabhängigen und sozial Ausgegrenzten – zusammengefasst: der Arbeiterklasse.

Worin siehst du deine größte Stärke, deine größte Schwäche?
Organisieren und Überzeugen – Probleme damit, auch mal loszulassen.

Was war dein erster Berufswunsch?
Lehrer – das wollte ich schon im zehn werden. Und wenn die NRW-Landesregierung nicht einen totalen Einstellungsstopp verhängt hätte, wäre ich es auch geworden. Stattdessen war und ist mein Berufsleben spannender und bunter.

Wenn du Parteivorsitzender wärst ...
…, würde ich mich – ebenso wie Bernd und Katja – um die Integration der Partei bemühen: weil wir nur zusammen zum Erfolg kommen können.

Wofür gibst du gerne Geld aus?
Für die inzwischen abgeschlossene Ausbildung meiner Töchter, für gutes Essen, das ich überwiegend selber zubereite, für schöne Leché-Hemden und natürlich für die Parteiarbeit.

Möchtest du (manchmal) anders sein, als du bist?
Wer möchte das nicht gelegentlich?

Vaterland, Mutterland, Deutschland – wie gern lebst du hier?
»Das Vaterland des Arbeiters ist international« – ein nach wie vor zutreffender Buchtitel. Ich lebe gerne da, wo die Menschen in Solidarität zueinander stehen.

Müssen Helden und Vorbilder sein?
»Unglücklich das Land, das Helden nötig hat« (Brecht im »Galilei«). – Aber natürlich können Rosa und Karl Vorbilder sein – ebenso wie der KPO-Vorsitzende August Thalheimer, der die Gefahren und Ursprünge des Faschismus weit früher erkannte als die Führungen von KPD und SPD.

Wen oder was würdest du mit auf eine Insel nehmen?
Da will ich gar nicht hin.

Welche Rolle spielen Kunst und Kultur in deinem Leben?
Einige Jahre lang war ich selber in einer interkulturellen Musikgruppe aktiv.

Wovor hast du Angst?
Vor einem erneuten Aufflammen des Faschismus und vor einer rücksichtslosen Ausbeutung der begrenzten natürlichen Ressourcen.

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen besonders?
Intelligenz, Verlässlichkeit und Solidarität.

Wie lautet dein Lebensmotto?
Dass ich ganz gut ohne auskomme.

Günter Blocks, 56, ist Kreissprecher der LINKEN in Bottrop (Nordrhein-Westfalen). Er war Mitglied des WASG-Landesvorstandes (2004/07) und ehrenamtlicher Landesgeschäftsführer der LINKEN (2007/11). Günter leitet das Projekt »Integration von Zugewanderten aus Südosteuropa in den Arbeitsmarkt« am Kommunalen Integrationszentrum Essen.