Disput

Wilhelm Liebknecht

Zitate

»Im lebendigen Menschenherz und Menschenhirn zu lesen ist schwieriger als in Büchern und Zeitungen.«
Wilhelm Liebknecht: In der Lehre. Zitiert nach: Liebknecht: Erinnerungen, S. 38.

»Und zwecklos reden ist Toren Vergnügen.«
Wilhelm Liebknecht: Über die politische Stellung, zitiert nach: Liebknecht: Kleine politische Schriften, S. 21.

»Die Stubenluft habe ich niemals geliebt.«
Wilhelm Liebknecht: Aus der Jugendzeit. Zitiert nach: Liebknecht: Erinnerungen, S. 72.

»Wünschst Du weitere Auskunft, so kannst Du sie haben.«
Wilhelm Liebknecht an Ernestine Landolt, 16.12.1852. Zitiert nach: Schröder: Ernestine, S. 33.

»Lobt der Feind uns, so können wir sicher sein, eine Dummheit gemacht zu haben. Zetert er über uns, so sind wir auf dem richtigen Weg. Der Tadel des Feindes ist das schönste Lob, die Verleumdungen des Feindes die schmeichelhafteste Anerkennung.«
Wilhelm Liebknecht: Trutz-Eisenstirn, zitiert nach: Tschubinski: Liebknecht, S. 245.

»Die Schule ist das mächtigste Mittel der Befreiung, und die Schule ist das mächtigste Mittel der Knechtung — je nach der Natur und dem Zweck des Staats. Im freien Staat ein Mittel der Befreiung, ist die Schule im unfreien Staat ein Mittel der Knechtung. ›Bildung macht frei‹ – von dem unfreien Staat verlangen, daß er das Volk bilde, heißt ihm einen Selbstmord zumuten. Der moderne Klassenstaat bedingt aber seinem Wesen nach die Unfreiheit. (…). Er kann freie Männer nicht brauchen, nur gehorsame Untertanen; nicht Charaktere, nur Bedienten- und Sklavenseelen. Da ein ›intelligenter‹ Bedienter und Sklave brauchbarer ist als ein unintelligenter – schon die Römer legten auf Sklaven, die etwas gelernt hatten, einen besonderen Wert und zahlten entsprechende Preise für sie –, sorgt der moderne Staat für eine gewisse Intelligenz, nämlich für Bedienten-Intelligenz, die das menschliche Werkzeug verfeinert und vervollkommnet, so daß sich besser mit ihm ›arbeiten‹ läßt. So wird die Schule zur Dressuranstalt statt zur Bildungsanstalt. Statt Menschen zu erziehen, erzieht sie Rekruten, die aufs Kommando in die Kaserne, diese Menschen-Maschinenfabrik, eilen; Steuerzahler, die sich nicht mucksen, wird ihnen das Fell über die Ohren gezogen; Lohnsklaven des Kapitals, die es in der Ordnung finden, daß ihnen das Mark aus den Knochen gesogen wird.«
Wilhelm Liebknecht: Wissen ist Macht, zitiert nach: Liebknecht: Kleine politische Schriften, S. 146.

Hermann Duncker bemerkte mal: »Wie ein revolutionärer Donnergott fuhr Liebknecht in das Gelichter der Parlamentsvertreter, wenn er das Wort ergriff zu jenen gewaltigen Anklagereden, wie sie bis dahin noch nicht gehört wurden.«
(Zitiert nach: 150 Jahre Wilhelm Liebknecht, S. 48.)