Disput

Wenn die Neugier nicht wär …

Linke Woche der Zukunft: Alternativen diskutieren, Strategien entwickeln, gemeinsam die Welt verändern

Von Christina Kaindl

Vom 23. bis 26. April 2015 laden DIE LINKE, die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die Linksfraktion im Bundestag zu Veranstaltungen in einer »Linken Woche der Zukunft« in Berlin (Franz-Mehring-Platz 1) ein: über 80 Veranstaltungen, Vorträge, Diskussionen, Strategiewerkstätten, Vernetzungstreffen, Kultur, Stadtspaziergänge, Zeit für Begegnungen, gemeinsame Pläne und Strategien schmieden, zum Nachdenken und um miteinander zu feiern. Die Woche richtet sich an alle, die sich der Grundströmung eines demokratischen – ökologischen und lustvollen – Sozialismus verbunden fühlen. Oder zumindest neugierig darauf sind.

Die Zukunft kommt nicht einfach auf uns zu. Sie wird jetzt gemacht, die Pfade werden heute gelegt. Die Zukunft von Finanzkapitalismus, von Großer Koalition und Kürzungspolitik in Europa ist Erwerbslosigkeit und zunehmender Stress in der Arbeit, Klimakatastrophe, Altersarmut, Pflegekrise, öffentliche Armut und explodierende private Gewinne.

Eine andere Zukunft muss den bestehenden Machtverhältnissen abgerungen werden. Sie beginnt im Hier und Jetzt und hängt von unserem Tun ab. Wir brauchen linke Alternativen, die konkret und machbar sind und den Weg frei machen für eine grundlegende Veränderung. Unsere Politik muss bis in eine Zukunft jenseits des Kapitalismus reichen.

Die »Linke Woche der Zukunft« schlägt diesen Bogen: Nach einem Auftakt am Donnerstagabend mit Lesungen, Kultur und einer Diskussion in der Volksbühne eröffnen wir am Freitagmorgen mit Analysen dazu, wie es nicht weitergehen kann. Die folgenden drei Tage sind Alternativen und Strategien zur Transformation gewidmet. Die unterschiedlichen linken Konzepte stellen wir nebeneinander, um sie gemeinsam zu diskutieren. Denn oft gibt es ja verschiedene Antworten: Setzen wir gegen die öffentliche Armut auf Genossenschaften, auf Verstaatlichung, auf Commons, also Güter, die allen zur Verfügung stehen, aber niemandem gehören? Wie lässt sich Sorge- und Pflegearbeit gerecht organisieren? Wie gelingt eine Umverteilung des Reichtums von oben nach unten, von privat zu öffentlich, von den Löhnen zu den Gewinnen? Wie kann Wirtschaft demokratisiert werden, so dass alle entscheiden, was wir wie produzieren und wie wir leben wollen? Wie bringen wir unseren »PlanB« für einen sozialen und ökologischen Wandel in die Praxis? Welche Sicherheiten sind notwendig, damit wir ohne Angst mit unseren Verschiedenheiten im Alltag leben können? Mit wem und wie machen wir unsere linke Politik?

Diese und viele andere Fragen wollen wir diskutieren. Sie sind in der Woche in fünf »Schienen« organisiert: Zukunft der gesellschaftlichen Arbeit, Umverteilung, Zukunft des Öffentlichen, Produktion der Zukunft sowie Aneignung der Demokratie und Zukunft der Partei.

DIE LINKE ist ein Ort der Diskussion, des freudigen Streitens für eine bessere Zukunft. Alle sind eingeladen, sich zu beteiligen.

Wir wollen in der Woche nicht nur Wissen anhäufen, es geht nicht nur um Konzepte und Vorträge, sondern um gemeinsame Diskussion, um Begegnung von Linken, um die Möglichkeit, sich über die eigene Praxis auszutauschen und zu vernetzen.

Das findet sich in verschiedenen Formaten wieder:

  1. Kompakte Vorstellungen von Konzepten und Alternativen auf den Podiumsveranstaltungen, meist ohne weitere Diskussion.
  2. Werkstätten, in denen der Schwerpunkt auf Strategien der Transformation gelegt wird. Das kommt in unseren Diskussionen manchmal etwas kurz, wenn wir uns auf Forderungen konzentrieren.
  3. Foren zum Austausch von Erfahrungen und für die Vernetzung, zum Weiterdenken.
  4. Kulturveranstaltungen wie Lesungen von Volker Braun, Dietmar Dath, Ingo Schulze, Ausstellungen, Raps und Performances von KünstlerInnen.
  5. Schließlich wird es Einführungsveranstaltungen geben, die in die Probleme und Diskussionen einführen.

Auf dem Abschlusspodium steht unsere Vision einer anderen Gesellschaft im Vordergrund: ein demokratischer, ökologischer, lustvoller Sozialismus. Wie kann das aussehen, welche Kämpfe bringen uns dem näher?

Eine Reihe interessanter Gesprächspartner/innen haben zugesagt, so Elmar Altvater, Alex Demirovic, Frank Deppe, Klaus Dörre, Anke Domscheit-Berg, Joachim Bischoff, Barbara Ehrenreich, Gregor Gysi, Michael Hardt, Frigga Haug, Bernadette La Hengst, Ursula Huws, Katja Kipping, Stephan Lessenich, Volker Lösch, Birgit Mahnkopf, Chantal Mouffe, Francis Fox Piven, Klaus Pickshaus, Bernd Riexinger, Hans-Jürgen Urban, Sahra Wagenknecht, Hilary Wainwright, Gabriele Winker, Raul Zelik und Leute von Syriza, Ver.di, Blockupy, Erwerbslosenforum, GEW, Interventionistische Linke, Podemos, IG Metall, Piraten, Gewerkschaft der Krankenpfleger/innen (USA), Occupy, PlanB.

Das Programm für die Woche wird laufend aktualisiert, es findet sich hier: www.linke-woche-der-zukunft.de.

Um Räumlichkeiten und Essen zu planen, bitten wir um Anmeldung.

Begleitend und zur vorbereitenden Diskussion gibt es einen Blog, inhaltliche Diskussionsbeiträge können vorgeschlagen werden unter der Adresse: kongress@die-linke.de

Christina Kaindl ist Leiterin des Bereiches Strategie und Grundsatzfragen in der Bundesgeschäftsstelle.