Disput

Frederik, müssen Helden und Vorbilder sein?

Frederik Hintermayr, 23, Gesundheits- und Krankenpfleger, politisch aktiv seit dem 15. Lebensjahr, ist stellvertretender Vorsitzender des LINKEN-Kreisverbandes Augsburg (Bayern) und jüngster Schwäbischer Bezirksrat der Geschichte.

Frederik, müssen Helden und Vorbilder sein?
Unbedingt. Mein Held ist Ernesto »Che« Guevara.

Was hat dich in letzter Zeit am meisten überrascht?
Die gelebte Willkommenskultur der Menschen in Bayern gegenüber Refugees. Das macht Hoffnung.

Was ist für dich links?
Eine Lebenseinstellung: Wir streiten für Gerechtigkeit. Wir sind die Guten.

Worin siehst du deine größte Stärke, deine größte Schwäche?
Größte Stärke: meine Ruhe und Unaufgeregtheit in der täglichen Arbeit als Gesundheits- und Krankenpfleger in einer zentralen Notaufnahme. Im Alltag und in der Politik vermisse ich jedoch genau diese Eigenschaften an mir – das ist somit also auch meine größte Schwäche.

Was war dein erster Berufswunsch?
Polizist.

Wenn du Parteivorsitzender wärst …
... würde ich zunächst meinen Vorgängern für ihre gute Arbeit danken und anschließend ein Selfie posten.

Was regt dich auf?
Ignoranz und Geiz.

Wovon träumst du?
Vom Ende des Kapitalismus und von dem, was danach kommt.

Wofür gibst du gern Geld aus?
Für Reisen und gutes Essen.

Möchtest du (manchmal) anders sein, als du bist?
Ja, entspannter.

Vaterland, Mutterland, Deutschland – wie gern lebst du hier?
Meine Familie und Freunde leben hier – das macht dieses Land lebenswert. Auch das multikulturelle Zusammenleben in meiner Heimatstadt Augsburg schätze ich sehr. Natürlich träume ich aber von einem Leben mit Sonne und Sozialismus. Ich arbeite daran.

Wann fühlst du dich gut?
Wenn ich bei meiner Familie bin.

Wen oder was würdest du mit auf eine Insel nehmen?
Jede Menge Katzen, viel Sekt und einen WLAN-Router.

Welche Rolle spielen Kunst und Kultur in deinem Leben?
Eine große, denn: »Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen.« (Goethe)

Wo lachst du besonders gern?
Bei der Arbeit – und dort am liebsten gemeinsam mit PatientInnen und deren Angehörigen.

Wovor hast du Angst?
Vor Krieg.

Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen vor allem?
Großzügigkeit und Lebensfreude.

Wie lautet dein Lebensmotto?
Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen. (Gandhi)