Disput

Mehr als nur ein Besuch

Partnerschaftliche Beziehungen: die Kreisverbände Wesel und Märkisch-Oderland

Von Peter Federl

Gewachsen über eine Städtepartnerschaft (Ost und West), hat sich nun auch eine Partnerschaft zwischen den Kreisverbänden der LINKEN in Wesel (Nordrhein-Westfalen) und Märkisch-Oderland (Brandenburg) entwickelt. Sie bietet mehr als die Möglichkeit für gegenseitige Besuche – sie bietet die Möglichkeit zum Gedanken- und Meinungsaustausch. Denn im Parteien- und Politikverständnis gibt es schon einige Unterschiede aufgrund der jeweiligen Entwicklung. Durch solche Begegnungen können sie erklärt und verstanden werden.

Genossinnen und Genossen aus Märkisch-Oderland weilten im November 2014 am Niederrhein im Kreis Wesel. Die Kreisorganisation hatte eine neue Geschäftsstelle in Dinslaken bezogen und zur feierlichen Eröffnung nicht allein die Mitglieder eingeladen, sondern auch befreundete Organisationen. Beeindruckend für die Gäste aus »MOL« war nach ihrem Bekunden die hohe Anzahl der Jugendlichen und die der Menschen mit Migrationshintergrund, unter anderem wegen der klaren Haltung der LINKEN in dieser Frage. Dazu gab es dann Gespräche und Diskussionen, zum Beispiel über die Öffentlichkeitsarbeit. Nach der offiziellen Veranstaltung kam es auch im kleineren Kreis zu Begegnungen, um sich noch besser kennenzulernen.

Ihren Anfang hatte die Zusammenarbeit schon in den 90er Jahren durch die Städtepartnerschaft zwischen Seelow und Moers genommen, damals getragen von den PDS-Organisationen der jeweiligen Kreise. Viele Erinnerungen wurden durch gemeinsame Wahlkämpfe geprägt. Im Jahr 2001 war die offizielle Partnerschaft unterzeichnet worden.

Das 25. Friedensfest der Parteiorganisation in Märkisch-Oderland war dann Grund genug zum Gegenbesuch. So fuhren Anfang September 2015 fünf Genossinnen und Genossen aus dem Kreis Wesel nach Strausberg. Die Größe der Organisation und die Strukturen im Osten der Republik sind für die GenossInnen aus dem Westen Ansporn, weiterhin verstärkt Mitglieder zu werben und den Einfluss der Partei in der Politik und in der Bevölkerung stärker zu verankern.

Kleine Wetterturbulenzen konnten dem Friedensfest keinen Abbruch tun. Das Programm war sehr vielseitig. Neben den kulturellen Angeboten auf mehreren Bühnen mit Musik und Tanz, Tambourgruppe und Kinderchor gab es reichlich Gelegenheit zur Diskussion und zu Gesprächen. Hier wurden die GenossInnen aus Wesel aktiv mit einbezogen, zum Beispiel in einer Gesprächsrunde zur Gestaltung der Kommunalpolitik. In den Diskussionen wie bei den Ständen auf dem Platz waren befreundete Organisationen und Bündnispartner präsent. Viele Stände mit Angeboten zum Essen und Trinken – und dies zu vernünftigen Preisen – rundeten das Angebot ab.

Wie in Dinslaken fanden sich die Genossinnen und Genossen auch in Märkisch-Oderland nach den offiziellen Veranstaltungen abends bei Bier und gemeinsamem Essen zusammen. In lockerer Runde wurde über unsere politischen Ziele, über Inhalte und über die eine oder andere Meinungsverschiedenheit diskutiert. Aber für alle Beteiligten war und ist klar: Eine linke Partei in Deutschland wird im Osten wie im Westen gebraucht. Was wir ändern können und wollen, wird uns nur gemeinsam gelingen – das ist unsere Auffassung, die durch diese Begegnungen untermauert wird. Deshalb verstärken wir nicht nur unsere Anstrengungen im jeweiligen Kreis oder Wohnort. Wir halten auch daran fest, diese Treffs zum Austausch und zur Partnerschaft beizubehalten und nach Möglichkeit auszubauen. Auch darüber herrschte Übereinstimmung.