Disput

Nach links

Vom traditionellen Neumitgliedertreffen der Partei in Berlin

Von Caroline Kirchhoff

»Weil ich rechts vor links nicht akzeptieren wollte!« So sagte es schon das Känguru in Mark-Uwe Klings »Känguru-Chroniken«. Das könnte eigentlich auch ein Leitspruch der LINKEN sein. Menschen aus ganz Deutschland sehen es ähnlich wie das Känguru und traten in diesem Jahr der Partei DIE LINKE bei.

21 »Neue« trafen sich vom 11. bis 13. September in Berlin zum traditionellen Neumitgliedertreffen im Karl-Liebknecht-Haus. Es begann am späten Freitagnachmittag mit Gesprächen mit Parteivorstandsmitgliedern. Abends vertieften wir die Diskussionen. Dabei lernte der eine oder andere auch ihm bislang unbekannte Worte wie »Nützlichkeitsrassismus« oder »r2g«.

Am nächsten Morgen sprachen wir im Karl-Liebknecht-Haus mit dem Parteivorsitzenden Bernd Riexinger, den Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn und Bundesschatzmeister Thomas Nord. Sie standen uns zu Themen wie Neumitgliedergewinnung, TTIP, Ökologie und natürlich zur Flüchtlingssituation Rede und Antwort. Bernd Riexinger stellte zudem die Kampagne »Das muss drin sein.« vor. Anschließend gab es »Geschichte zum Anfassen« bei einer Führung durch das traditionsreiche Karl-Liebknecht-Haus.

Zeitgleich zum Neumitgliedertreffen fand nebenan, auf dem Rosa-Luxemburg-Platz, das Fest der Linken statt. Wir verbrachten den restlichen Nachmittag mit Gleichgesinnten, lauschten Lesungen und Podiumsdiskussionen und konnten uns an interessanten Gesprächen beteiligen. So trafen wir auch auf Gregor Gysi und Gesine Lötzsch, und Edith Udhardt, eine der ältesten Berliner Genossinnen, hieß uns mit herzlichen Umarmungen in der Partei willkommen. Fünf Neumitglieder erhielten die Möglichkeit, sich auf einer der Bühnen vorzustellen und zu erläutern, warum sie der Partei beigetreten sind. Auf die Ohren gab es anschließend beim Konzert der Band »Die Sterne«.

Schließlich trennten sich unsere Wege. Einige brachen zum Abendessen auf, andere blieben auf dem Fest und schwangen die Hüften zu Salsa-Rhythmen oder machten sich auf den Weg zu weiteren Lesungen.

»Viel Schönes dabei«, hätte wohl das Känguru gesagt.

Am Sonntag wurde das Treffen mit einem weiteren Highlight abgeschlossen – dem Besuch des Reichstages. Im Fraktionssaal der LINKEN begrüßten uns Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, und die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke. Sie erzählten über ihren Werdegang und hielten interessante Geschichten aus ihrer Tätigkeit parat. Auch hier hatten wir die Möglichkeit, unsere Fragen loszuwerden. Wieder waren Flüchtlingspolitik und Rechtsextremismus die vorherrschenden Themen. Getrübt wurde die Gesprächsrunde von einer Nachricht, die Petra Pau per SMS erreichte: Der Tagungsort des Landesparteitages der sächsischen LINKEN war in der Nacht Ziel eines Anschlages geworden, Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Ein feiger Akt, bei dem man sich fragt, was die Täter damit bewirken wollten.

Nachdem Petra und Ulla sich verabschiedet hatten, erhielten wir eine Führung durch den Reichstag, bei dem natürlich der Besuch der Glaskuppel mit obilgatorischem Foto-Shooting nicht fehlen durfte.

Beim Mittagessen konnten letzte Diskussionen geführt werden, unser Dank für das gelungene Neumitgliedertreffen gilt den Organisatoren Manuela, Inke und Tanju. Schließlich traten wir den Weg in unsere Heimatorte an. Zum Bahnhof gab es nur einen Weg. Nach links.

Caroline Kirchhoff, 36, arbeitet als Krankenschwester in Ludwigsburg (Baden-Württemberg).