Disput

In guter Gesellschaft

Vom zentralen Neumitgliedertreffen

Von André Voigt

Es gibt viele gute Gründe, der LINKEN beizutreten. Es gibt viele verschiedene Menschen, die das tun. Und es gibt einen Gedanken, der alle vereint: Solidarität. Ob es der IG-Metall-Kollege aus dem Stahlbetrieb ist, der linke, in der Kunstszene verhaftete Personalberater oder die Krankenschwester, die ihre Freizeit der Flüchtlingshilfe widmet, der Schüler, der sich gemeinsam mit anderen gegen Rassismus und Neonazismus einbringt, oder die Studentin, die in der LINKEN ein Land gestalten möchte, an dem alle gleichermaßen beteiligt sind und eine lebenswerte Zukunft schaffen können.

Den 25, die am letzten Juniwochenende – als »Auswahl« aller Neumitglieder – zum Fest der Linken nach Berlin kamen, lassen sich die weiteren gut 3.900 beistellen, die im vorigen Jahr der LINKEN beigetreten sind. Neben diesen stehen wiederum die vielen, die sich schon länger innerhalb und außerhalb der Partei für ihre Mitmenschen, für Frieden und Demokratie einsetzen. Um diese Themen drehten sich auch die Gespräche der neuen Mitglieder mit der Parteivorsitzenden Katja Kipping und mit Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn im Karl-Liebknecht-Haus und, im Saal der Linksfraktion im Bundestag, mit der Vorsitzenden des Haushaltsausschusses, Gesine Lötzsch, und der Vizepräsidentin des Bundestages Petra Pau. Dabei wurde gewinnbringend diskutiert, dass DIE LINKE gut daran tut, auch weiterhin ihren Prinzipien und Zielen treu zu sein. Auf den Weg wurde geschaut, den ein bedingungsloses Grundeinkommen gehen und ob ein gerechter Mindestlohn ein Schritt auf diesem Weg sein kann. Es wurde besprochen, dass der Brexit Großbritanniens auch eine Chance für Europa ist, nun die Weichen so zu stellen, dass die Menschen nicht politisch und wirtschaftlich abgehängt werden, sondern die Mitte eines solidarischen Europas bilden. Und festgestellt wurde, dass die Arbeit vor Ort, in den Kommunen, den Kreisen und Gemeinden, die Arbeit des Einzelnen für die linke Politik das Rückgrat all unserer Bemühungen ist.

Beim Fest der Linken genossen die Neumitglieder spannende Debatten zur Gefahr von rechts und erlebten Gregor Gysi und Bodo Ramelow im freundschaftlich-amüsanten Wettstreit um Gesprächsanteile.

Alles in allem verdichtet sich der Eindruck: Als Mensch in Deutschland lebt man in Zeiten herausforderungsvoller politischer Themen und Entwicklungen, auf die DIE LINKE nicht nur die richtigen Antworten parat hat, sondern auch die richtigen Menschen anzieht, diese Antworten in die Tat umzusetzen. Und als LINKER lebt man immer in so guter Gesellschaft, dass man glühend heiße Berliner Abende gern bei Musik und guter Laune vor der zurzeit brodelnden Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz verbringen mag. In einem solchen Ausschnitt angenehmer Gesellschaft verwundert es nicht, dass das Neumitgliedertreffen 2016 bei allen das wohl Wichtigste aufleben ließ, was ein jeder von uns in seiner täglichen (politischen) Arbeit braucht: Freude und Motivation, nette Kontakte und Unterstützung.

André Voigt, Jahrgang 1984, ist Erzieher im Hort der Freien Waldorfschule Jena (Thüringen) und sachkundiger Bürger im Kulturausschuss der Stadt.