Bundesfrauenkonferenz 2016

Workshops

Informationen zu den Workshops der Workshopphasen 1 und 2

Workshopphase 1 - Workshop 1: Fliehen – Ankommen – Bleiben?

Obergrenzen für Asylsuchende, Wiedereinführung von Grenzkontrollen in Europa, Verbot des Familiennachzugs - diese und andere Thesen wabern durch Talkshows, Medien und über Stammtische. Dem gegenüber stehen internationale völkerrechtliche Abkommen und nationale Gesetze.

In diesem Workshop fragen wir, welche Rechte haben Menschen, die in Deutschland um Schutz vor Krieg, Verfolgung und sozialem Elend nachfragen? Und wir wollen klären, welche aktuellen Änderungen das, im Winter 2015 verabschiedete Asylpaket1 nach sich zieht. Wir diskutieren die weiteren Asylrechtsverschärfungen, die die Bundesregierung plant. Wir werden die Position der LINKEN zum Asylrecht vorstellen und fragen, wie geflohene Frauen geschützt und respektiert in unserer Gesellschaft ankommen können.

  • Dr. Thomas Hohlfeld, (Referent für Migration und Integration der LINKEN im Bundestag) gibt einen Überblick über die Rechtslage und die Position der LINKEN.
  • Greta Necalla und eine Vertreterin von "Women in Exile" berichten von ihren Erfahrungen als geflohene Frauen in Deutschland.

Hintergundinformationen:

Workshopphase 1 - Workshop 2: Projektinitiativen vor Ort

Bei allen Projekten zur Integration und Partizipation von geflüchteten Frauen müssen ihre Erfahrungen und besonderen Bedürfnisse beachtet werden. Um den Alltag im zunächst fremden Land zu bewältigen und den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu finden, brauchen sie Unterstützung, die sich an ihren Voraussetzungen und Interessen orientiert. Dazu muss es genügend Angebote geben, sie müssen auch für Frauen zugänglich und attraktiv sein, deren bisheriges Umfeld ausschließlich die Familie war. Es fängt bei den Sprachkursen an, weil Sprache die Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe ist. Für viele Frauen mit kleinen Kindern wäre es hilfreich, erste Sprachkurse in der Unterkunft zu haben. Es ist jedoch genauso wichtig, dass Sie den Weg nach draußen finden, die Stadt kennenlernen, sich ihrer Rechte bewußt werden und berufliche Perspektiven entdecken. Mit welchen Angeboten sind geflüchtete Frauen am besten zu erreichen? Welche Netzwerke lassen sich knüpfen?

Ines Schmidt, Gesamtfrauenvertreterin der BVG, übernimmt den Workshop in Vertretung von Evrim Sommer.

Workshopphase 1 - Workshop 3: Handlungsspielräume in der Kommune

Der Workshop soll ganz konkrete die Situation in den Kommunen beleuchten. Hierzu werden zwei Kommunalpolitikerinnen schildern, wie das Thema Asyl in der eigenen Kommune angegangen wird und dabei besonders auf die Situation geflüchteter Frauen eingehen. Darauf aufbauend wird eine Sammlung positiver Beispiele vorgestellt, wie einzelne Kommunen die Situation für geflüchtete Menschen und insbesondere für Frauen verbessert haben. Wir wollen aufzeigen, welche Maßnahmen sich in der Kommune umsetzen lassen, wie groß der Handlungsrahmen für Kommunalpolitikerinnen und Komunalpolitikern ist und wie Initiativen mit "ihren" Kommunalpolitikerinnen und KOmmunalpolitikern gut und konstruktiv zusammenarbeiten können.

Im Anschluss soll in einer offenen Diskussion auch über Forderungen gesprochen werden, über Möglichkeiten in der eigenen Kommune Verbesserungen anzuschieben - entweder als Mitglied des Kommunalparlamentes oder als Bürgerin oder Bürger durch Anfragen, Hinweise oder Anregungen. Das Ziel des Workshops besteht darin, einige Ideen mitzunehmen, die in der eigenen Kommune umgesetzt werden könnten.

Workshopphase 1 - Workshop 4: (Geschlechtsspezifische) Fluchtursachen / Geopolitik

Neuesten Schätzungen zufolge waren 2014 weltweit die Hälfte aller Flüchtlinge Frauen und Mädchen und die Anzahl der fliehenden Frauen steigt. In jeder Phase ihrer Flucht und an jedem Ort, sind Frauen enormen Gefahren und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Doch trotz ihrer besonderen Schutzbedürftigkeit fehlen nach wie vor auf allen Ebenen ausreichende und vor allem geschlechtssensible Schutzmechanismen.

Was aber sind Gründe für die Flucht und welche geschlechtsbezogenen Bedingungen liegen ihnen zugrunde? Welchen besonderen Gefahren sind Frauen auf ihren Fluchtwegen ausgesetzt und welche Möglichkeiten der Unterstützung vor Ort und auf parlamentarischer gibt es?

Unter Berücksichtigung geschlechtsbezogener Perspektiven, wollen wir in diesem Workshop mit den Teilnehmerinnen zu aktuellen Fluchtbewegungen und der besonderen Situation von Frauen auf der Flucht ins Gespräch kommen. Weiterer Schwerpunkt des Workshops ist zudem der Erfahrungsaustausch zur konkreten Arbeit mit geflüchteten Frauen und Praxis vor Ort. Im Anschluss daran wollen wir uns über Handlungsoptionen und Forderungen an Politik und Gesellschaft verständigen. Neben der linken Europaabgeordneten Cornelia Ernst ist der Wadi e.V. eingeladen, als ein Verein der seit zwanzig Jahren wertvolle Unterstützungsarbeit zur Stärkung von Frauen- und Menschenrechten leistet.

Wir freuen uns auf die gemeinsamen Gespräche!

Referentinnen:

  • Dr. Anne Mollenhauer, Vorsitzende Wadi e.V., Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit.
  • Dr. Cornelia Ernst, MdEP. DIE LINKE. im Europaparlament. Mitglied im Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres.

Moderation:

  • Anja Eichhorn, Sprecherin für Gleichstellung und feministische Politik. DIE LINKE. Sachsen

Workshopphase 1 - Workshop 5: Falsche Opfer, falsche Täter?

Wenn weiße Frauen vor schwarzen Männern beschützt werden sollen, liegt einiges im Argen. — Argumentationsstrategien im Umgang mit rechten Denkfiguren

Dass Menschen vor Krieg, Verfolgung oder Armut Richtung Europa fliehen, ist nichts Neues. Neu ist, dass sie es so zahlreich bis nach Deutschland schaffen. Das verunsichert einige Ureinwohner_innen hierzulande. Diese Verunsicherung machen "Asylkritiker", "besorgte Bürger" und selbst so manche Frauenrechtlerin sich nun zu eigen, indem sie nach den gewalttätigen Angriffen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht eine Front aufmachen zwischen ausländischer Migration und sexualisierter Gewalt auf der einen und deutscher Leitkultur auf der anderen Seite. Am Beispiel des konservativen "femininen Feminismus" schauen wir uns an, wie und warum diese Argumentation gezielt dort ansetzt, wo Frauen sich bedroht fühlen — und dabei zur stillen Komplizin eines Missstandes wird, den sie doch eigentlich überwinden möchte: Sexismus in dieser Gesellschaft. Dass Sexismus mit rassistischen Stereotypen nicht aus der Welt zu schaffen ist, ist das eine. Dass aber viele im Stillen (oder laut) so denken, das andere. Wie gehen wir argumentativ damit um? In diesem Workshop werden wir gemeinsam nach Antworten suchen.

Workshopphase 2 - Workshop 1: Feministische politische Bildung

Anforderungen an eine emanzipatorische Bildungsarbeit, die insbesondere Frauen anspricht, und Erfahrungen bei ihrer Umsetzung

Seit zwei Jahren gibt es eine Arbeitsgruppe Frauen der Kommission Politische Bildung, die sich "Bildungspartisaninnen" nennt. Wir bieten regionale Tagesworkshops für Frauen in der LINKEN unter dem Motto "Lass uns reden, Genossin ;-)" an. Diese sollen helfen, bildungs- und frauenpolitisch aktiven Frauen einen Raum, sich zu organisieren, ihre Vorstellungen von emanzipatorischer Bildungsarbeit zu entwickeln und selbst praktisch lernend tätig zu werden, z. B. zur Frage "Was ist revolutionäre Realpolitik und wie machen wir das praktisch?" Im Workshop auf der Bundesfrauenkonferenz stellen wir das Konzept der regionalen Tagesworkshops vor, probieren die eine oder andere Sequenz aus diesem Tagesseminar aus und überlegen gemeinsam, wie wir das Konzept verbessern können. Außerdem soll dieser Workshop helfen, Frauen zu gewinnen, die gemeinsam mit den "Bildungspartisaninnen" regionale Tagesworkshops vor Ort organisieren wollen.

Teamerin: Annegret Gabelin

Workshopphase 2 - Workshop 2: Frauenstruktur und Gleichstellungsinstrumente in der Partei

LISA ist die wohl bekannteste (und auch älteste) Frauenstruktur in der Partei DIE LINKE. Sie gibt es seit Anfang der 1990er Jahre - bundesweit -, aber nicht in allen Bundesländern. Mit der Gründung der LINKEN wurde die Dachorganisation LINKE Frauen geschaffen. In vielen Landesverbänden sind ähnliche Strukturen entstanden und/oder im Aufbau begriffen.

Wir wollen diskutieren, wie wir die feministische und gleichstellungspolitische Arbeit auf allen Ebenen voranbringen. Dabei sollten die Ergebnisse wie auch die Wirksamkeit von Instrumenten wie Gleichstellungsplänen, Konzepten zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit, Mindestquotierung und andere Satzungsregelungen diskutiert und auch neue Wege der Gleichstellung der Geschlechter aufgezeigt werden.

Gerade in Zeiten des europaweiten "Rollback" in Fragen der Gleichstellung der Geschlechter und der Gleichberechtigung von Frauen ist es notwendig, dass eine linke Partei klar Farbe bekennt.

Mit:

  • Jutta Mayer-Siebert
  • Heidi Gläss
  • Elisabeth Maatz
  • Rosemarie Kaersten

Workshopphase 2 - Workshop 3: Kampagne "Das muss drin sein!" Aktionsideen vor Ort

Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, startet die nächste Phase der Kampagne "Das muss drin sein!". Sie lautet: "Mehr Personal für Bildung, Pflege und Gesundheit"!

Die Streikenden an der CHARITÉ haben es uns letztes Jahr vorgemacht. Unter dem Motto "Mehr von uns ist besser für alle" bündelten sie die Interessen von Pflegenden Beschäftigten, Gepflegten und Angehörigen. Dieser Streik hat die CHARITÉ verändert und wichtige Impulse in die ganze Republik gesendet.

Personalmangel im Krankenhaus gefährdet Ihre Gesundheit: Was heißt das konkret? Welche Erfahrungen macht ihr in Euren Kommunen, wenn Krankenhäuser privatisiert, Gesundheit zur Ware wird? Und welche Erfahrungen macht ihr im privatem Umfeld? Gepflegt wird zumeist im privaten Bereich, zumeist von Frauen.

Wir wollen die kämpferischen Impulse der Charité-Streikenden aufnehmen, die Inhalte der Kampagnenphase mit Euch gemeinsam diskutieren und Aktionen vor Ort erproben.

Dazu brauchen wir Eure Hilfe: Bringt Aktionsideen mit! Wenn Ihr bereits Ideen habt, schickt sie uns zu!