Logo Frauen und Genderpolitik

6. Dezember 2011

Liebe Frauen,

langsam neigt das Jahr sich seinem Ende zu und auch der politische Kalender weist deutliche Anzeichen der Entschleunigung auf. Allerdings wird bei einem Blick in unseren Newsletter deutlich, dass vieles, was dieser Tage gedacht, gearbeitet, geplant wird, Vorbereitung zu frauenpolitisch-feministischen Aktivitäten des kommenden Jahres ist. Aber bis dahin bleibt uns noch ein wenig Zeit zum Luft holen und wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein entspanntes Fest und einen guten Start ins Neue Jahr.     

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Eure Redaktion

Annegret Gabelin, Claudia Gohde, Konstanze Kriese, Julia Marg, Gabi Ohler, Antje Schiwatschev, Vera Vordenbäumen, Katrin Voß, Ulrike Zerhau, Nadia Zitouni

Aktuelles

Im Mai 2012 soll 20 Jahre nach der UN-Konferenz für Umwelt- und Entwicklung erneut in  Rio de Janeiro eine Konferenz zu nachhaltiger Entwicklung stattfinden. Eines der beiden Themen des Nachhaltigkeitsgipfels Rio+20 soll Grüne Ökonomie sein. Dies hat die Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit (genanet) gemeinsam mit dem Deutschen Frauenrat und drei weiteren Frauenorganisationen zum Anlass für ihr im April 2011 gestartetes Projekt "Green Economy_Gender Gerecht" genommen, dessen erstes Ergebniss das im November veröffentlichte Diskussionspapier darstellt. Die Initiatorinnen schreiben dazu: "Gemeinsam mit diesen Partnerinnen und weiteren Expertinnen aus dem Bereich Konsum und feministische Ökonomie sollen Informationen erstellt und Eckpunkte diskutiert werden... Dabei kann und darf es nicht nur um eine umwelt- und ressourcenschonendere Produktion gehen, sondern um ein grundlegend anderes Verständnis zukünftigen Wirtschaftens, um den lebensweltlichen Bezug der Wirtschaft, der selbstverständlich den Bereich der Care-Ökonomie gleichwertig zur industriellen Produktion setzt. Ein Konzept, das sich vom Wachstumszwang abwendet, und Wohlstand neu definiert." Das Diskussionspapier findet sich hier, die Eckpunkte des Deutschen Frauenrates zu Green Economie können hier gelesen werden.  

"Was sind die Ursachen von Entgeltunterschieden zwischen Frauen und Männern? Wie kann der Abbau von Entgeldunterschieden erreicht werden?" - Dies sind die Leitfragen, die Business and Professionell Women (BPW) Ende November in Berlin zum Auftakt der Kampagne zum nächstjährigen Equal Pay Day vorstellte. Im vergangenen September wurde mit der Eröffnung der Bundesgeschäftstelle Entgeltgleichheit in Berlin ein Anlaufpunkt geschaffen, der sich als ganzjährige Servicestelle zum Thema Equal Pay versteht. Mehr zum neuen Konzept des Equal Pay Day, zu Informationen und Aktionen finden sich hier.   

In den letzten Wochen wurde im Zusammenhang mit den rechtsextremistischen Aktivitäten und terroristischen Aktionen der NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) auch immer wieder über die Rolle von Beate Zschäpe innerhalb des rechtsextremen Terrornetzwerkes berichtet. Dabei sind Sätze wie z.B. „... war eine der wenigen aktiven Frauen in der rechtsextremistischen Szene. Sie soll sich politisch kaum engagiert haben“ (Frankfurter Rundschau vom 14. November 2011) keine Seltenheit. Das Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus hat sich dazu sehr ausführlich in einem Offenen Brief zur Berichterstattung in den Medien geäußert. 

Aus der Partei

DIE LINKE lobt anlässlich des Internationalen Frauentages 2012 zum zweiten Mal einen Preis aus, mit dem herausragende Leistungen von Frauen in Gesellschaft und Politik gewürdigt werden. Dieser Preis ist nach Clara Zetkin benannt. Als Mitbegründerin der proletarischen Frauenbewegung initiierte sie auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen zusammen mit Käte Duncker die Einführung eines internationalen Frauentages. Im Sinne Clara Zetkins würdigt DIE LINKE mit dem nach ihr benannten Preis jährlich ein Projekt / eine Initiative, das die Lebensbedingungen von Frauen verbessert, die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft befördert oder anderen Frauen auf ihrem Lebensweg ein Vorbild, eine Anregung geworden ist. Die Verleihung eines Frauenpreises soll die Beachtung für das eigensinnige und uneigennützige Engagement von Frauen in der Öffentlichkeit erhöhen und ermutigen, die eigenen Fähigkeiten und Kräfte für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen. Die Ausschreibungsunterlagen gibt es hier. 

Nachdem Cornelia Möhring zu einer der beiden 1. Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im Bundestag gewählt wurde, benannte das Frauenplenum der Fraktion Yvonne Plötz zu ihrer Nachfolgerin als neue Frauenpolitische Sprecherin. Die 27-jährige Politikwissenschaftlerin kommt aus dem Saarland und ist seit dem 1. Februar 2010 für Oskar Lafontaine in den Bundestag nachgerückt. Im April 2010 veröffentlichte Yvonne Plötz zusammen mit Stefan Kalmring in der Zeitschrift "Sozialismus" ein "Plädoyer für einen globalisierungskritischen Feminismus", welches hier nachzulesen ist.

Unter dem Dach der feministischen Sektion des Berliner Instituts für Kritische Theorie treffen sich zum vierten Mal Frauen zu einem Symposium, um Dialektisches Denken zu studieren, um ihr Denken und damit auch ihre Handlungsfähigkeit zu erweitern. Gearbeitet wird u.A. zu den Klassikern wie Luxemburg, Marx, Gramsci, Brecht aber auch zu aktuellen Auseinandersetzungen zum Arbeitsbegriff, dem Reproduktionssektor und zum Eigentum. Kontakt und Infos hier

Internationales

Malalai Joya, Jahrgang 1978, ist eine afghanische Poitikerin und Aktivistin - allen Anfeindungen und Drohungen zum Trotz. Auf Einladung der Bundestagsfraktion DIE LINKE fanden bereits zahlreiche Veranstaltungen mit ihr in ganz Deutschland statt. Ihre Rede zum zehnten Jahrestag des NATO-Krieges und der Besatzung Afghanistans kann hier angesehen und nachgelesen werden.

Portrait

Zum Tod der Schriftstellerin Christa Wolf erklärt die Vorsitzende der LINKEN, Gesine Lötzsch:

"Christa Wolfs Tod erschüttert uns. Sie hat als Schriftstellerin, öffentliche Person und politischer Mensch das öffentliche Leben im geteilten und im geeinten Deutschland geprägt. Christa Wolf war für viele in Ost und West eine moralische Instanz, weil ihr Leben vom Willen zur Selbstbehauptung und von dem Mut, zu eigenen Überzeugungen zu stehen, geprägt war. Ihr Tod reißt eine empfindliche Lücke in die kulturelle Landschaft, in die deutsche Literatur, in die Weltliteratur. Generationen haben ihre Bücher gelesen und geliebt. Wir trauern um eine große Schriftstellerin und um eine mutige Frau. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden."

Christa Wolf war eine der wichtigsten deutschen Schriftstellerinnen der Nachkriegszeit, ausgezeichnet mit einer Vielzahl von Preisen und Ehrungen. Wie unterschiedlich ihr Werk in Ost und in West rezipiert wurde, verdeutlichen die Würdigungen von Susanne Messmer in der taz und Irmtraud Gutschke im ND.

Tipps und Termine

13.12.2011, 19.00 Uhr, Tagungszentrum Spenerhaus, Dominikanergasse 5, Frankfurt/Main, "Occupy Money - Damit wir künftig alle Gewinner sind" Diskussion mit Prof. Dr. Margrit Kennedy.

12.01.-14.1.2012, Schloss Rauischholzhausen (Gießen/Marburg), "Feministische Kritik und Widerstand", Tagung des Arbeitskreises Politik und Geschlecht in der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW),

24.02-26.02.2012, Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg, Koblanckstraße 10, 14109 Berlin "Wie komme ich beruflich am besten weiter?" ver.di Seminar für Frauen. Infos zu weiteren ver.di Frauenseminaren hier

Impressum / Hinweise

Diesen Newsletter erhalten Sie, weil Ihre eMail-Adresse in unsere Mailingliste eingetragen wurde. Um das Abonnement zu ändern oder zu löschen, klicken Sie bitte hier.

Das Newsletter-Archiv finden Sie ebenfalls an dieser Stelle.

Die Redaktion erreichen Sie unter frauennewsletter@die-linke.de.

V.i.S.d.P: Caren Lay, Kleine Alexanderstraße 28, 10178 Berlin, Telefon: (030) 24 009 447, Telefax: (030) 24 009 310, eMail: frauennewsletter@die-linke.de