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7. Juni 2011

Liebe Frauen,

der Sommer ist da und viele genießen ihn. Auch die LINKE, die zum vierten Mal zum Fest der Linken einlud. Aber trotz der sommerlichen Temperaturen wird auch weiter konzentriert gearbeitet. In mehreren Landesverbänden trafen sich linke Frauen zu Landesfrauenkonferenzen, von zweien sind hier Berichte zu lesen. Der Parteivorstand hat das Frauenplenum des 2. Parteitages zum 25. September 2011 nach Magdeburg einberufen, die Vorbereitungen für die Bundesfrauenkonferenz am Vortag zum Frauenplenum sind angelaufen. Im Juni teffen sich der Genderauschuss und die Kommission zur Frauenstruktur zu einem Arbeitstreffen in Hannover. Der Blick über den Tellerrand zeigt, dass auch andernorts, etwa bei der Sommeruni der Europäischen Linken oder auf den Phillipinen, eine rege Debatte zu Feminismus und Sozialismus läuft.       

Viel Spaß beim Lesen wünscht 

Eure Redaktion

Annegret Gabelin, Claudia Gohde, Konstanze Kriese, Gabi Ohler, Antje Schiwatschev, Vera Vordenbäumen, Katrin Voß, Ulrike Zerhau, Nadia Zitouni

Aktuelles

119 weibliche Abgeordnete plädieren für eine Erhöhung der Zahl der Sachverständigen in der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität - Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft“. Das Gremium solle um acht Sachverständige erweitert werden, heißt es in einem überfraktionellem Antrag von Frauen der Oppositionsfraktionen DIE LINKE, SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Es hatte vielfältige Proteste gegen die Berufung ausschließlich männlicher Sachverständiger in die Kommission gegeben.

Aus der Partei

Die Übereinstimmung zwischen den Frauen ist da und auch der Parteivorstand ist der Auffassung, dass das Parteiprogramm feministisch überarbeitet werden muss. Caren Lay unternimmt noch mal einen Versuch, die verschiedenen diesbezüglichen Forderungen zu bündeln und einen konsensfähigen Vorschlag vorzulegen. Dazu wendet sie sich in einem Brief an alle Frauen, die hierzu Vorschläge (gemacht) haben und bittet um Zuarbeiten bis zum 12. Juni 2011 an die Emailadresse caren.lay@die-linke.de.

Seit ihrer Gründung streiten die Frauen in der LINKEN darüber, welche Frauenstruktur geeignet ist. Dabei skizzieren zwei Modelle die Alternativen: Bärbel Lange plädiert in ihrem Entwurf für eine Frauenorganisation für eine unabhängige aber parteinahe Frauenorganisation mit ähnlichem Status wie dem des Jugendverbandes linksjugend ['solid].
Demgegenüber setzt sich eine Gruppe von Frauen u.a. aus dem Parteivorstand und aus zehn Landesvorständen in ihrem Antrag zu einer Satzungsänderung des §10 für die Bildung eines Bundesfrauenrates „LINKE Frauen“ als Initiativ-, Beratungs- und Kontrollgremium ein, das aus den weiblichen Mitgliedern des Parteivorstandes, aus Vertreterinnen der Landesverbände und der Zusammenschlüsse LISA und Queer sowie Bundestagsfraktion und Jugendverband gebildet werden soll.
Christiane Reymann meint in ihrem Diskussionsbeitrag: „Eine neue Satzung löst die Probleme nicht.“ Sie findet den vorgeschlagenen Bundesfrauenrat bürokratisch und zentralistisch.

Feststimmung bei den LINKEN

Mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher kamen am letzten Maiwochenende zum 4. Fest der Linken in die Kulturbrauerei Berlin. Dort informierten sie sich in einer der zahlreichen Diskussionsveranstaltungen über aktuelle Themen wie „Atomstopp sofort“, „Europa in der Krise“ oder „Verdächtig links – Wohin führt die Extremismus-Debatte?“. Neben politischen Talks gab es für die Gäste auch ein buntes Programm aus Lesungen und Musik. Impressionen vom Fest gibt es hier und hier.

Linke Frauen diskutieren, arbeiten und vernetzen sich allerorten. Feministische Interventionen in die Programmdiskussion, die Umsetzung des Genderkonzepts, die Diskussion um eine Frauenstruktur, frauenpolitische Anforderung im Wahlkampf - dies und mehr waren Themen auf den Landesfrauenkonferenzen in Sachsen und Berlin

Etwa 90 Mitglieder der LINKEN trafen sich vom 18. bis 22. Mai zur zweiten Frühlingsakademie in der Europäischen Jugendbildungsstätte am Werbellinsee. Es waren Teilnehmende aus fast allen Bundesländern, fast die Hälfte waren Frauen. Einer von 16 Workshops beschäftigte sich mit der Frage „Gibt es ein weibliches Politikverständnis?“ Gemeinsam mit Conni Möhring, frauenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der LINKEN, machten wir uns auf die Suche nach den Stärken der Frauen und ihrer Rolle in einer solidarischen Gesellschaft. Den Bericht zum Workshop gibt es hier.

Internationales

Reihanna Mohideen, stellvertrende Vorsitzende der Internationalen Abteilung der Phillipinischen Partei PLM (Party of the Laboring Masses) besuchte im Mai die LINKE in Berlin. Die sozialistische Feministin engagiert sich im Netzwerk TRANSFORM ASIA für einen Dialog und eine Zusammenarbeit der Frauenbewegungen verschieder asiatischer Länder. Reihanna hatte vor ihrem Aufenthalt in Berlin am Feministischen Forum in Stockholm teilgenommen. Ihren Beitrag auf dem Forum dokumentieren wir hier.  

Vom 12. bis 17. Juli 2011 findet zum sechsten Mal die Sommeruniversität der Europäischen Linken statt. Sie wird diesmal in Verantwortung der italienischen Rifondazione Comunista in Kooperation mit dem Netzwerk Transform! durchgeführt. Bereits in den vergangenen Jahren hat sich der Ansatz der Sommeruni bewährt: Ziel ist es, einen Austausch zu ermöglich und in ungestörter Atmosphäre, die nebenbei Raum bietet zum Netzwerken und lockerem Beisammensein, miteinander zu diskutieren und von- und miteinander zu lernen. Gleichzeitig werden verschiedene Themenblöcke durch Fachleute vorgestellt und in Arbeitsgruppen oder im Plenum diskutiert. Themen sind in diesem Jahr u.a.: „Linke Wege aus der Krise“, „Jugend gegen Prekarität“ oder „Medien und Demokratie“. Das detaillierte Programm und weitere Informationen in deutscher Sprache können hier heruntergeladen werden.
 
Die EL Sommeruniversität wird in diesem Jahr in der traditionsreichen umbrischen Kleinstadt Trevi ausgerichtet. Neben der politischen Diskussion ist auch Zeit, die Umgebung mit ihren landschaftlichen, kulturellen und historischen Kostbarkeiten zu erkunden. Es werden etwa 150 Teilnehmende aus ganz Europa erwartet. Mit diesem Angebot möchten wir vor allem junge Menschen aus der LINKEN und ihrem Umfeld ansprechen.

Portrait

Zwischen Ost- und Nordsee arbeiten und leben die vier engagierten Frauenpolitikerinnen der LINKEN, die wir heute vorstellen. Wenke Brüdgam-Pick hat vor drei Jahren in Mecklenburg-Vorpommern die LAG FORSCH mitgegründet, ist im Landesvorstand der LINKEN und engagiert sich neben der Gleichstellungspolitik in der Bildungsarbeit. Claudia Bernhard ist neues Mitglied der neu gewählten Linksfraktion im Bremer Landtag und langjährig feminstisch und internationalistisch aktiv. Die kämpferische Gewerkschafterin Kersten Artus ist seit dem Einzug der LINKEN in die Hamburger Bürgerschaft deren frauenpolitische Sprecherin. Die Schleswig-Holsteinerin Ranka Pranke, Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Kieler Landtag, kann mit ihrer vielfältigen beruflichen Qualifikation allen jungen Mädchen und Frauen auf dem Weg in männerdominierte technische Berufe als Beispiel genannt werden.    

        

Am 6. Juni 2009, vor inzwischen zwei Jahren, traf die Journalistin Kerstin Knipp die ägyptische Bloggerin Noah Atef. In einem Interview vermittelte sie umfassende Einblicke in ihre Arbeit, insbesondere die Informationen über Folterungen, die so nur im Internet möglich waren und sind. Zwei Jahre später, inmitten der neuen demokratischen Bewegungen in Ägypten und Tunesien, war Noah Atef auf der re:publica 11 in Berlin zu Besuch. Ihre Auftritte unter dem Titel: „Revolting in the time of new Media“ im April 2011 fanden bei den Besucherinnen und Besuchern große Beachtung. Sie erzählte davon, dass viele junge Frauen aktiv an den demokratischen Protesten beteiligt sind, zugleich dafür schon seit Jahren unter schwierigen Bedingungen mutig und selbstbewusst – und vor allem auch mit und in den neuen Medien – arbeiten. Ein aktuelles Interview mit Noah Atef gibt es hier, ebenso wie eine Replik von der Mädchenmannschaft, die auch auf dem Blogger/-innenkongress re:publica aktiv war.

Tipps und Termine

Das multikulturelle Frauenmagazin Gazelle braucht insgesamt 1000 neue Leserinnen, um das Magazin weiterhin am Leben zu halten und sogar vier Mal im Jahr zu erscheinen.
… „Gazelle ist ein eigenfinanziertes und unabhängiges Frauenmagazin, welches aufgrund seiner Themenschwerpunkte und seiner Zielgruppe einzigartig ist. Gazelle ist das erste und einzige multikulturelle Frauenmagazin in Deutschland. Gazelle beschäftigt sich mit spezifischen Problemen, Bedürfnissen und Interessen der in der Bundesrepublik lebenden Migrantinnen und deutschen Bürgerinnen und bietet somit eine einzigartige Plattform zum Austausch. Gazelle fördert daher das interkulturelle Verständnis auf Augenhöhe." Weitere Infos hier.

Die BAG Queer hat die Dokumentation ihrer gemeinsamen Tagung mit der Redaktion des Prager Frühlings zu „Geschlecht und Sexualität. Nur ein Nebenwiderspruch? Anmerkungen zum 1. Parteiprogramm“ fertig gestellt. Der Reader kann hier gelesen werden. 

10. bis 13. Juni 2011, Pfingsten mit der LINKEN, Camp Werbellinsee

10. bis 13. Juni 2011, Strategieforum der LINKEN/SDS mit einem Frauenplenum zu sozialistischen Feminismen. Mehr 

21. Juni 2011, „Wir können auch anders! – Prekäre kapitalistische Logiken sichtbar machen und durchbrechen!“, aus der Reihe „ROSAS SALON - Prekäre Bewegungen, Feminismen und Kapitalismuskritik“ (weiterer Termin: 28. Oktober), 18 Uhr, Magnus Haus Berlin

25. Juni 2011, Christopher-Street-Day. In Berlin steht der csd unter dem Motto „Fairplay für Vielfalt". Das Programm ist hier

26. Juni 2011, Eröffnung der Frauenfussball Weltmeisterschaft in Berlin mit dem Spiel Deutschland - Kanada

26. Juni bis 16. Juli 2011, „Zeit, dass sich was dreht. Frauen am Ball.", Rostock. Veranstaltungsreihe eines mecklenburg-vorpommernschen Bündisses unter Beteiligung der LAG FORSCH zur Frauen WM 

8. bis 10. Juli 2011, Seminar „Kapitalismus und Patriarchat“, Elgersburg/Thüringen. Zur Ausschreibung geht es hier

12. bis 17. Juli 2011, 6. Sommeruniversität der Europäischen Linken, Trevi. Programm und weitere Informationen können hier heruntergeladen werden

4. bis 7. August 2011, Frauensommerakademie der Rosa-Luxemburg-Stiftung 2011, Handlungsstrategien von Frauen in (politischen) Organisationen, Schloß Schney, Lichtenfels. Weitere Informationen gibt es hier

24./25. September 2011, Bundesfrauenkonferenz und Frauenplenum des Parteitages, im Büro- und Tagungs-Center Magdeburg

4. bis 6. November 2011, Feministische Herbstakademie, „Liebe ist doch an Zeit nicht gebunden - Kämpfe um die Ökonomie der Zeit und um Liebe“, Tagungshotel Esslingen. Hier geht es zu weiteren Informationen, dem Programm und zum Anmeldeformular

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