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7. August 2012

Liebe Frauen,

während viele noch den Sommer genießen, müssen andere kämpfen und streiten - drei russische Musikerinnen um ihre Freiheit, die Frauen in der LINKEN um die Mindestquotierung in digitalen Debatten. Auf Hochtouren läuft die Vorbereitung der diesjährigen Bundesfrauenkonferenz der LINKEN am 15./16. Sepember in Dortmund. Wir laden euch, liebe Leserinnen, ganz herzlich zur Konferenz ein und hoffen auf vielfältige Beteiligung und spannende Diskussionen zur UmFairteilung von Arbeit, Einkommen und Zeit.  

Eure Redaktion

Annegret Gabelin, Claudia Gohde, Antje Kind, Antje Schiwatschev, Vera Vordenbäumen, Katrin Voß, Uta Wegner, Nadia Zitouni

Aktuelles

Drei Vertreterinnen von "Pussy Riot", einer feministischen Punkrockband aus Russland, sitzen noch bis 15. August vor dem Moskauer Gericht auf der Anklagebank. Die Anklage lautet "Hooliganismus aus religiösem Hass“, bei einer Verurteilung droht den Musikerinnen bis zu sieben Jahren Haft. Dies alles wegen einer knapp einminütigen Performance am 21. Feburar 2012 in dem nur für Priester zugänglichen Altarbereich der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau. Eine Woche darauf erschien auf Youtube ein Video der Aktion, was zur späteren Inhaftierung der drei Bandmitglieder führte. Die Frauen sitzen bereits seit dem 4. März in Untersuchungshaft, eine Freilassung auf Kaution wurde abgelehnt. Mittlerweile wurde der Blog "Free Pussy Riot eingerichtet, auf dem sich neben der Möglichkeit, die Band zu unterstützen, viele Infos und Neuigkeiten finden. Mehr im Portrait.

Die Zeitung DIE WELT diskutiert die Fauenquote, natürlich in erster Linie aus Sicht der Wirtschaft. Im Blog Parteidebatte der LINKEN ist die Diskussion ebenfalls mal wieder heiß entbrannt. Die Quote ist zwar in der Bundessatzung der LINKEN festgeschrieben, muss aber immer wieder begründet werden. Wer sich an der Debatte beteiligen will, kann das hier tun. Wer sich nur die Argumente der LINKEN für die Quote angucken will, findet einen Beitrag von Yvonne Ploetz (frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag) und Jana Hoffman dazu hier.

Aus der Partei

Bundesfrauenkonferenz: Arbeit, Einkommen, Zeit - umFairteilen!

Am 15./16. September 2012 findet die vierte Bundesfrauenkonferenz der Partei DIE LINKE in Dortmund statt. Tagungsort ist das Jugendgästehaus Dortmund. Diskutiert werden u. a. Feministische Perspektiven zu Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität sowie frauen- und genderpolitische Schwerpunktthemen im Wahlkampf und Ansprache von Wählerinnen. Mit dabei sein werden: Politikerinnen der LINKEN aus Parteivorstand, Landesvorständen, Fraktionen, LAGen, Wissenschaftlerinnen, Projektfrauen, viele spannende Frauen aus allen Teilen des Landes und – hoffentlich – DU! Programm, Informationen und Anmeldung gibt es hier.

Rechte sind keine Privilegien

Dieses Zitat aus dem Film "We Want Sex" könnte auch als Überschrift für das Elgersburger Seminar "Patriarchatskritik im Programm und in der Praxis der LINKEN" stehen. 24 Teilnehmende, drei Teamende und vier Kinder verbrachten ein anregendes Weiterbildungswochenende voller neuer Erkenntnisse und vielfältiger, durchaus unterschiedlicher Erfahrungen. Das Studium der patriarchatskritischen Passagen unseres Programms, die Suche nach hilfreichen guten Argumenten für die Praxis und sehr viel Erfahrungsaustausch waren wichtige Inhalte. Mehr

Internationales

Seit mehr als zwölf Jahren sterben täglich Menschen in der Kivu-Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Dabei ist insbesondere die Situation für die Frauen in dieser Region schockierend. Vergewaltigungen und andere Formen der sexuellen Gewalt, die sowohl von den Sicherheitskräften der Regierung, darunter auch Angehörigen der Nationalen Kongolesischen Polizei, als auch von Mitgliedern bewaffneter Gruppen begangen werden, sind systematisch eingesetzte Kriegswaffen. So kommt es immer wieder zu Massenvergewaltigungen. Ein ausführlicher Bericht findet sich hier.

Informationen über ein Krankenhaus, das sich hauptsächlich um die Überlebenden sexueller Gewalt in dieser Region kümmert, findet ihr hier. Informationen über ein weiteres Projekt gibt es hier.

Seitdem 2009 auch Frauenboxen zur olympischen Disziplin erklärt wurde, gibt es keine Sportart mehr, die allein den Männern vorbehalten ist. Sind wir damit – zumindest bei den Spielen – im Zeitalter der Gleichberechtigung angekommen? Keineswegs, denn beim olympischen Synchronschwimmen haben ausnahmsweise die Männer mal das Nachsehen: für sie gab es keine Zulassung in dieser Disziplin! Mehr dazu hier.

Portrait

Pussy Riot ist eine feministische Punkrock-Performance-Gruppe, die vor allem mit überraschenden Aktionen auf öffentlichen Plätzen auf sich aufmerksam macht. Sie arbeiten mit dem Überraschungsmoment und wollen die politischen Mißstände in Russland publik machen. Sie treten ein für Geschlechtergerechtigkeit, Demokratie und Meinungsfreiheit, die sich grundsätzlich auch in der russischen Verfassung finden. Die Qualität der Musik ist dabei zweitrangig.

So traten sie unter anderem in der Moskauer Metro, auf dem Dach eines Trolleybusses, auf dem Roten Platz und als letzte spektakuläre Aktion, die zu ihrer Verhaftung führte, in der Christ-Erlöser-Kathedrale auf. Vor allem wollen sie gegen das klerikal-machistische System Russlands und die Illegitimität der Neuwahl Putins zum Präsidenten protestieren. Ihre Gründung fand denn auch im August 2011 statt, kurz nachdem Dmitri Medwedew Putins erneute Kandidatur für das Präsidentenamt ankündigte. Mehr

Tipps und Termine

Wie die kapitalistische Kontrolle über den als weiblich klassifizierten Körper wirkt, ver­­an­­schau­licht Laurie Penny (Star der englischen Bloggerszene) in insgesamt vier Kapiteln zu Sexualität, Ess­­störungen, Sex­­arbeit und (Re­pro­duk­tions-)Arbeit / Konsum. Hier die gesamte Rezension auf der Seite des feministischen Webblogs mädchenmannschaft.

16. bis 19. August, LaD.I.Y.fest Berlin. Infos zum Mitmachen gibt es hier

18./19. August 2012, Seminar für Frauen: "Methode der kollegialen Beratung", Berlin. Ausschreibung hier

Impressum / Hinweise

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